„Das sind die schlimmsten Zeiten seit der Nazi-Ära“ – aktueller Antisemitismus in Deutschland und Europa

Datum: 04.06.2015 | Zeit: 19:00 Uhr | Ort: Kulturzentrum Faust

Seit Jahren nehmen antisemitische Straf- und Gewalttaten in Zahl uns Ausmaß zu. Im vergangenen Jahr zeigten die Attentate in Brüssel und Paris, die Anschläge auf Synagogen in Wuppertal, Kopenhagen und anderen Städten, die Angriffe auf einzelne Personen jüdischen Glaubens oder israelischer Herkunft und das Eindringen in ihre Wohnungen, ob in Berlin, Frankfurt oder Paris, dass Antisemitismus ein akutes Problem ist. Dabei changieren die konkreten Objekte des Hasses: einmal ist es der jüdische Friedhof, einmal jemand, der eine Israel-Flagge zeigt. Bei der heutigen Veranstaltung sollen einige der Ereignisse exemplarisch analysiert und über mögliche Perspektiven einer ideologiekritischen Reaktion diskutiert werden.

Dazu begrüßen wir Carolin Mothes (Soziologin und Redakteurin bei Watch: Antisemitism in Europe) und Sebastian Mohr (Politikwissenschaftler und Mitglied im Vorstand des Mideast Freedom Forum Berlin).

Eine Veranstaltung des AStA der uni Hannover im Rahmen der Reihe „Wi(e)der das Vergessen!“

Wieder das vergessen?
70 Jahre nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland zeigt sich der geläuterte “Aufarbeitungsweltmeister” wieder in Gedenkpose.
Für die Antisemiten, die sich nicht mehr so nennen möchten, ist die Erinnerung immer noch eine Subversion ihrer Schlussstrichforderung. Generell scheint sich aber im heutigen Postnazismus eine Erinnerungskultur etabliert zu haben, die mehr Gedenkroutine und Erinnerungsrhetorik ist als eine konsequente Aufarbeitung der Vergangenheit. So wird eifrig um die toten Jüdinnen und Juden getrauert, während die Lebenden weiterhin betroffen sind von antisemitischem Wahn und Gewalt.
Der Antisemitismus trotzt aller Antisemitismusforschung und “Erinnerungspolitik”. Ideologisch ist er fester Bestandteil des gesellschaftlichen Alltags: als “klassisch”-moderner und sekundärer Antisemitismus, Antizionismus, als vermeintliche Kapitalismuskritik und Verschwörungstheorie.

Wider das Vergessen!
Aus einer Aufarbeitung der Vergangenheit müssen jedoch Konsequenzen zur Bekämpfung des aktuellen Antisemitismus und seiner Ursachen gezogen werden. Nichts anderes meinte Adorno, als er sagte, dass die Vergangenheit erst dann aufgearbeitet wäre, “wenn die Ursachen des Vergangenen beseitigt wären”.

Wir möchten mit unserer Veranstaltungsreihe “Erinnerungspolitiken” thematisieren und verschiedene Elemente des Antisemitismus analysieren.

 
Lade Karte ...

Veranstaltungsort:
Kulturzentrum Faust
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover

Kategorien:


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Durch das Anhaken der Checkbox erklären Sie sich mit der Speicherung und Verabeitung Ihrer Daten durch diese Webseite einverstanden.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO