Nachbarschaftsinitiave Linden-Nord

Maßnahmenvorschlag der Nachbarschaftsinitiave Linden-Nord (NIL) zum Thema Partytourismus

Bereits vor der Anhörung zum Thema Partytourismus in Linden-Nord bei der letzten Sitzung des Bezirksrates Linden-Limmer hat die Nachbarschaftsinitiave Linden-Nord (NIL) einen Vorschlag für einen Maßnahmenkatalog erarbeitet.

Vorschläge für Maßnahmen

Nachbarschaftsinitiave Linden-NordWir appellieren an die Stadt, den Anwohnern zu helfen ihr gesetzlich verankertes Recht auf Nachtruhe und Sonntagsruhe* durchzusetzen, sowie tagsüber mehr Ruhe zu bekommen, um deren Gesundheit zu schützen. Lärm macht nachweislich krank. **

Im Bebauungsplan ist Linden als Wohnviertel ausgewiesen. Hier wohnen Menschen, die zum größten Teil arbeiten, Steuern zahlen und wählen. Zum Arbeiten muss man ausgeruht sein, sonst ist
man nicht leistungsfähig. Und um ausgeruht zu sein, muss man nachts schlafen können.

Viele Partygänger sehen Linden aber als eine einzige ständige Partyzone, mit den entsprechenden
Folgen, die unsere Lebensqualität immer stärker einschränken.
Das können und müssen wir nicht länger aushalten.
Wir bitten die Stadt, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen.

Das hauptsächlich betroffene und von uns mit der Unterschriftenaktion abgedeckte Gebiet erstreckt sich von der Limmerstraße bis zur FAUST, dem nördlichen Ihme- und Leineufer, westlich
bis zur Pfarrlandstraße/Dornröschenbrücke und östlich bis zur Kochstraße. Die „Haupteinflugschneise“ für die Partygäste der FAUST ist die Nedderfeldstraße, aber auch die
Parallelstraßen werden reichlich mit Lärm versorgt.

Folgende Maßnahmen erscheinen uns nach jahrelanger Erfahrung mit unzulänglichen Versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen, erforderlich:

1. Von der Stadt eingesetzte Ordnungskräfte müssen auf die lärmende Klientel in diesem Gebiet einwirken. Das gilt auch für private Outdoor-Parties am Ihme-/Leineufer bis unter
dem Bremer Damm (Nähe Sport-Uni).

Die Arbeit der Polizei war in den letzten Jahren wenig effektiv (langfristiger Personalmangel,
Straftaten und Unfälle gehen vor Ordnungswidrigkeiten, teilweise mangelnde Sachkenntnis und
mangelndes Verständnis der Beamten für die Problematik) und es ist keine Besserung in Sicht.

2. Partygänger, die sich nicht leise unterhalten, grölen, Flaschen und Böller werfen, in Hauseingänge urinieren und Müll hinterlassen, müssen angesprochen und verwarnt werden,
bei Wiederholung müssen Personalien festgestellt werden und je nach Sachverhalt Platzverweise und/oder Anzeigen folgen. Es wäre sinnvoll, die Ordnungskräfte mit Fahrrädern auszustatten, damit sie mehr Runden drehen und in dem relativ großen Gebiet die Lärmgruppen schneller erreichen können. ***

3. Tage und Zeiten für Ordnungskräfte:
Im Sommer ist (außer vielleicht bei starkem Unwetter) an allen Wochentagen tagsüber und nachts mit erheblichem Lärm zu rechnen. Gebraucht werden die Ordnungskräfte daher auf jeden Fall im Sommer täglich von 16.00-8.00 Uhr und im Winter grundsätzlich in allen Nächten, in denen FAUST-Parties stattfinden (regelmäßig jeden Freitag, Samstag und Mittwoch, gelegentlich auch an anderen Wochentagen (z.B. Erstsemester-Parties am Donnerstag, 19.10., Halloween-Parties am Montag 30.10., jeweils ab 23.00 Uhr) Die FAUST-Parties dauern von 23.00 oder 24.00 Uhr bis 6.00 oder sogar 8.00 Uhr morgens. Outdoor-Parties an Ihme und Leine waren auch schon bei nur 10 Grad noch zu vernehmen.

4. Generelles Verbot der Nutzung von aufgestellten und tragbaren elektronischen Musikanlagen und von Trommeln im Outdoor-Bereich.
Mehrfache Verwarnungen (Bässe raus, leiser) haben seit Jahren nichts gebracht und nur zu stundenlangen Verzögerungen und noch mehr Polizeieinsätzen geführt. Private Outdoor-Parties mit elektronischen Musikanlagen müssen daher sofort nach Sichtung aufgelöst werden. Aber auch Geräte von Einzelpersonen können nicht geduldet werden. Das Verbot muss auch kleine tragbare Musikanlagen umfassen, denn die neueren Modelle haben auch schon eine erstaunliche Reichweite (vor allem die Bässe) und sind in letzter Zeit immer häufiger anzutreffen.
Auch vor 22.00 Uhr können Bässe und laute Musik extrem belastend sein. Die Parks und Wiesen sollten zur Naherholung und nicht für Parties/Musikbeschallung dienen. Es muss nach ca. 15 Minuten nochmal überprüft werden, ob die Musikanlage wirklich aus ist, sonst muss sie konfisziert werden. Personalien müssen aufgenommen werden, um Wiederholungstäter festzustellen und ggf. spürbare Ordnungsgelder verhängen zu können.

5. An der Ecke Nedderfeldstraße/Walter-Ballhause-Straße müssen während der Parties der FAUST Ordnungskräfte stationiert sein.

6. Große Schilder an den meistfrequentierten Punkten
Um z.B. die Limmernden und die FAUST-Gäste auf das Recht der Anwohner auf Nachtruhe aufmerksam zu machen und um auf die Illegalität der privaten Techno-Parties und das Verbot aller Musikanlagen und Trommeln hinzuweisen sollen ergänzend zu anderen Maßnahmen entsprechende großflächige Schilder aufgestellt werden.
1. auf der Limmerstraße,
2. an der Ecke Nedderfeldstraße/Walter-Ballhause-Straße
3. an der Ecke Nedderfeldstraße/Elisenstraße
4. am nördlichen Ihmeufer in der Nähe vom Strandleben und dem Glockseebahnhof
5. auf der nördlichen Uferseite der Leine gegenüber vom Gretchen, dem Biergarten der FAUST,
6. an der Dornröschenbrücke

7. Jährlich nur drei Outdoor-Großveranstaltungen
In Zukunft sollen nur das Fährmannsfest, das 1. Mai-Fest der FAUST und das Limmerstraßenfest genehmigt werden. Für diese sollte es anwohnerfreundliche Auflagen geben, deren Einhaltung dann auch überprüft wird. Das Limmerstraßenfest sollte nur bis 19.00 Uhr gehen und weniger Bühnen haben, da es von Jahr zu Jahr lauter wird.
Es sollten keine zusätzlichen Outdoor-Veranstaltungen auf der FAUST-Wiese und im Außenbereich des FAUST-Geländes genehmigt werden, wenn sie mit Lärm (z.B. durch elektronisch verstärkte
Musik, Trommeln) einhergehen. ****

8. Auflage an die FAUST durch wirksame bauliche Veränderungen sicherzustellen, dass keine Musik, insbesondere keine Bässe mehr nach außen dringen.

