Ein Stolperstein für Franz Nause

Franz Nause wurde am 15.2.1903 in Achtum bei Hildesheim geboren und kam in frühen Jahren nach Limmer. Als Schlosserlehrling trat er mit 15 Jahren in die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) ein. Mit 18 Jahren wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Später trat er auch dem Reichsbanner, einer Schutzorganisation der Weimarer Republik gegen die Nazis, bei. Franz Nause gehörte neben Werner Blumenberg zu den Köpfen der sozialdemokratischen Widerstandsorganisation „Sozialistische Front", der wohl größten regionalen Widerstandsorganisation Deutschlands . 1936 wurde er verhaftet und 1937 vom Volksgerichtshof Berlin als Rädelsführer wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1940 saß er im Zuchthaus Hameln ein, wurde dann in das Zuchthaus Brandenburg-Görden verlegt, wo er 1943 an den Folgen von Misshandlungen und jahrelanger Unterernährung am 20.3.1943 verstarb. Seine Urne wurde auf dem Ricklinger Stadtfriedhof beigesetzt.

Der Stolperstein ist verlegt

Der Stolperstein ist verlegt

Ein Dank aus Linden

Ein Dank aus Linden

Egon Kuhn und Gunter Demnig

Egon Kuhn und Gunter Demnig

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http://www.youtube.com/watch?v=iTJKN_SLZmw 

1950 wurde in Limmer der ehemalige Gartenweg in Franz-Nause-Straße umbenannt.

Mehr zum Projekt Stolpersteine unter: www.stolpersteine.com

Rechtsextremismus im Stadtbezirk Misburg-Anderten

Wolfgang Freter, Leiter des Bereichs Rechtsextremismus imniedersächsischen Innenministerium, berichtete laut HAZ bei derAnhörung, es gebe weder in Misburg noch im übrigen Stadtgebiet vonHannover organisierten Rechtsextremismus. Es gebe aber Cliquen und eineSubkultur, die mit rechtem Gedankengut sympathisiere. Einen Schwerpunktder rechten Szene sehe er, Freter, derzeit im Bereich Seelze undWunstorf.
Angesichts dieser qualitativen und regionalen Zuordnungen vonAngehörigen und Aktivitäten der rechtsextremen Szene frage ich dieLandesregierung:

Welche Erkenntnisse veranlassen das niedersächsische Innenministeriumzu der Wertung, dass es weder in Misburg noch im übrigen Stadtgebiet"organisierten Rechtsextremismus" gebe?
Welche Vorkommnisse und Fakten aus der jüngeren Vergangenheit undaktuell begründen – im Unterschied zu Misburg und dem übrigen Hannover- die Aussage des Niedersächsischen Innenministeriums, dass derzeitSeelze und Wunstorf einen Schwerpunkt der rechten Szene bilden?
Welche Maßnahmen hat das Innenministerium bereits veranlasst und/oderwird es ergreifen, um mit einem abgestimmten Vorgehen zu verhindern,dass der Bereich Seelze/Wunstorf zu einer "rechten Hochburg" wird?

Innenminister Uwe Schünemann beantwortete namens der Landesregierung die Kleine Anfrage des Abgeordneten wie folgt:

Am 03.03.2010 fand im Rathaus Misburg eine Anhörung gem. §§ 31 und 35der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover zu demThema "Ob, bzw. in welchem Ausmaß es Rechtsextremismus im StadtbezirkMisburg-Anderten gibt" statt. An dieser Veranstaltung und deranschließenden Bürgerfragestunde haben u.a. Vertreter derNiedersächsischen Verfassungsschutzbehörde und der Polizei teilgenommen.

Dieses vorausgeschickt, beantworte ich die Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Zu 1:Der Vertreter des Verfassungsschutzes führte aus, dass im StadtbezirkMisburg-Anderten keine rechtsextremistischen Organisationsstrukturen zuregistrieren seien. Auf die Situation in Hannover bezogen, verwies erauf die "Freien Kräfte Hannover" und den NPD-Unterbezirk Hannover, vondem derzeit jedoch keine besonderen Aktivitäten ausgingen. Darüberhinaus sprach er rechtsextremistische Internet-Präsenzen an, die fürHannover auf einen organisierten Rechtsextremismus hindeuten.

