Flucht Ucieczka

Dokumentartheater: Ucieczka-Flucht

Flucht Ucieczka
Flucht Ucieczka

Dokumentartheater reist im Güterzug von Polen nach Niedersachsen
Aufführungen am Güterbahnhof Hannover-Linden

Der Zweite Weltkrieg vertrieb Millionen von Menschen aus ihrer Heimat. Das Theater Das Letzte Kleinod ging zusammen mit dem polnischen Theater Gdynia Glowna auf Spurensuche in Russland, Polen und Deutschland und befragte Zeitzeugen, wie sie als Kind ihre Flucht erlebt haben. Aus den Geschichten entstand ein dokumentarisches Theaterstück, das in diesem Sommer in einem Güterzug an zehn Bahnhöfen in Polen und Deutschland gespielt wird. Vom 13. bis 15. August 2016 gastiert der Theaterzug am Güterbahnhof von Hannover-Linden.

Der junge Rotarmist sollte ein Lebensmittellager in der Nähe der umkämpften Stadt Berlin bewachen. Aber er verteilte das Dosenfleisch stattdessen an die hungernden Flüchtlinge. Ein russisches Mädchen flüchtete mit ihrer Familie vor den Deutschen aus dem zerstörten Waldai und bekam schließlich eine Wohnung in Königsberg zugewiesen. Doch zuerst mussten sie ein totes Pferd zur Seite schaffen, das im Treppenhaus des neuen Quartiers lag. Eine Frankfurterin hatte als kleines Kind miterlebt, wie sich die komplette Belegschaft eines Gutshofes in Ostpreußen auf dem Dachboden der Scheune aufhängte. Auch ihre eigene Mutter nahm sich dabei das Leben. Das sind nur drei von Dutzenden von Geschichten, welche die Theatermacher auf ihrer Recherchereise sammelten.

Theaterszene: Ucieczka-Flucht
Theaterszene: Ucieczka-Flucht

Noch heute sind diese Erlebnisse bei der älteren Generation allgegenwärtig. Zeitzeugen in Kaliningrad, Gdynia, Frankfurt/Oder und Niedersachsen erzählten von ihren traumatischen Erinnerungen. Oft waren diese Gespräche von Tränen begleitet. Das erstaunt kaum, denn eine Aufarbeitung fand nach dem Ende des Krieges nicht statt. Jetzt sollen diese Erzählungen an einem Ort inszeniert werden, der wie kein anderer für die Geschichte der Flucht steht. Fast jeder der Zeitzeugen erzählte von tagelangen Transporten auf der Eisenbahn. Das Stück wird deshalb in vier alten Güterwaggons aufgeführt, die für das Theaterstück von einer slowakischen Bahngesellschaft angemietet wurden. Die Aufführungen finden an zehn Güterbahnhöfen zwischen Pommern und Niedersachsen statt. Die Stadt Hannover steht in besonderer Beziehung zum ehemaligen Ostpreußen. Nach dem Krieg gehörte Niedersachsen zu den Hauptansiedlungsgebieten von Geflüchteten aus Ostpreußen. Von Hannover aus wurden die Flüchtlinge in das ganze Land verteilt.

Die Theatervorstellung „Ucieczka-Flucht“ wird am 13., 14. und 15. August 2016 jeweils um 19:00 und um 20:30 Uhr am Güterbahnhof Hannover-Linden (Zufahrt über Fischerhof) gespielt. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, wird eine vorige Reservierung empfohlen. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.das-letzte-kleinod.de. Das Projekt wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, vom MWK Niedersachsen und von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Das Theater Das Letzte Kleinod hat sich mit dokumentarischen Stücken an originalen Spielorten international einen Namen gemacht. Die Projekte werden mit dem Ozeanblauen Zug, einer mobilen Produktionsstätte mit neun eigenen Eisenbahnwaggons ausgeführt. In diesem Jahr wurde das Theater mit dem Theaterpreis des Bundes von der Staatsministerin für Kultur und Medien ausgezeichnet.

No Nazis

„Woche gegen rechts – für Demokratie“ und „Tag des demokratischen Engagements“

No NazisGemeinsam gegen Rassismus und rechtsextreme, nationalistische Positionen, gemeinsam für eine solidarische und diskriminierungsfreie Gesellschaft – dafür steht ein breites Bündnis in Hannover. Es zeigt sich mit vielfältigen Aktionen in der „Woche gegen rechts“ von Freitag (27. Mai) bis Freitag (3. Juni) an verschiedenen Orten in der Stadt. Den Abschluss bildet der „Tag des demokratischen Engagements“ im und am Rathaus. Die Koordination haben einem Auftrag des Rates der Stadt folgend die beiden Sachgebiete Integration und Jugendbildung der Landeshauptstadt Hannover gemeinsam übernommen.