9. Offenlegung der Öffnungszeiten, Auflagen (z.B. bezüglich der Anzahl der Toiletten) etc. von FAUST, Kneipen und Kiosken mit offiziellen und inoffizellen Außenflächen und die
Überprüfung der Einhaltung der Auflagen.
Die Offenlegung hilft den Anwohnern, ein eventuelles Fehlverhalten der Betreiber zu beurteilen.

10. Konzept zur Reinigung und Müllentsorgung am Wochenende
Die Stadt muss in Zusammenarbeit mit aha ein Konzept zur Reinigung und Müllentsorgung am Wochenende (Samstags- und Sonntagsreinigung) erarbeiten, damit nicht die Anwohner und Ladenbesitzer den Müll und die Exkremente der Lärmtouristen beseitigen müssen. Auf der Limmerstraße und auch an anderen Stellen werden größere Mülleimer mit Deckel benötigt. *****

11. Es muss grundsätzliche spürbare und nachhaltige Veränderungen geben, die von der Stadt öffentlich in den Medien angekündigt und vertreten werden, damit sie allen bekannt sind und ernst genommen werden. Die Partygänger dürfen nicht mehr glauben, dass man in Linden jederzeit machen kann, was man will und, dass die Anwohner wegziehen müssen, wenn ihnen das
nicht gefällt.

12. Die Stadt soll keine weitere Werbung für den Lärmtourismus in Linden machen, z.B. in eventueller Kooperation mit Presse und Reiseführern.

13. Die Stadt soll den AStA auffordern, bei den Einführungsveranstaltungen für Erstsemester die Studierenden nicht mehr explizit durch Linden zu führen.

14. Wir brauchen einen festen Ansprechpartner bei der Stadt (und eine Vertretung für Krankheit und Urlaub), für Fragen bei Problemen, der ggf. das Anliegen an die entsprechende Stelle weiterleitet, damit wir nicht jedes Mal erst herausfinden müssen, wer wofür zuständig ist. Des weiteren ist eine Telefonnummer notwendig, unter der ein „Lärmbeauftragter“ der Stadt
(oder ggf. von einer Security-Firma) auch nachts und an den Wochenenden erreichbar ist, um Hinweise auf Lärmereignisse entgegenzunehmen.

15. Fristsetzung zur Überprüfung und Evaluierung der Maßnahmen:
Wenn innerhalb einer noch festzulegenden Frist keine spürbare Besserung eintreten sollte, müssen weitere verstärkte Maßnahmen erfolgen, wie z.B. Einschränkungen der Kneipen- und KioskÖffnungszeiten, der Zeiten des Alkoholausschanks und der Partyzeiten in der FAUST.
Ein geeignetes Instrument zur Evaluierung muss noch gefunden werden. ******

16. Bei der Besprechung der Art und Durchführung geeigneter Maßnahmen soll die NIL mit eingebunden werden.
Wir werden durch den Partytourismus gezwungen sehr viel Zeit und Kraft zu investieren, die wir lieber anderweitig nutzen würden. Das machen wir ganz sicher nicht aus Langeweile, sondern aus Verzweiflung. Wir erwarten, dass unser Anliegen endlich ernst genommen wird und die Stadt geeignete nachhaltige Maßnahmen ergreift. Argumente im Sinne von „das ist nun mal so in Linden“ und „das muss man aushalten oder wegziehen“ lehnen wir ab.

Wir haben ein Recht auf Nachtruhe und werden uns nicht mehr beschwichtigen oder entmutigen lassen. Es ist nicht einzusehen, warum hunderte Anwohner ihre Gesundheit für den „Spaß“ einiger rücksichtsloser Partygänger opfern sollen.


Ergänzende Anmerkungen zu den Vorschlägen der NIL:

*Neben der Nachtruhe ab 22.00 Uhr gibt es auch noch die Sonntagsruhe. Rasenmähen ist am Sonntag nicht erlaubt, aber den Lindenern werden an Sonntagen häufige laute Musikveranstaltungen zugemutet. Am Wochenende arbeiten zwar die meisten Menschen nicht, aber sie müssen sich am Wochenende von der Arbeit erholen können. Gleiches gilt für Schulkinder. Es wäre auch schön, wenn z.B. die Senioren aus der Wohnanlage am Ihme-Ufer wieder wenigstens sonntags in Ruhe auf ihren Balkonen sitzen oder in den Grünanlagen spazierengehen könnten, ohne von Bassanlagen bedröhnt zu werden. Für Viele ist es das einzige erreichbare Naherholungsgebiet, in dem sie sich aber leider kaum noch erholen können.

**Herz- und Kreislaufaktivitäten verstärken sich bei Lärm, auch wenn der Betroffene schläft. Schlafmangel beeinträchtigt das Immunsystem und fördert dadurch Krankheiten. Dass der damit verbundene Stress gesundheitsgefährdend ist, versteht sich von selbst.
Die tiefen Bässe, die eine Reichweite von bis zu 800 Metern haben, sind besonders belastend, selbst wenn sie nicht übermäßig laut sind. Die Resonanzen im Körper, die bei tiefen Frequenzen auftreten, sind auch mit Ohrstöpseln nicht zu eliminieren.
Auch durch häufige Böller verursachte Schocks sind sehr belastend, ganz besonders für Senioren in der Wohnanlage und im Pflegeheim, aber auch für Kinder und Haustiere.
Es ist auch sicher nicht gesundheitsfördernd, dass die Anwohner sich ständig selbst um die Lärmbekämpfung kümmern müssen, speziell mitten in der Nacht, und man drei bis fünf Mal in stündlichen Abständen bei der Polizei anrufen muss, bevor – wenn man Glück hat – in den frühen Morgenstunden etwas Ruhe einkehrt. Es ist nicht zumutbar, dass die Anwohner erst schwierige Bedingungen erfüllen müssen, bevor ihnen geholfen wird. So sollen sie z.B. mitten in der Nacht, wenn sie geweckt werden, Lärmprotokolle schreiben, bei der Polizei anrufen, genau sagen, wo der Lärm herkommt, von der Polizei nachts unzweckmäßiger Weise Besuch bekommen usw..
Die oft geforderten Messungen in Dezibel machen auch nur in der Nähe der Lärmquelle Sinn. Wenn es um die Bässe geht, kann der Dezibelwert noch im Rahmen sein, der stetige dumpfe Rhythmus wird aber noch hunderte Meter weiter gehört bzw. gefühlt.

