Medienhaus Mittwoch

Plastikmüll – die Chance vom besseren Umgang mit Rohstoffen und den Meeren

Datum: 12.10.2016 | Zeit: 20:00 Uhr | Ort: Medienhaus Hannover

Plastikmüll
Plastikmüll
Das Problem der Belastung der Gewässer mit feinen Plastikpartikeln ist weltweit verbreitet. Stichproben aus verschiedenen Gewässerarten haben gezeigt, dass sowohl in den Sedimenten an Gewässerufern und -grund als auch im Freiwasser und den darin lebenden Arten Plastikteilchen enthalten sind. Die Eintragspfade von Mikroplastik sind vielfältig: Es ist Makroplastik, das im Laufe der Zeit mechanisch zerkleinert wurde; es können Kunststoffgranulate sein, die durch Transportschäden in die Umwelt gelangt sind; es können Rückstände oder Fasern aus Produkten sein, die in Industrie und Haushalten benutzt werden und durch die Kanalisation in die Gewässer geraten.

Auf dem langen Weg vom Verursacher bis ins Meer bindet Mikroplastik deutlich mehr Schad- und Giftstoffe im Sediment als bisher vermutet. Die kleinen Plastikteilchen sind um das Drei- bis Vierfache stärker belastet als das ohnehin schon kontaminierte Sediment. Seit 2013 ist Frank Schweikert mit seinem Forschungsschiff und verschiedenen Wissenschaftlern unterwegs um die Plastik-Vermüllung im Wasserkörper und Sediment von Gewässern zu untersuchen. Die winzigen Plastikteile wirken wie ein Magnet auf Schadstoffe und binden außerdem zusätzliche Giftstoffe an sich und bilden so eine Art Giftcocktail. Lagern sie sich im Sediment ab, können sie durch Würmer, Muscheln und Fische in die menschliche Nahrungskette gelangen.

Zusätzlich beklemmend ist die weitere Erkenntnis, dass diese winzigen Giftcoctails von Zellen in den Organismus aufgenommen werden können, das gilt für Meerestiere genauso wie für den Menschen. Damit erreicht den Menschen der nicht nachhaltige Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Plastik auf Umwegen wieder und trifft ihn noch viel intensiver als bisher vermutet.

Frank Schweikert

Journalist und Biologe, Taucher und Segellehrer dem die die Erforschung und der Schutz der Meere besonders am Herzen liegen. Seit seinem 14. Lebensjahr arbeitet er als Journalist, zunächst für Tageszeitungen, dann als Redakteur für die psychologische Verteidigung der Bundeswehr, danach für die ARD, Deutschlandfunk und auch private Rundfunkanstalten und Nachrichtenagenturen.

Seine journalistische Laufbahn wurde in seiner Zeit als Assistent von SWF3 Gründer Peter Stockinger wesentlich geprägt. Die Ozeane als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ lehrte ihn eine langjährige Freundschaft mit der Seerechtsexpertin, Ökologin und Publizistin, Elisabeth Mann Borgese, der jüngsten Tochter von Thomas Mann.

Seit 1992 betreibt Schweikert das Forschungs- und Medienschiff ALDEBARAN als Brücke zwischen Meeresforschung und Gesellschaft und arbeitet als Autor und Produzent für zahlreiche öffentlich-rechtliche sowie private Hörfunk- und Fernsehanstalten. 2005 initiierte Schweikert den Meereswettbewerb „Forschen auf See“, um Schüler für die Bedeutung der Meere und für die Meeresforschung zu begeistern. 2007 bis 2009 dokumentierte er zusammen mit namhaften Meereswissenschaftlern die Folgen des Klimawandels vor der mittelamerikanischen Küste in Belize, von 2008 bis 2013 initiierte er mit Unterstützung der Dräger- und ZEIT-Stiftungen die internationale Ozean-Konferenz-Reihe „Mehr als Wasser – Ozeane und globale Verantwortung“.

Schweikert ist Mitbegründer der Deutschen Meeresstiftung (2015), Gründungsmitglied und Vorstand des Bundesverbands Meeresmüll, stellvertretender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung e.V., Hamburg.
www.aldebaran.org

In Kooperation mit dem NLQ Hildesheim.

Eintritt: frei

 
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Veranstaltungsort:
Medienhaus Hannover
Schwarzer Bär 6
30449 Hannover

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