Zu 2:Im Rahmen der Bürgerfragestunde wurde der Vertreter derNiedersächsischen Verfassungsschutzbehörde um Auskunft gebeten, welcheStadtteile der Landeshauptstadt besonders problematisch im Hinblick aufrechtsextremistische Aktivitäten seien. In seiner Antwort wies erdarauf hin, dass der "organisierte Rechtsextremismus" im gesamtenStadtgebiet derzeit eine eher untergeordnete Rolle spiele und setztediese Feststellung in Relation zur rechtsextremistischen Szene in derRegion Seelze/Wunstorf, wo in der jüngeren Vergangenheit eine ca. 10-bis 15-köpfige Gruppe unter den Bezeichnungen "Freie NationalistenSeelze" bzw. "Freie Kräfte Hannover Umland" öffentlichkeitswirksam inErscheinung getreten ist. Die Feststellung, dass es sich bei derneonazistischen Szene in Seelze/Wunstorf um einen Schwerpunkt desRechtsextremismus in Niedersachsen handele, wurde nicht getroffen undwäre nach Einschätzung des Verfassungsschutzes auch nicht zutreffend.

Die Polizei teilt diese Einschätzung. Eine überproportionale Begehungvon Straftaten durch Mitglieder der rechtsextremistischen Szene indieser Region ist bislang ebenfalls nicht festzustellen.

Zu 3:Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages klärt die NiedersächsischeVerfassungsschutzbehörde seit Jahren die Öffentlichkeit überverfassungsfeindliche Bestrebungen auf und erfüllt somit auchpräventive Aufgaben bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus.

Die einzelnen Maßnahmen, die in einem umfassenden Gesamtkonzeptdurchgeführt werden, werden durch die in der Verfassungsschutzabteilungeingerichtete Niedersächsische Extremismus-Informations-Stelle (NEIS)aufeinander abgestimmt und mit den vielfältigen in Niedersachsen imBereich der Prävention tätigen Institutionen und Vereinen vernetzt

So haben Mitarbeiter des Landespräventionsrates (LPR), der über denFachbeirat der Clearingstelle eng mit dem Verfassungsschutzzusammenarbeitet, bereits mehrfach – zuletzt im Februar 2010 – imBereich Seelze/Wunstorf Informationsveranstaltungen zum ThemaRechtsextremismus durchgeführt und Aufklärungsarbeit sowieUnterstützung bei Problemen mit rechtsextremistischen Aktivitäten vorOrt geleistet.

Zur gleichen Zeit war die von der NiedersächsischenVerfassungsschutzbehörde konzipierte und seit 2005 kontinuierlichgebuchte Wanderausstellung "Verfassungsschutz gegen Extremismus -Unsere Demokratie schützen" vom 08. bis 19.02.2010 im Rathaus Seelze zusehen. Die Ausstellung gibt unter anderem einen Überblick über dieaktuellen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und richtet sichvorrangig an Schüler und Jugendliche. In Führungen durch geschulteMitarbeiter der Verfassungsschutzabteilung wurden im o. g. Zeitraumüber 400 Besucher durch die Ausstellung geführt.

Die Wanderausstellung war zudem auf Einladung der örtlichen Initiativegegen Rassismus "Die weiße Rose e.V." vom 15. bis 24.05.2008 in derStadtkirche Wunstorf zu Gast.

Am 21.08.2009 führte dieser Verein darüber hinaus in Wunstorf eineInformations- und Vortragsveranstaltung zum Thema Rechtsextremismusdurch, die ebenfalls durch einen Referenten des Verfassungsschutzesunterstützt wurde.Durch die Polizeidirektion Hannover werden die in der "Rahmenkonzeptionzur Intensivierung der Bekämpfung von Rechtsextremismus,Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und sonstiger politischmotivierter Kriminalität rechts-" vorgesehenen Maßnahmen konsequentauch im Bereich Seelze / Wunstorf umgesetzt.

Insbesondere wurdenfolgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Auswertung von Ermittlungsverfahren und sonstigen polizeilichen Lageberichten zur Detektierung von rechtsextremistischen Strukturen und Personenzusammenhängen
  • Gefährderansprachen bei erstmalig auftretenden Jugendlichen / Jungerwachsenen bzw. sonstig bekannten Personen des rechtsextremistischen Spektrums
  • Aufklärungsmaßnahmen im Zusammenhang mit demonstrativen Aktionen
  • Auswertung rechtsorientierter Internetseiten
  • Erstellung von regelmäßigen / anlassbezogenen Lagebildern
  • Kontaktaufnahme / Zusammenarbeit mit dem Landespräventionsrat des Niedersächsischen Justizministeriums, der "AussteigerhilfeRechts" sowie benachbarten Behörden und Institutionen