***Die Ordnungskräfte sollten zu Fuß oder besser noch mit dem Fahrrad unterwegs sein, da Polizeibeamte z.B. private Outdoor-Parties oft nicht gefunden haben, weil sie immer erst an jeder Straßenecke den Wagen ausstellen und aussteigen müssten um die Lärmquelle zu orten. Das dauert zu lange. Außerdem fallen die Ordnungskräfte zu Fuß oder auf dem Fahrrad nicht so schnell auf wie ein Streifenwagen, z.B. auch wenn Partygänger Flaschen und Böller werfen.

****Falls ein besonderes kulturelles Interesse besteht, kann man auch mal andere, lärmunterversorgte Stadtteile damit beglücken. Es muss ja nicht alles in einem dicht besiedelten Wohngebiet und noch dazu in der Nähe einer Seniorenwohnanlage mit angeschlossenem Pflegeheim stattfinden.

***** Wenn es am Wochenende mal etwas weniger Dreck gibt, liegt es daran, dass Anwohner am Wochenende im Stadtteil Müll sammeln gehen. Das ist lobenswert, aber auf Dauer keine Lösung und den Anwohnern nicht zumutbar.

******Die im Rahmen des Beteiligungsprozesses zum neuen Sicherheitskonzept angedachten Formate Bürgerpanel, Online-Dialog und Diskussionsveranstaltungen werden wahrscheinlich überwiegend von Jüngeren wahrgenommen und sicher auch von vielen Partygängern, Gastronomen etc.. Die Ergebnisse bilden dann möglicherweise hauptsächlich denjenigen Teil der Anwohnerschaft ab, der ein Interesse an der Fortsetzung des Lärms hat und/oder daran verdient und nicht den Teil der Anwohnerschaft, der sich gestört fühlt. Daher sehen wir diese o. g. Formate als kritisch an.

Die Polizei schreitet bei einer Party auf dem Küchengarten ein (2014)

Anhörung Partytourismus oder viel Lärm um nichts

Bezirksrat Linden-Limmer
Bezirksrat Linden-Limmer

Am gestrigen Mittwoch fand die monatliche Sitzung des Bezirksrates Linden Limmer im Freizeitheim statt. Der Haupttagesordnungspunkt war eine Anhörung mit dem Thema „Partytourismus im Stadtteil Linden-Nord – Bilanz 2017 und mögliche Verbesserungsmaßnahmen 2018.

Einladung: https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/TM/20180131_STBR10

Als Gäste waren dazu eingeladen Harm Baxmann (Vertreter der Aktion Limmerstraße), Hans Michael Krüger (Geschäftsführer von FAUST), drei Vertreter des Karl Lemmermann Hauses (Straßensozialarbeit auf der Limmerstraße), Guido v. Cyrson (Leiter der Polizeiinspektion West) und ein Vertreter der Asta (Uni Hannover).

Sowohl Harm Baxmann, der zwei Gastronomiebetriebe im Stadtteil betreibt und auch dort wohnt, als auch Hans Michael Krüger sehen die Entwicklung des Stadtteils eher positiv. Die Limmerstraße soll seit ca. 2005 einen Aufschwung erlebt haben, was sich bei der Gastronomie und den Ladengeschäften ersehen lässt. Das sich dadurch auch der Lärm durch höhere Besucherzahlen im Stadtteil gestiegen stellen sie nicht infrage. Auch die Fäkalienproblematik ist bekannt. Das Kulturzentrum Faust hat eine Reihe von Maßnahmen erarbeitet um diese Problematik abzumildern. Das reicht von einer besseren Beleuchtung am Ihmeufer um die Besucherströme, vielleicht auch in Richtung einer neuen Haltestelle Ihmezentrum, umzuleiten über eine Beschilderung auf den Haupteinfallsrouten bis hin zu Gesprächen mit Kiosken und dem Rewe-Markt über den Verkauf von Alkohol.

Die Vertreter des Karl Lemmermann Hauses schilderten, dass sie nicht für die Party-Touristen zuständig sind, sondern sich als Sozialarbeiter um die sogenannte Trinkerszene kümmern. Dies hat zum großen Teil auch Erfolg gehabt. Inzwischen konnten die Stunden von 10 auf nur noch 4 pro Woche gekürzt werden. Die Mitarbeiter sind im Stadtteil allerdings nur bis 18:00 Uhr aktiv.

Die Polizei schreitet bei einer Party auf dem Küchengarten ein (2014)
Die Polizei schreitet bei einer Party auf dem Küchengarten ein (2014)

Der Leiter der PI West Guido v. Cyrson gab einen ausführlichen Überblick über die Arbeit der Polizei im Stadtbezirk. Bei 44000 Soforteinsätzen im Jahr spielen bei der Polizei die etwas über 1000 Ruhestörungen nur eine untergeordnete Rolle. Vorrangig kümmert sich die Polizei um die Bekämpfung von Straftaten insbesondere Drogenkriminalität, Körperverletzungen und Sexualdelikte sind im Stadtteil problematisch. Subjektiver Eindruck der Polizei ist das sich die Tolleranz gegenüber Lärmbelästigung verändert hat und der Alkoholkonsum eine stärkere Rolle bei Sachbeschädigungen und auch beim Auftreten gegen über der Polizei spielt. Die führt auch dazu das Einsatzfahrten lieber einen Bogen um die Limmerstraße machen um dort nicht schon problematische Situationen zu provozieren die weitere Polizeikräfte binden können.

Der Vertreter der Asta könnte nur sehr wenig zur Problematik im Stadtteil sagen. Für die Erstsemester gibt es nur eine Veranstaltung, in der Regel im UJZ Glocksee, die von der Asta zentral organisiert wird. Die Studi-Touren über die Limmerstraße werden von den Fachschaften organisiert. Diese sollen nun auf die Problematik hingewiesen werden.