„Woche gegen rechts – für Demokratie“

Die Woche beginnt mit einer zweitägigen Auftaktveranstaltung am Freitag (27. Mai) um 16 Uhr und Sonnabend (28. Mai) um 12 Uhr auf dem Goseriedeplatz – öffentlich wahrnehmbar und für Interessierte mitgestaltbar. Eingeladen wird zu Austausch, Information und Aktion, zum gemeinsamen Kochen und sich Kennenlernen. Neben einem Bühnenprogramm mit kulturellen Beiträgen gibt es Workshops und Ausstellungen, Filme und Straßenaktionen sowie Angebote für Kinder.

Ausstellungen und Dokumentationen, Filme, Konzerte und Theater, und Nachbarschaftsaktionen und anderes prägen das Programm der BündnisteilnehmerInnen der weiteren Woche. Eine detaillierte Übersicht gibt es unter www.hannover.de/woche-gegen-rechts.

„Tag des demokratischen Engagements“

Als Abschlussveranstaltung der „Woche gegen rechts“ setzt am Freitag (3. Juni) der „Tag des demokratischen Engagements“ ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Meinungsfreiheit und Demokratie. Er richtet sich besonders an junge Menschen. Schwerpunktthemen sind Demokratie, Kommunalpolitik sowie Migrationsgesellschaft.

Der Tag beginnt um 9.15 Uhr im Mosaiksaal. Ab 10 Uhr starten verschiedene Aktionen, Workshops und Ausstellungen im Rathaus und drum herum. Das bunte Programm verbindet Bildung und Spaß. Polizei, Landespräventionsrat, Kommunaler Präventionsrat, Free Can, BBS6, BBS Handel, IGS Stöcken, IGS Badenstedt, Peter Ustinov Schule, August Kestner Museum, Politik zum Anfassen, Dialog macht Schule und andere sind dabei, ebenso wie die beliebten „i-Slamer“ aus Berlin.

Das neue Format „Wiesendialog“ soll die jungen TeilnehmerInnen zu mehr Partizipation bewegen. Wiesendialoge sind politische Diskussionen im öffentlichen Raum, spontan (oder geplant) und flexibel, auf der Wiese vor dem Rathaus, am Trammplatz oder im Rathaus.

Unter dem Motto „Demokratie am Nachmittag“ geht es ab 14 Uhr mit zwei Teilen weiter:

Im Mosaiksaal organisiert der Verein „Politik zum Anfassen“ in Zusam­menarbeit mit dem „Bürgerbüro Stadtentwicklung“ ein Forum zum Thema „Stadt lernen, Stadt machen – Jugend, Schule, Stadtentwicklung“. Es ist neues Workshop-Format mit Impulsreferaten, bei dem es um Beteiligung an Stadtentwicklungsprojekten gehen wird. Eine attraktive und informative Aktion für Groß und Klein.

Im Gobelinsaal findet parallel dazu nach einigen kulturellen Beiträgen und einem Vortrag zu der Ausstellung im Bürgersaal „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat“ eine Gesprächsrunde mit Gästen statt. Konstanze Beckedorf, Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Hannover, Anja Mundt-Backhaus, didaktische Leiterin der IGS Stöcken, Siamak Ahmadi, Mitbegründer des politischen Bildungsprojekts „Dialog macht Schule“ und Spax, Künstler und Rapper, werden die Frage „Muss Demokratie langweilig sein?“ beleuchten. Die Moderation übernimmt Jan Egge Sedelies.

Der Tag des demokratischen Engagements ist eine Veranstaltung der Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus im Sachgebiet Integration der Landeshauptstadt Hannover.

Gedenkstein am Bahnhof Fischerhof

Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg! LINKE gedenkt Opfern von Faschismus und Krieg!

Gedenkstein am Bahnhof Fischerhof
Gedenkstein am Bahnhof Fischerhof
„Heute ist es wichtiger denn je an den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai zu gedenken“, so Parwaneh Bokar, Vorsitzende der LINKEN in Linden, „Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gehören inzwischen in unserem Land zur Tagesordnung. Die Wahlergebnisse der AFD machen nachdenklich.“

Am 7. Mai trifft sich DIE LINKE um 16.00 Uhr am alten Lindener Bahnhof/Fischerhof/Ecke Elise-Meyer-Allee um den Opfern von Faschismus und Krieg zu gedenken.
Hauptredner ist das niedersächsische Landesvorstandsmitglied Andreas Braendle.