Teilnahme / Mitwirkung an Stadt- und Bezirksratssitzungen sowie so genannten "Runden Tischen" auf örtlicher Ebene

PM: Nds. Ministerium für Inneres, Sport und Integration

Kein „Bock“ auf Nazis

GRÜNE JUGEND Hannover fordert Aktionsplan gegen Rechtsextremismus

In den vergangenen Tagen verteilten Neonazis die rechtsextreme Zeitung „Bock– Das Sprachrohr der Gegenkultur“ mit einer Auflage von 20.000 Stück anSchulen in der Region Hannover. Ihre rassistische Hetze soll Jugendliche zum„nationalen Widerstand“ aufrufen, um die rechte Szene in Hannover zustärken. Dank einer Formalie- die Herausgeber wurden nicht genannt- ist nunklar, dass das Heft nicht weiter verteilt werden darf, es verstößt gegen dasPresserecht. Trotzdem wird die Gefahr, die von Nazis ausgeht durch dieseAktion wieder einmal deutlich.

Die GRÜNE JUGEND Hannover setzt sich für einen kommunalen Aktionsplan gegenNeonazis ein und fordert eine entschiedene Positionierung der Stadtpolitikgegen rechtsextreme Strukturen in Hannover. Projekte wie „Schule ohneRassismus – Schule mit Courage“ müssen gefördert werden, um auf rassistischeund antisemitische Bewegungen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren.Der Kampf gegen Rechts darf nicht nur aus linken Gruppierungen kommen,sondern muss von der gesamten Gesellschaft getragen werden.„Zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf People of Color, Menschen mitMigrationshintergrund und Antifaschist_Innen in den vergangenen Monaten undAktionen wie die Verteilung des „Bocks“ zeigen, dass sich die Probleme mitRechtsextremismus nicht ignorieren lassen. Wir müssen ein klares Zeichengegen Nazis und ihre menschenverachtende Propaganda setzen.“, erklärt LaraJil Dreyer, Pressesprecherin der GRÜNEN JUGEND Hannover.

Rechtsradikale verteilen Propagandazeitschrift „Bock“ an Schulen in Hannover

Neonazis haben in dieser Woche in der Region Hannover vermutlich mehrere tausend rechtsextreme Zeitungen an Schüler verteilt. Die zunehmend aggressiven Methoden, mit denen Neonazis an HannoversSchulen für ihre Ziele werben, sorgen für Beunruhigung und Empörung beiLehrern, Politikern und Jugendlichen. Eine zehn- bis 15-köpfige Gruppeschwarz gekleideter Personen hatte sich am Donnerstag am Schulgeländeder IGS Kronsberg in Bemerode versammelt.

Artikel in der HAZ:

Stolpersteine werden zum vierten Mal in Hannover verlegt

Am 22. und 23. März (Montag und Dienstag)werden in Hannover zum vierten Mal Stolpersteine verlegt. Stolpersteineerinnern an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischenGewaltherrschaft geworden sind. Die Betonsteine werden an ihrem letztenselbst gewählten Wohnort in Hannover in den Fußweg eingelassen. EineMessingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hierwohnte…" den Namen, den Geburtstag sowie die Umstände des Todes.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator derStolpersteine, wird in Zusammenarbeit mit dem städtischen FachbereichTiefbau insgesamt 13 Steine an neun Orten verlegen:

Montag, 22. März 2010

14.00 Uhr, Lechstraße 2, für Fritz Meyerhof und Käthe Meyerhof, geb. Ehrlich (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
14.15Uhr, Podbielskistraße 36, für Gustav Rüdenberg und Elsbeth Rüdenberg,geb. Salmony (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Vahrenwald-List;
14.45Uhr, Burgstraße 36, für Herschel Grünspan und Esther Grünspan (alsJuden verfolgt), Stadtbezirk Mitte; 15.15 Uhr, Johann-Trollmann-Weg,für Heinrich Trollmann (als Sinti verfolgt), Stadtbezirk Mitte;
15.45 Uhr, Kesselstraße 19, für Franz Nause (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Linden-Limmer

Dienstag, 23. März 2010

9.30 Uhr, Hildesheimer Straße 109, für Rosa Abrahamsohn (als Jüdin verfolgt), Stadtbezirk Südstadt-Bult;
10.00Uhr, Hildesheimer Straße 377, für Salomon Grünberg und Else Wertheim,geb. Grünberg (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
10.30Uhr, Kirchröder Straße 100, für Otto Rischbieter (als"Wehrkraftzersetzer" verfolgt), StadtbezirkKirchrode-Bemerode-Wülferode;
11.00 Uhr, Anderter Straße 140, für Anton Macioszyk (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Misburg-Anderten

Bei der Verlegung der Stolpersteine werdenVertreterInnen der Stadtbezirksräte, der Deutsch-IsraelischenGesellschaft, des Stadtarchivs und des städtischen Fachbereichs Bildungund Qualifizierung anwesend sein. Interessierte sind eingeladen,teilzunehmen. Mit den neuen Steinen erinnern in Hannover dann insgesamt85 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.