Nach dieser Vorstellung kamen dann die Einwohner zu Wort. Berichtet wurde von der Situation am Küchengarten, der Dornröschenbrücke, der Limmerstraße und auf den Zuwegen zur FAUST. Gemeinsamer Nenner war wie nicht anders zu erwarten, dass die Situation inzwischen nicht mehr erträglich für die Anwohner ist und etwas getan werden muss. Sicherlich kann auch jeder Bewohner selbst seinen Beitrag dazu leisten, wie Bezirksbürgermeister Grube ausführte, aber dies geht nur mit den Ansprechpartner der örtlichen Gastronomie und nicht bei den Verursachern der Lärmbelästigung.

Eine konkrete Lösung gab es bei der Bezirksratssitzung nicht. Eigentlich müsste vonseiten der Stadt dazu eigentlich schon längst ein Konzept vorliegen. Das Problem ist nicht neu, sondern beschäftigt den Stadtteil schon mehrere Jahre. Wenn man bedenkt, welche Maßnahmen man am Raschplatz schon unternommen hat, könnte man denken das Linden eben mal wieder nur an zweiter bis dritter Stelle rangiert.

Der neue Ordnungsdienst der Stadt Hannover hilft in der bisher beschlossenen Form dem Stadtteil nicht. Eine Dienstzeit von 8 – 22 Uhr, wie im letzten Lindenspiegel zu lesen war, ist gelinde gesagt weltfremd.

Letztlich kann man der Situation nur Herr werden, wenn die verschiedenen Maßnahmen koordiniert werden. Der Sicherheitsdienst des Kulturzentrums FAUST, die Sicherheitsstreife auf der Limmerstraße und auch der neue Ordnungsdienst der Stadt (sofern die Zeiten ausgeweitet werden) müssten unter einer zentralen Nummer erreichbar sein die als Ansprechpartner für die nächtliche Problematik dient. Bei massiven Verstößen, wobei die Verursacher oft noch nicht mal ein Unrechtsbewusstsein haben, sollten auch entsprechend abschreckende Strafen verhängt werden. Kein normal denkender Mensch kommt auf die Idee auf einem Platz in einem Wohngebiet mitten in der Nacht ein Konzert mit Schlagzeug und Verstärker zu geben. Zitat: „Wir wollen den Leuten doch nur eine Freude machen“.

Leider werden wohl auch in diesem Sommer noch einige Anwohner das finale Argument zu hören bekommen.

Das hier ist Linden, zieh doch weg!

Ergänzung:

Die NIL (Nachbarschaftsinittiative Linden-Nord) hat dem Bezirksrat einen ausführlichen Katalog mit Maßnahmenvorschlägen übergeben und bittet als Betroffene und gleichzeitig Experten bei der weiteren Entwicklung von Maßnahmen beteiligt zu werden.

siehe auch:

Die NIL (Nachbarschaftsinitiative Linden-Nord) hat 272 Unterschriften an OB Schostok übergeben

Dieter Kist: „kreis runde Reife“

Ausstellung: Dieter Kist – „kreis runde Reife“

Dieter Kist: „kreis runde Reife“Neue Ausstellung im Küchengartenpavillon vom 4.2. bis 20.3.2018

Dieter Kist, Jahrgang 1945, ist vielen Lindenern bekannt durch sein langjähriges künstlerisches Schaffen auf dem FAUST-Gelände, auf dem er von Anfang an ein Atelier nutzt.

In seiner Ausstellung „kreis runde Reife“ präsentiert er u.a. die Werke „Piktogramme der Buchstaben und Ziffern“ sowie „Leben im All sowie in und auf der Erde“. Sie ähneln manchmal den von Wissenschaftlern in Vorträgen gezeigten Grafiken.

„In gewisser Weise sind sie es sogar, denn Dieter Kist arbeitet seit Jahren konzentriert an seinen Themen, die er auf seine ganz spezielle Art und Weise in Bild und Text überträgt. In der Schautafel „Piktogramme der Buchstaben und Ziffern“ geht Kist zum Beispiel seinen Gedanken zu den ursprünglichen Gestaltungsvorgaben von Symbolen und umgebenden „Dingen“ nach. Den Formen und Prinzipen also, die unser Leben hervorgebracht haben und noch immer prägen.“ (Frank-Thorsten Moll, Direktor des IKOB, Museum für Zeitgenössische Kunst, Eupen/belgien)

Die farbenfrohen, meist am Computer gestalteten Werke sind ab dem 4.2.2018 im Küchengartenpavillon zu sehen.

Die Vernissage ist am Sonntag, den 4.2.2018 um 14 Uhr.

Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag und Sonntag von 14-16 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

Quartier e.V. wird institutionell durch die Landeshauptstadt Hannover, FB Bildung und Qualifizierung gefördert.

www.quartier-ev.de

10 Jahre Die Fette Caroline Kann Fliegen

Jahresabschluss-Show mit Fat Belly, C for Caroline und Ich Kann Fliegen
Samstag, 09.12.2017, Beginn 20:00 Uhr, FAUST 60er-Jahre Halle

Die Fette Caroline Kann Fliegen feiert zehnjähriges Jubiläum! Fat Belly, C For Caroline und Ich Kann Fliegen laden zur lautstarken Jahresabschluss-Show und stehen damit für nicht weniger, als ein explosives Livemusik-Dreierpack, welches beweist, dass Hannover nach wie vor zurecht als Hanover Rock City gilt.

Fat BellyFat Belly (Melodic-Punkrock)
Wer immer geglaubt hat er müsse für feinsten Melodic-Punkrock nach Skandinavien oder über den großen Teich Richtung Amerika schielen, der wird jetzt eines Besseren belehrt: Fat Belly kommen aus Hannover! Straighter Punkrock mit Attitüde, der nicht ohne Bewegung auskommt. Wer die Gelegenheit hatte, eine der über 300 gespielten Shows zu besuchen, weiß was gemeint ist. Da der Arsch schon abgespielt ist, müssen nun die Hüftknochen dranglauben. Ob 1000er-Halle oder vor fünf Leuten im Juzi um die Ecke, interessiert die Band dabei herzlich wenig. Fat Belly machen Spaß. Sie bedienen Genre-Klischees nach Belieben und sind sich für nichts zu schade. Deshalb endet jedes Konzert in einer Party.