Am Lindener Bahnhof sind 2174 Juden aus Hannover in die Todeslager deportiert worden. Anfang März organisierte die Kriminalpolizeistelle Hannover den Transport von mindestens 125 Sinti nach Ausschwitz-Birkenau.
Der Lindener Bahnhof war während der Nazi-Barbarei der Verteilungsort der ZwangsarbeiterInnen auf die mehr als 500 Lager der verschiedenen Rüstungsbetriebe.

Die Gedenkveranstaltung der LINKEN wird durch das Singen angemessenen Liedgutes umrahmt.

Gedenkstein für das KZ Limmer

Gedenken an das KZ Conti‐Limmer

Gedenkstein für das KZ Limmer
Gedenkstein für das KZ Limmer

Der Arbeitskreis »Ein Mahnmal für das Frauen‐KZ in Limmer« lädt zu einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag der Befreiung des KZ Conti‐Limmer ein. Diese findet am Sonntag, 10. April 2016, ab 18.00 Uhr am Gedenkstein in der Sackmannstraße in Hannover‐Limmer statt.

Am 10. April 1945 wurden etwa 80 im KZ Conti‐Limmer zurückgebliebene Frauen von amerikanischen Truppen befreit. Die übrigen der etwa 1000 Gefangenen waren vier Tage zuvor gezwungen worden, zu Fuß zum KZ Bergen‐Belsen zu marschieren.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung werden Lieder stehen, die von den Frauen gesungen wurden und von denen in zahlreichen Häftlingsberichten die Rede ist. Das gemeinsame Singen dieser Lieder hatte für die Gefangenen eine sehr große Bedeutung und half, die KZ‐Haft zu überstehen.

Neben Lesungen entsprechender Passagen aus den Berichten wird der hannoversche Pianist, Komponist und Musikperformer Holger Kirleis die genannten Lieder auf der Blasharmonica interpretieren. So will der Arbeitskreis den ehemaligen Gefangenen an diesem Tag wieder eine Stimme verleihen und an die unmenschlichen Bedingungen ihrer KZ‐Haft erinnern.

Weitere Informationen zum KZ Conti‐Limmer und zum Arbeitskreis: www.kz-limmer.de

Abstürzende Brieftauben

Nie wieder Pegida

Nach 23 Jahren der erste offizielle Song der Abstürzenden Brieftauben!

Ein klares politisches Statement gegen all den „besorgte Bürger“ Mist der letzten Zeit. Unterstützt werden die Brieftauben im Video von vielen bekannten Gesichtern die diese Message gerne teilen.

Mehr über den Song: www.rockszene.de
Webseite der Band: www.abstuerzendebrieftauben.de

VHS Hannover

Internationale Wochen gegen Rassismus: „Brandanschläge und Willkommenskultur“

VHS-HannoverUnter dem Titel „Brandanschläge und Willkommenskultur – Sozialpsychologische Überlegungen zur aktuellen Gemengelage deutscher Gefühle“ bietet die VHS Hannover am Mittwoch (16. März), 18.30 Uhr, einen Vortrag mit Dialog an.

Ressentiment getriebene Einstellungen, die zuvor nur der extremen Rechten als politisch-subkulturellem Milieu zugerechnet worden waren, erleben ihr Öffentlich-Werden in Form großer Demonstrationen (PEGIDA etc.), Parteineugründungen (AfD) und erschreckende Umfrageergebnisse. Zugleich existiert neben den Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und dem Massensterben im Mittelmeer auch der Versuch in der Bevölkerung, eine »Willkommenskultur« zu leben. Wie ist der Zusammenhang von Positionen der extremen Rechten und der »Mitte der Gesellschaft« zu erklären? Gibt es eine Verbindung zwischen dem Erstarken rassistischer Ressentiments und demjenigen Deutschlands als Großmacht? Wie ist das Verhältnis von Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur zu fassen?

Referent: Dr. Sebastian Winter, Universität Bielefeld
Moderation: Prof. Dr. Rolf Pohl , Leibniz Universität Hannover

Veranstaltungsort ist die Ada-und-Theodor-Lessing Volkshochschule Hannover, Saal/Raum 109, Burgstraße 14, 30159 Hannover. Der Eintritt ist kostenlos und barrierefrei zugänglich.

