Eröffnung durch Bezirksbürgermeister Rainer Grube

Gedenken an Egon Kuhn

Am Sonntag, den 10.02.2019 fand in seinem Freizeitheim die Gedenkfeier für Egon Kuhn statt. Viele hundert Lindener waren gekommen, um sich vom roten Egon zu verabschieden. Der große Saal reichte für die Gästeschar nicht aus, daher wurde die Veranstaltung auch noch per Video in das Ferry übertragen. Auch dort blieb kaum ein Platz unbesetzt.

Neben vielen bewegenden Reden der Weggefährten von Egon konnten die Anwesenden in Bild und Film den Werdegang noch einmal ansehen. Vom glühenden Hitlerjungen über die Marine HJ und sogar einer kurzen Zeit in der SS wurde aus Egon ein linker Demokrat, der nie auf den Mund gefallen war. Obwohl doch eigentlich aus Osnabrück prägte er wie kein Anderer seinen Stadtteil Linden. Als langjähriger Leiter des Feizeitheims Linden zog er von dort aus seine Fäden sogar bis in die Stadtpolitik und auch darüber hinaus. Wie Herbert Schmalstieg nochmal so schön ausführte, wäre er wohl ohne Egon nicht der jüngste Oberbürgermeister von Hannover geworden.

Zwischendurch trugen Michael und Welislawa Letz einige von Egons Lieblingsliedern vor, den Schlusspunkt setzte das Lied „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ mit dem sich alle gemeinsam von einem echten Kämpfer verabschiedeten.

Obwohl, ein richtiger Abschied ist es doch nicht, wie Edelgard Bulmahn so treffend formulierte. Zwar werden wir Egon in nächster Zeit nicht mehr persönlich treffen, aber sein Geist wirkt in Linden weiter.

Also Venceremos, Egon!

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit

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Lesung - Gelebtes Leben

Emma Goldman – Gelebtes Leben

Lesung - Gelebtes Leben

Anarchistin, Friedensaktivistin, Feministin
Lesung und Vorstellung eines widerständigen Lebens durch Hanna Mittelstädt
Annabee Buchladen, Stephanusstraße 12-14, Hannover
Mittwoch, 6. März 2019, 19:30 Uhr

Die »Rote Emma« war zu ihren Lebzeiten eine verehrte und gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Reden für die Rechte der Arbeiter*innen, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht. 1886 war sie im Alter von 17 Jahren aus Russland in die USA emigriert. Als Textilarbeiterin in New York lebte sie mitten im sozialen Elend und gelangte in anarchistische Kreise. Sie erkannte bald ihr rhetorisches Talent und setzte es in landesweiten Agitationsveranstaltungen ein. Sie wurde mehrmals zu Gefängnisstrafen verurteilt, verfasste revolutionäre Schriften. 1919, im Zuge der Kommunistenhetze, wurde sie mit anderen Genossen aus den USA nach Russland deportiert. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, floh sie nach Frankreich, wo sie in den 20er Jahren ihre Autobiografie »Gelebtes Leben« schrieb, Zeugnis einer kämpferischen, mutigen und unabhängigen Frau. 1936 nahm sie an der spanischen Revolution teil. 1940 starb sie vereinsamt in Toronto. Auf ihrem Grabstein steht ein Zitat von Charles Caleb Colton: »Freiheit steigt nicht zu einem Volk herab, ein Volk muss sich selbst zur Freiheit erheben«.

»Es ist das Selbstporträt einer Frau, die zwischen dem Wunsch nach sexueller und persönlicher Erfüllung und dem Drang, gegen Unterdrückung zu kämpfen, hin- und hergerissen ist. Vor allem hinterlässt es grenzenlose Bewunderung für eine Frau, die gegen alle Widerstände immer ihren eigenen Weg gegangen ist.« Missy Magazine

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