C For CarolineC For Caroline (Power-Pop-Punk)
Man kann noch so hart gesotten, abgebrüht und festivalerfahren sein: Wenn diese Band die Bühne betritt, dann wird der Moment gefeiert – bei jedem einzelnen Song! C for Caroline sind seit Jahren ein fester Bestandteil der hannoverschen Musikszene – und sie stehen nie still. Derzeit wird am neuen Album gefeilt und erste Hörproben haben es bereits in sich. Eingängiges Songwriting und fantastische Melodien, kombiniert mit neuen Einflüssen verschiedener Stilrichtungen – C for Caroline haben sich weiterentwickelt. Schneller, lauter, energiegeladen und zum Mitgröhlen – das Quartett bringt seine Songs mit solcher Begeisterung und Energie auf die Bühne, dass Band und Publikum zur Einheit werden – bei jeder einzelnen Show! Und wenn Du denkst, Du kennst diese Band, mach Dich auf was gefasst: Jetzt geht’s erst richtig los!

Ich kann fliegenIch Kann Fliegen (Alternative Rock)
Fünf Jahre sind seit dem Erscheinen ihres Debüts vergangen – im letzten Jahr kamen Ich Kann Fliegen mit neuen Songs zurück. Lauter sind sie geworden, vielleicht auch wütender. Aber auch ehrlicher, intimer. Ich Kann Fliegen lassen uns teilhaben an ihrem Leben als Band und an ihren Gefühlswelten. Hinter den vier hannoverschen Jungs liegen turbulente Jahre mit vielen Höhen und Tiefen, und das hört man. Befreit kann die Band jetzt endlich aussprechen, was sie auf der Seele hat. Die Gitarren dürfen wieder pfeifen, die Stimmen wieder kratzen. Ich Kann Fliegen klingen mit ihren aktuellen Album “Alles Flimmert” so frisch wie nie. Und die Arbeiten am nächsten Album laufen bereits.

The Twang

The Twang – „Welcome to the Jingle“

The Twang
The Twang
Die sechste Lindener Western-Weihnacht
Donnerstag, 07.12.2017, ab 20:00 Uhr, Kulturzentrum FAUST – Mephisto

Regelmäßig betreten die ironisch-schrägen Cowboys von The Twang mitten in der Weihnachtszeit die angemessen kitschig geschmückte X-Mas-Bühne der Faust zur traditionellen Western-Weihnacht. In diesem Jahr zelebrieren die “Pioneers of Countryfication” ihre sechste Weihnachts-Show in Hannover.

Wieder jagen The Twang bekannte und unbekannte Weihnachts-Hits durch ihren mit Bourbon geölten Countryficator und fabrizieren authentisch swingende, shuffelnde und gallopierende Country-Songs, wie sie sonst nur in Texas zu hören sind. Nicht nur Klassiker des Genres von “Silver Bells” bis “Santa Baby” stehen auf dem Programm, sondern auch eine volltrunken-charmante, fast schon irische Version von “Do They Know it’s Christmas” und eine mit Wüstenstaub bedeckte Fassung von John Lennons “Happy X-Mas (War is over)” mit verstörenden Sirtaki-Anklängen.

Neben den glitzernden, aufpolierten Weihnachts-Songs werden The Twang dem Publikum an diesem Abend aber selbstverständlich auch ansprechend verpackte Song-Geschenke aus ihrer Sommer-, Herbst- und Frühjahrs-Kollektion unter den Baum legen. Und da die Cowboys vor kurzem ihr deutsch-mexikanisches Epos “Wüste Lieder” veröffentlicht haben, könnte sich die eine oder andere deutsche Perle mit Poncho auch noch in diesen Abend mogeln…

Müll auf dem Küchengarten

Die NIL (Nachbarschaftsinitiative Linden-Nord) hat 272 Unterschriften an OB Schostok übergeben

Seit 2011 befasst sich die Bürgerinitiative Linden Nord (NIL) mit den zunehmenden negativen Auswirkungen des Partyverhaltens der Gäste unter denen die Anwohnerinnen und Anwohner in Linden zu leiden haben. Wir haben ein gesetzlich verankertes Recht auf Nacht- und Sonntagsruhe und werden dies nun verstärkt durchsetzen. Lärm macht bekanntlich krank und wir sind nicht mehr bereit unsere Gesundheit den lärm- und „spaßsüchtigen“ Partygängern zu opfern. Diverse Gespräche wurden in den letzten Jahren schon mit Veranstaltern und Betreibern geführt, die, wenn überhaupt, dann nur zu kurzfristiger Entspannung der Gesamtsituation beitrugen.

Ein weiterer Schritt unserer Aktivitäten war nun die Initiierung einer Unterschriftenaktion in unserem unmittelbaren Wohnumfeld, mit dem Ziel, diese dem OB Schostock zu übergeben, um auf Ebene der Stadt um Unterstützung und Abhilfe zu werben. Bei unserer in der Hauptlärmzone durchgeführten Unterschriftenaktion im Sommer wurde deutlich, dass es nicht nur ein paar vereinzelte „Spießer“ sind, die sich gestört fühlen. Es sind mehrere hundert Menschen aller Altersstufen, die den ständigen Lärm durch FAUST-Parties, Limmern und illegale Techno-Parties an Ihme und Leine und den dadurch entstehenden Dreck nicht mehr bereit sind hinzu-nehmen.

Bei einem Gesprächstermin mit unserem Oberbürgermeister Herrn Schostok haben wir diese Unterschriftenliste übergeben und er hat uns Unterstützung bei unserem Anliegen zugesagt. Die spezielle Problematik in Linden-Nord wurde im Vorfeld schon in einem Anschreiben an den Oberbürgermeister grob beschrieben. Das Gespräch fand im neuen Rathaus statt. Dem OB sind die Probleme nicht unbekannt. Er sagte, ihm sei bewusst, dass die Feierkultur sich in den letzten Jahren verändert habe. Wir gaben zu bedenken, dass sie sich in Richtung zunehmende Rücksichtslosigkeit bewegt hat und Linden als „Hier-darf-man-alles-Zone“ behandelt wird. Er zeigte sich interessiert an unserem Anliegen und kündigte Maßnahmen zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner an. Folgende Punkte wurden besprochen:

Die Unterschriften aus der von der NIL durchgeführten Aktion und die Liste der NIL mit Maßnahmenvorschlägen wurden übergeben
Der Oberbürgermeister hat uns zugesagt, dass unser Anliegen im Rahmen des noch zu beschließenden neuen Sicherheitskonzeptes der Stadt Hannover berücksichtigt werden soll. Dieses Sicherheitskonzept sieht auch eine weit-flächige Bürgerbeteiligung vor.
Die Problematik wird im Bezirksrat verhandelt. Der bei der Besprechung anwesende Stadtbezirksmanager Herr Mingers, Nachfolger des ebenfalls anwesenden Stadtbezirksmanagers Herrn Wescher, wurde uns als Ansprech-partner genannt.

