Marteria und Kid Simius – „Zum Glück in die Zukunft Teil II“ Tour 2014

Datum: 11.04.2014 | Zeit: 19:30 Uhr | Ort: Stadionsporthalle

Der Impulsgeber des aktuellen HipHops mit seinem neuen visionären Album
Beginn 19:30 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)

ACHTUNG: Das Konzert von Marteria wird vom Capitol in die Swiss Life Hall verlegt!

Gold für „Zum Glück in die Zukunft“, Platin für „Lila Wolken“ – Marteria gehört ohne jeden Zweifel zu den erfolgreichsten Künstlern der deutschsprachigen Musikwelt, vor allem jedoch zu den entscheidenden Vorreitern und Impulsgebern des aktuellen HipHop-Booms. Dreieinhalb Jahre nach dem hochdekorierten Erstling ist der Rostocker nun mit dem Nachfolger „Zum Glück in die Zukunft II“ zurück: angriffslustig und nachdenklich, humorvoll und melancholisch, provokant und manchmal beinahe schmerzhaft direkt. Ein visionäres Album, das von Lebensentwürfen und Lebensbewältigung handelt, von der Revolution und vom Reisen, vom Erwachsenwerden und davon, auf ewig Kind zu bleiben. Es ist größer als HipHop.

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http://www.youtube.com/watch?v=XXoRoLdXnvU

Wenn man Marteria kennt, dann weiß man, dass er bestimmte Lieblingswörter hat, die er vielseitig einsetzt. Einer dieser omnipotenten Begriffe ist der Vibe. „Zum Glück in die Zukunft II“ ist eine Platte, die diese diffuse Qualität in jeder Minute verkörpert. Wo andere Rapper die Stadion- Opulenz für ihr Genre entdecken, lässt Marteria mutigen Minimalismus walten. Die Musik dieser Platte besinnt sich auf die Wurzeln. Kopfnicker-Beats und knusprige Dilla-Drums, brachiale Basslines und ganz viel Atmosphäre: klagende Vokalfetzen, Maschinengeräusche und warme Rhodes, analoges Geblubber und digitale Analogien, Sirenen, Synthies und 808-Gedonner. Gleichzeitig ist es eine textlastige Platte, ein Album zum bewussten Anhören, zum darin Versinken. Kopfhörermusik.

Neben der melancholischen, beinahe düsteren Seite hat „Zum Glück in die Zukunft II“ auch eine aggressive, aufrührerische Ebene. „Bengalische Tiger“ klingt, als tanzten Timbaland, M.I.A. und El-P in der Wüste um den „Burning Man“ herum. Diese bedrohliche Energie kommt von den Erfahrungen, die Marteria auf seinen Reisen der letzten Jahre machte. Auf diesen Reisen sind natürlich Songs entstanden, zum Beispiel als Marteria zusammen mit seinem Musikerkollegen Maeckes für die gemeinnützige Organisation Viva Con Agua e.V. in Uganda war. Oder als er mit den Toten Hosen in Argentinien war, um an deren letzten Album „Ballast der Republik“ mitzuarbeiten. Hier hat Marteria auch eigene Songs geschrieben wie „Welt der Wunder“, einer Ode an die ewige Neugier der rastlos Suchenden. Von Südamerika über Alaska bis in den Himalaya, von Chile über Island nach Ostafrika sind Marteria und sein Fotograf und Seelenverwandter Paul Ripke gereist.

Die Außenperspektive verleiht ihm die Möglichkeit der Draufsicht. In „OMG!“ singt Marteria, er sehe Gangster wie Emos auf der Suche nach Sinn – ein offensiver Kommentar zum hiesigen Szene-Geschehen, aber auch eine breitbeinige Feststellung, aus der eine eigene Positionierung folgen muss. „Politik ist wichtig“, findet er. „Die Realität besteht eben nicht nur aus Abfeierei im Club. Auf der Welt passiert so viel Scheiße, und die Leute lassen sich nicht alles gefallen. Irgendwann kommt das auch bei uns an, was man gerade in Griechenland, Spanien oder Brasilien sieht. Wir sind nicht sicher.“

Musikalisch sucht er auf „Zum Glück in die Zukunft II“ einmal mehr den Pfad der Innovation. In einer Tradition mit den großen Erneuerern des Genres von Outkast über Kanye West bis Kendrick Lamar bricht er traditionelle Songstrukturen zugunsten aufwändiger Arrangements auf. Stets passiert irgendwo noch was, manchmal einiges, manchmal alles. Natürlich ist „Zum Glück in die Zukunft II“ trotzdem keine verkopfte Kunstplatte geworden. Dafür liebt Marteria den Pop zu sehr. Aber er verpasst bewährten Rezepten ein raffiniertes Update: So ist die Single „Kids (2 Finger an den Kopf)“ die Hymne für die alternde Generation Easy-jet, die er mit Hymnen wie „Verstrahlt“ oder „Lila Wolken“ porträtiert und begleitet hat wie kein anderer Künstler. Nur hat 2014 keiner mehr Bock zu kiffen und zu saufen, alle ziehen aufs Land, machen Urlaub in Schweden, essen Salat und haben Jobs. Am anderen Ende des Spektrums steht das selbstzerstörerische Trinklied „Die Nacht ist mit mir“, das treffsicher den tragischen Moment auf der Party einfängt, wenn alle gegangen sind und man sich in Selbstmitleid suhlt, bis es hell wird. Zum Schluss stimmt Campino in den tragischen Chor mit ein: „Jeder Schluck macht Glück, Glück, Glück“.

Natürlich taucht auch Marterias grüner Zwillingsbruder Marsimoto kurz auf, um Anarchie und Chaos zu verbreiten. Marsis Vorbild Quasimoto rappte einst in Gedenken an Sun Ra: „Today is the shadow of tomorrow / today is the present future of yesterday“. „Zum Glück in die Zukunft II“ ist die Gegenwart gewordene Zukunft des Gestern. Dieses Album bedeutet keinen Rückzug in die Provinz, keine Verklärung der eigenen Jugend, keine Glorifizierung von Unbekümmertheit und Eskapismus. Stattdessen: Ein reifes, progressives Statement eines HipHop-Künstlers mit der Welt im Blick und dem Finger am Abzug.

Ein alter Bekannter der Marteria Crew wird im Vorprogramm zu sehen sein – kein anderer als Kid Simius wird dem Publikum einheizen, bis auch der Letzte im Saal für die gewaltige Green Power bereit ist. Der spanische Produzent und Musiker, der 2009 von Grenada nach Berlin auswanderte, ist bisher für seinen Sound aus zerberstenden und melodiösen Beats bekannt. Mit seinem im März erscheinenden Album „Wet Sounds“ wagt sich der selbsterklärte „Affenjunge“ einen Schritt weiter und schafft sich sein eigenes Genre unter der Bezeichnung „Surf ‘n’ Bass“.

www.marteria.com

 
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Veranstaltungsort:
Stadionsporthalle
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 8
30169 Hannover

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