Rechtsextreme stören Mahnwache – 26 Festnahmen

Die Polizei hat Freitagabend gegen 18:00 Uhr insgesamt 26 Personen der rechtsextremen Szene vorläufig festgenommen. Die Gruppe war offenbar auf dem Weg zu einer Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt am Kantplatz (Kleefeld).

Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten" hatte für den gestrigen Abend von 18:00 bis 19:00 Uhr eine Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt angemeldet. Insgesamt nahmen an der genehmigten Kundgebung etwa 55 Personen teil. Kurz vor Beginn der Veranstaltung stiegen zirka 30 dunkel gekleidete Personen aus einer Stadtbahn an der Haltestelle "Kantplatz" und bewegten sich geschlossen in Richtung der Versammlung. Hierbei skandierten sie lautstark rechte Parolen und beabsichtigten offensichtlich, die Mahnwache massiv zu stören. Dank des schnellen Eingreifens vor Ort befindlicher Polizisten konnte einedirekte Konfrontation der beiden Gruppierungen verhindert werden. Insgesamt wurden 26 männliche Personen ( drei Jugendliche, neun Heranwachsende und 14 junge Erwachsene ) vorläufig festgenommen. Die Festgenommenen sind der Polizei als Angehörige des rechtsextremen Spektrums aus Hannover, Celle und Schaumburg bekannt. Gegen alle wirdnun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Darüber hinaus muss sich ein 26-jähriger Hannoveraner aus dieser Gruppe wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung verantworten. Er hatte sich gegen die vorläufige Festnahme gewehrt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die jungen Männer wieder entlassen.

Gedenkstätte Bergen-Belsen erhält Bundesförderung

Überlebendenverbände begrüßten die Unterzeichnung. "Ich sehe mit großerZufriedenheit, dass unser Vermächtnis so auf lange Zeit durch dieGedenkstätte Bergen-Belsen weiter getragen werden kann", sagte SamBloch, der Vorsitzende der World Federation of Bergen-Belsen SurvivorAssociations.

Bergen-Belsen ist international ein Symbol für dienationalsozialistischen Verbrechen. In dem Kriegsgefangenen- undKonzentrationslager kamen zwischen 1941 und 1945 mehr als 70.000Menschen um. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen erinnert daran seit 1952.Im Oktober 2007 konnte hier ein neues Dokumentationszentrum als Archivder Erinnerung eröffnet werden, das vom Land Niedersachsen und dem Bundumfangreich gefördert worden ist.

Trägerin der Gedenkstätte ist die 2004 gegründete Stiftungniedersächsische Gedenkstätten, deren Stiftungsratsvorsitzende dieNiedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann ist. DasLand Niedersachsen fördert die Arbeit der Stiftung langfristig.Grundlage für die anteilige institutionelle Bundesförderung ist die imNovember 2008 vom Bundestag mit großer Mehrheit beschlosseneGedenkstättenkonzeption unter dem Titel "Verantwortung wahrnehmen,Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen". Sie schreibt die seit1999 bestehende Gedenkstättenkonzeption fort.

Detaillierte Informationen zur Stiftung niedersächsische Gedenkstätten sind unter www.stiftung-ng.de nachzulesen.

Weiterführende Informationen zur Gedenkstätte Bergen-Belsen gibt es unter www.bergen-belsen.de im Internet.

Zum Gedenken an die Ermordung der Sinti in Auschwitz

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Ahlem
Doris Klawunde, Stellvertretende Regionspräsidentin und Bernd Strauch,Bürgermeister der Stadt Hannover, werden am Mittwoch gemeinsam mitVertretern des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti in derGedenkstätte Ahlem der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma gedenken.
Die Kranzniederlegung findet statt am Mittwoch, dem 03. März 2010, Beginn: 15.00 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergalle 8, Hannover-Ahlem.