Das Ordnungsdezernat wird einbezogen.
Die NIL wünscht sich, dass zusätzliche Treffen der Beteiligten (NIL, Polizei, FAUST, ASTA, Kioskbetreiber, Kneipiers) stattfinden, um sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln.
Die Stadt Hannover bleibt mit der NIL im Gespräch.

Hannover Linden ein Stadtteil im Wandel

Hannover Linden ein Stadtteil im Wandel

Vom Arbeiterkiez zur Partymeile

Hannover Linden – ein Stadtteil voller Lebenskünstler konnte man im Merian 2012 lesen. „Linden ist eine städtische Insel, rau und pulsierend, umrahmt von Schnellstraßen und den Flüssen Leine und Ihme, mit Eigensinn und Lokalpatriotismus“ heißt es in dem Artikel. So weit mag das stimmen, nur viele Lindener beklagen das sich Linden immer mehr in eine falsche Richtung wandelt. Laut und schmutzig war Linden wohl schon immer, doch seit sich hier bei jedem Wetter die Partytouristen einfinden und hemmungslos feiern, ist das Fass am überlaufen.
Hannover Linden ein Stadtteil im WandelHaben sich die Partygänger von FAUST und Béi Chéz Heinz früher gesitteter benommen? Wohl eher nicht, nur das jetzt auch noch das viel gepriesene Limmern in Hannover Linden dazu gekommen ist. Da wird schon den Erstis eines Studienjahrgangs gesagt, dass man in Linden mal so richtig die Sau rauslassen kann. Was das für Blüten das treibt, davon kann fast jeder Stadtteilbewohner ein Lied von singen.

Eingang zur Partyzone: Schwarzer Bär
Eingang zur Partyzone: Schwarzer Bär

Partyzone Hannover Linden

Natürlich lädt der Stadtteil zum Feiern ein. Hannover-Linden ist die erste Adresse der Landeshauptstadt für eine alternative Club, Bar und Kneipenszene. Neben dem Faustgelände gibt es besonders am Schwarzen Bär, Lindener Markt und rund um das Béi Chéz Heinz am Fössebad regelmäßig klagen der Anwohner wegen lautstarker Partygänger. Einige Probleme, wie zum Beispiel der berühmt berüchtigte Prosecco-Donnerstag am Lindener Marktplatz, sind sicherlich hausgemacht. Es gibt aber auch Initiativen, um dem entgegen zu wirken. Sei es mit Appellen wie „Bitte nehmt Rücksicht auf die Nachbarn!“ oder einer Sicherheitsstreife auf der Limmerstraße.

Heinz bleibt HeinzHeinz bleibt Heinz, oder lieber nicht?

Der negative Eindruck bleibt trotz aller Bemühungen. Fragt man nach einer Petition für den Erhalt des Béi Chéz Heinz erhält man fast durchweg positive Reaktionen, außer es handelt sich um direkte Anwohner der Wege zum Club.

Das daran nicht der Betreiber schuld ist sehen die Meisten ein. Auch das mit der Schließung des Chéz Heinz das Problem nur verlagert wird ist klar. Mir den Kneipen und Clubs hat man zumindest einen Ansprechpartner, wenn es um Lärmbelästigung geht.

Limmern ohne Regeln!

Das sieht beim Limmern anders aus. Hier bleibt dem genervten Anwohner, wenn nicht gerade mal der angesprochene Sicherheitsdienst für Ruhe sorgt, nur der Anruf bei der Polizei. Eine direkte Ansprache führt häufig nur zu Gesprächen die mit dem Tenor enden: „Das ist doch Linden hier, zieh doch weg“! Nicht wenige haben das inzwischen auch gemacht. Beim Stammtisch im Lorberg haben wir letztens festgestellt, dass keiner am Tisch mehr in Linden wohnt.

Trotz dieser Problematik steigen die Immobilienpreise stetig. Für Verkäufer natürlich eine gute Sache, ist man auf Wohnungssuche sieht das komplett anders aus. Es stellt sich die Frage wieviel Gentrifizierung verträgt der Stadtteil, bis das besondere Flair verschwunden ist.

Limmerstraßenfest 2017 - Das Stadtteilfest in Hannover Linden
Limmerstraßenfest 2017 – Das Stadtteilfest in Hannover Linden

Höher, schneller, weiter …

Wie soll es weiter gehen? Deisterstraßenfest, Limmerstraßenfest, Fährmannsfest, Limmer Live, Weihnachtsmarkt, Ahrbergfest, Scillablütenfest, … Immer mehr und größere Events?

Ob ein Etat von 30.000 € für das nächste Limmerstraßenfest um noch mehr Besucher anzulocken wirklich sinnvoll ist? Gleichzeitig klagt der Veranstalter über mangelnde Unterstützung und noch dazu wird wer nicht mitmachen will als Schmarotzer bezeichnet, wie bei der HAZ nachzulesen ist. Gute Lindener Kultur ist das nicht! Das Limmerstraßenfest war mal ein Fest in Linden für Linden. Man flanierte die Einkaufsmeile entlang und traf sich hier mit vielen Bekannten an den Ständen der Vereine. Dazu zwei bis drei Bühnen mit Musik und ein paar Würstchen und Bierbuden. Wer mehr Aktion wollte, ging zum Schützenfest auf dem Küchengarten. Braucht es wirklich solche Besuchermassen wie in den letzten Jahren? Profitieren die Geschäfte davon oder verdient nur die Gastronomie? Wäre nicht vielleicht weniger wieder mehr?

Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg
Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg

Ein positives Beispiel gefällig? Weihnachtsmarkt auf dem Lindener Berg! Eine einmalige Atmosphäre mit wenig Aufwand vom Lindener Turmbiergarten organisiert. Dafür werden die kleinen Blockhütten auf dem Gelände an soziale Einrichtungen vergeben, die sich dort vorstellen und ihren Etat aufbessern können. Etwas Kleinkunst und weihnachtliche Musik dazu und fertig ist die vorweihnachtliche gemütliche Stimmung.

Wohin soll also die Reise gehen? Immer größere Events und den Linden-Hype auf die Spitze treiben oder lieber wieder an alte Lindener Traditionen anknüpfen? Ist die Stadt gefordert ein Nachtkonzept für Linden nach dem Vorbild des Raschplatzes zu entwickeln?