Wochen gegen Rassismus 2

»Willkommen!?« Migration ist älter als Deutschland!

Wochen gegen Rassismus 2Internationale Wochen gegen Rassismus

Auftakt mit Straßenaktionen am Samstag, 5. März, 10 bis 13 Uhr auf dem Lindener Marktplatz, Klagesmarkt und der Lister Meile Körtingbrunnen (Pferdekopfbrunnen).

In der Landeshauptstadt Hannover und den umliegenden Städten und Gemeinden ist ein breites Bündnis aktiv, das im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus über 15 verschiedene Veranstaltungen vom 5. bis 21. März anbietet. Das diesjährige Motto lautet: Willkommen!? Migration ist älter als Deutschland!

Das Bündnis, entstanden 2010, besteht inzwischen aus vielen Organisationen: Ada und Theodor Lessing Volkshochschule Hannover, Sachgebiet Politische Bildung und Sachgebiet Schule für Erwachsene, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen, Amadeu Antonio Stiftung, Arbeitsstelle Diversität Migration Bildung, Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte, Bildungsverein Hannover, DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB-Jugend Niedersachsen-Mitte, Friedrich Ebert Stiftung Landesbüro Niedersachsen, GEW-Kreisverbände Hannover Stadt und Hannover Land, IG-Metall Hannover, ju:an Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit, LHH Koordination Sport und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus, Pavillon Kulturzentrum Hannover, Region Hannover.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden alljährlich in Deutschland und anderen Ländern mit einer Vielzahl an Aktionen statt. Ziel der Initiatoren ist es, auf Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen.

PROGRAMM

Samstag, 5. März, 10 bis 13 Uhr, Lindener Marktplatz – Klagesmarkt – Lister Meile Körtingbrunnen (Pferdekopfbrunnen)

AUFTAKTVERANSTALTUNG: STRASSENAKTIONEN

___________________________________

Montag, 7. März, 18 Uhr, Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover

Vortrag & Diskussion: Rassismus nach Köln
Die mediale und politische Debatte und ihre (möglichen) Folgen

Der rechte Diskurs nach Köln tobt, bürgerliche Medien schließen sich dem Boulevard an, die große Koalition ist sich einig wie selten: Es soll abgeschoben und aufgerüstet werden. Klar scheint auch: Vergewaltiger sind immer die Anderen. Die Referentin Prof. Dr. Sabine Hess diskutiert mit dem Publikum folgende Fragen: Wie lässt sich die Normalisierung rechtsextremer Kultur in Politik, Medien und auf der Straße erklären? Wohin führt sie? Und wie lässt sie sich aufhalten bzw. wieder zurückdrehen?

REFERENTIN: Prof. Dr. Sabine Hess, Universität Göttingen
VERANSTALTER: Kulturzentrum Pavillon

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

___________________________________

Dienstag, 8. März, 10.30 Uhr bis 15 Uhr, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Hannover, Bödekerstraße 18, 30161 Hannover

Workshop: »Ein Morgen in Lampedusa« – eine szenische Lesung erproben

Vor Lampedusa versank am 3. Oktober 2013 ein Kutter mit 545 Flüchtlingen. »Ein Morgen vor Lampedusa« ist eine szenische Lesung, die sich vorstellt und die gemeinsam als Lesung erarbeitet wird. Zeugenaussagen, dokumentarisches Material und Berichte von BewohnerInnen Lampedusas werfen vielfältige Perspektiven auf diesen Morgen. Es wird die hierfür komponierte Musik von Francesco Impastato zu hören sein und die TeilnehmerInnen erlernen den Einsatz der Texte und Technik mit dem Autor Antonio Umberto Ricco und Christoph Isermann.

REFERENTEN: Antonio Umberto Ricco (Autor), Christoph Isermann
ZIELGRUPPE: DozentInnen der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen
VERANSTALTER: Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB)
ANMELDUNG: Antje Schwieters E-Mail: schwieters@aewb-nds.de
KOSTEN: 39,00 Euro

____________________________________

Mittwoch, 9. März, 18 Uhr, Niedersächsisches Studieninstitut für kommunale Verwaltung e. V., Hörsaal 132, Wielandstraße 8, 30169 Hannover

Vortrag: Geflüchtete = Naturkatastrophe???
Wie die Sprache der medialen Berichterstattung über Flucht und Migration unsere Wahrnehmung strukturiert

In der Berichterstattung über Flucht und Migration ist häufig von »Flut«, »Welle« oder »Krise« die Rede. Geflüchtete und MigrantInnen werden teils als »Asylanten« oder als »Ausländer« bezeichnet. Diese Wortwahl erscheint auf den ersten Blick sachlich, aber ist sie es auch? Wie prägt Sprache unsere Wahrnehmung und welchen Einfluss hat die Medienberichterstattung auf unsere Sicht der Themen Flucht und Migration?