Eine weitere Kranzniederlegung findet um 16.00 Uhr am Mahnmal desehemaligen Bahnhofs Fischerhof statt. Im Anschluss wird an der heutigenUmsteigeanlage Bahnhof Linden/Fischerhof eine neue Gedenktafelenthüllt.

Zum Anlass:
Am 16. Dezember 1942 befahl Heinrich Himmler die Deportation sämtlichernoch im Reichsgebiet lebender Sinti und Roma in das VernichtungslagerAuschwitz-Birkenau. Mit diesem so genannten "Auschwitz-Erlass" leiteteer die Endphase des systematischen, rassistischen Völkermords an denSinti und Roma ein.

Ab März 1943 wurden Tausende Menschen nach Auschwitz-Birkenau in denvon Himmler zynisch "Familienlager" benannten Abschnitt B deportiert.Viele starben schon nach wenigen Wochen an den schlimmenLebensbedingungen oder unter den Gewalthandlungen der Bewacher. In derNacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten 2.900 Sinti undRoma aus diesem Lagerabschnitt ermordet. Alleine in Auschwitz kamenüber 20.000 Sinti und Roma ums Leben.

Einladung an Jugendliche zum Internationalen Jugendworkcamp Bergen-Belsen

In den Osterferien vom 22.3. bis 1.4.2010 findet aufdem Gelände desehemaligen Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen das internationale jugendworkcamp Bergen-Belsenstatt.  60 Jugendlichen aus Osteuropa, Israel, Südafrika, Niederlandeund Deutschland beschäftigen sich anschaulich mit der Nazi-Geschichtebis hin zu den aktuellen Neonazi-Strukturen und antifaschistischemWiderstand.

Im Workcamp wird die Geschichte der ehemaligen Lager erkundet, Zeitzeugen sprechen über die erlittene Verfolgung durch Nazis, esgibt Möglichkeiten künstlerisch oder journalistisch oder handwerklichzu arbeiten. Die Jugendlichen informieren sich bei Flüchtlingen überden alltäglichen Rassismus und lernen antifaschistisches Handeln vonJugendlichen kennen. Und nebenbei findet ein spannendes Kennenlernender Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern statt.

Jugendlichezwischen etwa 16 bis 26 Jahre sind zur Teilnahme eingeladen. Das ganzekostet mit Vollverpflegung und Programm nur 90 Euro. Auch in finanziellschwierigen Fällen finden wir einen Weg.

 Jugendworkcamp Bergen-Belsen (pdf)

Mehr Infos: www.jugendarbeit-in-bergen-belsen.de oder antifa.sfa.over-blog.com

Information undAnmeldung bei:

DGB-Jugend, H-D Charly Braun
Otto-Brenner-Str. 7, 30159 Hannover
Tel. 0511-12601-61
zug_der_erinnerung@yahoo.de

Mahnwache und Demo am 05. & 06. März

Hannover Calling

Hannover Calling

Mahnwache gegen rechte Gewalt 05. März 18 Uhr Kantplatz

Demonstration: 06. März 14 Uhr Steintorplatz

Immer öfter werden Menschen, dienicht ins Weltbild der Neonazis passen,angegriffen. Im Jahr 2008 gabes etwa 20.400 rechte Straftaten. Seit1990 wurden etwa 190 Menschenbundesweit von Neonazis sogar ermordet.Angesicht dieser Situation ist dieGleichstellung von AntifaschistInnenmit Nazis unter dem Begriff „extremistischeGewalt“ durch die FamilienministerinKristina Schrödereine grundsätzlich verfehlte Politik,welche die rechte Gewalt gegenüberMenschen herunter spielt.Dies zeigt ein aktueller Fall rechterGewalt in Hannover. In der Silvesternachtfand in der Innenstadt ein brutalerÜbergriff von Neonazis auf einen18-jährigen statt. Eine Gruppe vonetwa acht Männern schlug auf denJugendlichen ein. Er erlitt Verletzungenam Kopf. Gegen zwei bekannteNeonazis aus Wunstorf und Kleefeldläuft nun eine Anzeige wegen schwererKörperverletzung. Weitere Täterkonnten jedoch nicht ermittelt werden,da die Polizei trotz vieler Aufforderungendes Betroffenen die Videobänderder Üstra nicht sicherte.Dies zeigt, dass die Polizei, aber auchMedien und Politik das Thema RechteGewalt längst nicht so ernst nehmen,wie sie es sollten. Ein solches Fehlverhaltenvon der Polizei muss Konsequenzenhaben!