SLAM 2017

SLAM 2017 – Alles Ausverlauft!

SLAM 2017
Restkarten gibt es mit ein wenig Glüch an der Abendkasse!
Vom 24. bis zum 28. Oktober 2017 wird Hannover zum Austragungsort der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften. An fünf Tagen kommen die besten Performance-Poeten Deutschlands, Österreichs, Schweiz und Luxemburg zusammen, um im Einzel- und Team-Wettbewerb die Meister zu ermitteln. Dazu gibt es zwölf Vorrunden, drei Halbfinals und jeweils ein Finale im Einzel- und Teamwettbewerb. Ein Programm, das etwa 10.000 Zuschauer begeistern wird und für mehr als 25 Veranstaltungen sorgt.

Programmübersicht:

24.10. Eröffnungsgala im Theater am Aegi um 20 Uhr mit den Meistern aus dem vergangenen Jahren und Stars der Szene. Mit Sebastian 23, Philipp Scharrenberg, Team LSD, Kirsten Fuchs und Tilmann Birr.
25.10. Vorrunden 1-6 in den unterschiedlichen Spielorten auf dem Faust-Gelände jeweils um 19 Uhr und 21 Uhr
26.10. Vorrunden 7-10 und zwei Halbfinals für die Team-Wettbewerb auf dem Faust-Gelände jeweils um 19 Uhr und 21 Uhr
27.10. Drei Halbfinals in der Galerie und Orangerie in Herrenhausen um 19 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr
28.10. Das Finale im Team läuft in der Oper um 18 Uhr, im Einzelwettbewerb um 21 Uhr, beide Finals werden live ins Kulturzentrum Faust übertragen

SLAM 2017
SLAM 2017

Besondere Ideen:

Die Eröffnungsgala dient in der Regel dazu, Menschen die Vielfalt der Slam-Kultur zu zeigen. Es ist kein Wettbewerb, eher eine große Show. Man könnte den Auftakt für ein Interview mit Slam-Profis nutzen. Das Team LSD mit Volker Strübing und Michael Ebeling eignet sich dafür sehr gut. Sebastian 23 ist ein weiteres Aushängeschild, bekannt aus Funk und Fernsehen. Dazu moderiert Peter Urban, Stimme des Eurovision Song Contest. Also viele spannende Gesprächspartner.

Natürlich ist der eigentliche Wettbewerb der spannendste Teil der Meisterschaft. Wenn man an die ursprüngliche Slam-Kultur in kleinen Kulturzentren erinnern möchte, wäre die Vorrunde 4 in der Faust-Warenannahme am Mittwoch bestens geeignet. Genau dort läuft seit 2004 der Poetry Slam „Macht Worte!“, der älteste Slam der Stadt. Mit Florian Wintels startet dort auch der hannoversche Wettbewerbsteilnehmer, der gerade Landesmeister für Niedersachsen und Bremen geworden ist. Dort geht es um 21 Uhr los.

Am Donnerstag gibt es ein sogenanntes Running Mic, bei dem die Slam-Kultur direkt in die Innenstadt getragen wird. Um 16 Uhr treffen sich Slammer*innen am Schillerdenkmal und tragen ihre Texte im Wechsel von einer Kiste herab vor – analog zur Speakers Corner in London. Der Umzug führt vorbei am Kröpcke bis zum Ernst-August-Platz. Das Running Mic ist eine hannoversche Erfindung. Sie lief zuletzt 2005. Das Konzept wurde später bei Festivals in Kassel, Berlin, Bochum, Leipzig und Marburg umgesetzt. Für Fotos besonders spannend.

Am Donnerstag kann man zusätzlich die Ausstellung in der Kröpcke-Uhr besuchen. Vom 23. bis 28. Oktober stellt dort der hannoversche Fotograf und Comic-Künstler Matthias Stehr eine Auswahl seiner besten Live-Portraits der Slam-Szene vor. Seit 2005 verfolgt Stehr die Poetry Slam- und Lesebühne-Szene in Hannover. In seinen Aufnahmen fängt er mit starken Motiven die vibrierende Atmosphäre des dichterischen Wettstreits auf der Bühne ein. In seinem Fokus steht Hannovers erfolgreichster Poetry Slam “Macht Worte!” in der Faust-Warenannahme und in der Staatsoper Hannover. Seit 2006 fotografiert er auch regelmäßig bei vielen weiteren Kulturveranstaltungen sowie zahlreichen Lesebühnen und Festivals.

Am Freitag folgt das im Rahmen der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften bereits legendäre Fußballspiel. Der FK Interslam fordert die Mannschaft von Madsack & Friends heraus. Im Stadion des SV Linden 07 geht es um 14.30 Uhr beim Freundschaftsspiel um die Ehre zwischen Bühnenkünstlern und Zeitungsmachern. Im Team von Madsack-Verlagsleiter Günter Evert versammeln sich zahlreiche prominente Unterstützer – zum Beispiel Teile des Satire-Sextettes Salon Herbert Royal. Im Team des FK Interslam spielen zahlreiche bekannte Szene-Größen. Der Eintritt ist natürlich kostenlos.

Das Kulturzentrum Faust wird während der Meisterschaften zum Festivalzentrum samt Street Food-Marktplatz, Bücherbus und Ausstellungen. Von Mittwoch bis Freitag gibt es Diskussionen unter dem Titel: „Kann man davon leben?!“ – Die Talkreihe zum Slam 2017 unterstützt von der HAZ und der Neuen Presse“.

Poetry Slam? Das war doch einst der etwas zu laute Literatur-Abend in der etwas zu dunklen Kneipe. Oder? Trafen sich einst Szenekenner*innen in düsteren Bars und kantigen Kellerklubs, ist die Slam-Bewegung längst selbstbewusst in der Hochkultur angekommen. Renommierte Verlage veröffentlichen Slam-Texte, Slammer*innen gewinnen den Ingeborg-Bachmann-Preis und repräsentieren die Bundesrepublik bei internationalen Literatur-Messen und die Veranstalter*innen großer Festivals von Wacken bis zum Open Flair hofieren die Stars des Genres. Viele Bühnenkünstler*innen starten ihre Kabarett- und Comedy-Karrieren auf Slam-Brettern. Und waren da nicht gerade wieder solche Slammer bei der „heute-show“? Beim Böhmermann? Bei Markus Lanz? Und füllen viele Slam-Veranstalter*innen nicht längst noble Opern- und Theaterhäuser? Solche Fragen und mehr gilt es, beim Talk zur Meisterschaft 2017 zu beantworten. Wie gehen die Protagonist*innen mit dieser Entwicklung um? Ist die Hochkultur das konsequente Ergebnis der einstigen Pionierarbeit ein paar ambitionierter Kultur-Punks – oder die handelsübliche Vermarktung durch den stets agilen Kulturfabrik-Betrieb und des Kreativwirtschafts-Booms? Wie haben sich Verlage, Agenturen und Slammer*innen selbst in den letzten Jahren professionalisiert? Was können etablierte Veranstalter*innen von der Slam-Kultur lernen? Und wie sieht ein Slam-Unternehmen 2017 aus – und! – jaja! – Kann man davon leben? Wir klären das.
Mittwoch, 18 Uhr: Im Gespräch mit aktiven Poetry Slammer*innen (u.a. Christian Ritter, Christian Meyer) im Innenhof des Kulturzentrums Faust.
Donnerstag, 18 Uhr: Im Gespräch mit dem Team Kampf der Künste aus Hamburg im Innenhof des Kulturzentrums Faust.
Freitag, 18 Uhr: Im Gespräch mit Karsten Strack (Lektora Verlag), Volker Surmann (Satyr Verlag) und Dominik Bartels (Blaulicht-Verlag) zwischen Orangerie und Galerie Herrenhausen.

Dazu gibt es exklusive Lesungen im Mephisto, täglich um 16 Uhr, u.a. mit Sebastian 23, der sein neues Buch vorstellt und Frank Klötgen, dazu eine kleine, feine Hannover-Bühne im Lindener Kesselhaus, täglich um 17 Uhr.

Weitere Infos unter www.slam2017.de

SLAM 2017

SLAM 2017 – Das Festival

SLAM 2017
SLAM 2017

Street Food-Marktplatz, Lesungen, Ausstellungen, Autogramm-Stunden, Bücherbus, Meet & Greet-Zelt und vieles mehr

BEGINN: 14 Uhr
Eintritt: frei
ORT: All Areas

Vom 24. bis 28. Oktober 2017 verwandelt sich das Kulturzentrum Faust in das Festival-Zentrum für Europas größtes Live-Literatur- Event, wenn der SLAM 2017 zu Gast ist. Dabei wird die Faust nicht nur zum Schauplatz und Herzstück der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften, sondern auch zum Meeting Point für die junge literarische Szene aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Luxemburg. Über 300 Poetinnen und Poeten und Veranstalterinnen und Veranstalter finden sich ein, bereiten sich auf den Wettbewerb vor und feiern anschließend gemeinsam.

SLAM 2017
SLAM 2017

Zu bestaunen sind zehn Vorrunden im Einzel-Wettbewerb, zwei Halbfinals im Team-Wettbewerb, ein buntes Rahmenprogramm mit Slammie-Verleihung, Aftershow-Partys, Hannover Locals-Lesungen im Kesselhaus, Autogramm-Stunden mit den Stars der Szene im Mephisto, Foto-Ausstellungen von Marvin Ruppert und Matthias Stehr, Talk-Reihen am Bücherbus, Meet & Greet-Zelt und Street Food-Marktplatz.
Herzlich Willkommen zum SLAM 2017!

Alle Informationen unter: www.slam2017.de

Kesselhaus Linden

Neue Termine der Veranstaltungsreihe „Arbeiterleben in Linden“

Im Oktober setzen die Initiative „Lebensraum Linden“ www.lebensraum-linden.de und die Buchhandlung DECIUS in Linden ihre gemeinsamen Literatur-Veranstaltungen fort. Die Veranstaltungsreihe „Arbeiterleben in Linden beleuchtet das Leben im Linden der letzten 200 Jahre, also im Industriezeitalter. Ein Schwerpunkt liegt dabei nicht nur terminlich im Oktober mit Veranstaltungen am 12., 15. und 26.10.2017.

Heidi Rosenbaum: Proletarische Familien im frühen 20. Jahrhundert

Heidi Rosenbaum korrigierte 1992 mit ihrer Untersuchung „Proletarische Familien“ das in den Sozialwissenschaften lange tradierte Bild der Arbeiterfamilien und -väter. Selbst im sozial recht homogenen, als sozialdemokratische Hochburg geltenden Untersuchungsort Linden ließen sich verschiedene proletarische Milieus und Orientierungen identifizieren. Welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben, berichtet Frau Rosenbaum, die bis zu ihrer Pensionierung 2006 als Professorin für das Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen tätig war. Seit 1999 war sie Leiterin des Projekts „Kinderalltag im Nationalsozialismus“.

Lesung am Donnerstag, den 12.10.17 um 19.30 Uhr
in der Buchhandlung DECIUS, Falkenstraße 10
Eintritt frei, Voranmeldung: Tel. 0511 / 44 18 93

Kesselhaus Linden
Kesselhaus Linden

Günter Müller, DGB-Chor Hannover & Manfred Wassmann: Kultur im Kesselhaus
„Fabrik – Feder – Lesen – nach Noten“

Lesungen und Gesang am Sonntag, den 15.10.17 um 11.00 Uhr
im ehem. Kesselhaus der Bettfedernfabrik „Werner & Ehlers“ (FAUST-Gelände)
Eintritt frei

Das Kesselhaus auf dem Gelände der ehemaligen Bettfedernfabrik Werner & Ehlers ist ein wichtiges Wahrzeichen der Industrialisierung in Linden. Als einer der letzten Zeugen erinnert es an eine Industriekultur, die diesen Stadtteil rund 150 Jahre lang geprägt hat. Bei einer Sonntagsmatinee stehen der Standort, seine Geschichte und das Leben in Linden-Nord im Mittelpunkt, der Arbeitstitel „Fabrik – Feder – Lesen – nach Noten“ deutet den Spannungsbogen an, der geschlagen werden soll. Spielen mit Worten und Tönen in der alten Lindener Fabrik, ein „Kammerkonzert“ der Worte und Klänge. In Kooperation mit dem Kulturzentrum FAUST e.V., der FAUST-Stiftung, der Kesselhaus-Initiative, dem Stadtbezirksrat Linden-Limmer, der Linden-Limmer-Stiftung und der Hannoverschen Volksbank

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe „Arbeiterleben in Linden“

  • 26. Oktober Harri Weigelt: Zeitzeugengespräch zum 95. Geburtstag
  • 23. November Horst Bohne: Die Schwanenburg