REFERENTIN: Konstantina Vassiliou-Enz (Geschäftsführerin Neue deutsche Medienmacher e.V.)
VERANSTALTER: Landeshauptstadt Hannover, Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

____________________________________

Donnerstag, 10. März, 10 bis 16 Uhr, Leibniz Universität Hannover, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover (Haltestelle: Königsworther Platz)

Infotag: Tag der offenen Tür – Arbeitsstelle diversitAS an der Leibniz Universität Hannover

Wie wird »Rassismus« und »Diskriminierung« im Kontext der Arbeitsstelle diversitAS an der Leibniz Universität Hannover erforscht und diskutiert? Welche Forschungsrichtungen und Projekte zum Themenfeld gibt es? Welche Stellen und Initiativen arbeiten zu diesem gesellschaftlichen Problemfeld? Am 10. März öffnet die Arbeitsstelle diversitAS die Türen, um in einem World-Café zu präsentieren, wie Forschungs- und Bildungsarbeit gegen Rassismus und Diskriminierung wissenschaftlich aufbereitet und vermittelt werden.

VERANSTALTER: Arbeitsstelle DIVERSITÄT – MIGRATION – BILDUNG (diversitAS), Leibniz Universität Hannover, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung

_____________________________________

Donnerstag, 10. März bis Samstag, 12. März, Haus der Jugend Hannover, Maschstraße 22, 30169 Hannover

Kreativ-Workshop: Aufmucken im Abendland
Rap(pen) gegen rechts

Worum gehts? Die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Zuwanderung ist von vielen widersprüchlichen Stimmungen und Gefühlen durchsetzt. Rechte, ausländerfeindliche Botschaften werden dabei immer lauter. Im Workshop wird an deinem Song zum Thema gearbeitet. Also, eigene Texte schreiben, Musik dazu gepackt und dann im Tonstudio den Song aufnehmen, das ist das Ziel der drei Tage.

ZIELGRUPPE: max. zehn Menschen zwischen 14 und 21 Jahren
REFERENTEN: Modou & Sam
VERANSTALTER: Landeshauptstadt Hannover, Koordination Sport und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
ANMELDUNG/Rückfragen per E-Mail: kai.sieben@hannover-stadt.de
TERMINE: 10.3. und 11.3., 17 bis 21 Uhr; 12.3., 14 bis 22 Uhr
Die Teilnahme ist kostenfrei.

____________________________________

Freitag, 11. und 18. März, 10 bis 16 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

Workshop: Flucht und Migration

Seit der Schulgründung 1893 war die Gartenbauschule Ahlem auch ein Ort, an dem Verfolgte aus anderen Teilen Europas Asyl erhalten konnten. Ab 1933 wurde die jüdische Schule zu einem Ort, an dem sich Menschen auf eine Auswanderung vorbereiteten, um dem Nationalsozialismus zu entkommen. 1946 befindet sich auf dem Gelände zeitgleich ein Lager des Deutschen Roten Kreuzes für vertriebene Deutsche aus Osteuropa und ein Kibbuz von Überlebenden des Holocaust, die nach Palästina auswandern wollen. Anhand verschiedener Lebenswege können im Workshop unterschiedliche Rahmenbedingungen von Flucht und Migration beleuchtet und verglichen werden. Eine Verbindung zur aktuellen Situation von Flüchtlingen wird hergestellt.

VERANSTALTER: Gedenkstätte Ahlem, Region Hannover
ANMELDUNG: 0511-616-23745 oder gedenkstaette@region-hannover.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

___________________________________

Montag, 14. März, 13 bis 17 Uhr, Volkshochschule Hannover, Burgstraße 14, 30159 Hannover

World-Café: Was ist Integration?

Im Rahmen einer Projektwoche haben sich die Teilnehmenden der Schule für Erwachsene dem Thema Integration aus verschiedensten Blickwinkeln genähert und sind dabei auf unterschiedlichste Fragestellungen gestoßen. Auf diese Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen als Bürgerin und Bürger der Stadt Hannover Antworten finden und Vorschläge entwickeln, die zu einer Integration aller in Hannover lebenden Menschen beitragen können. Begleitet wird das World-Café von einer Ausstellung, in der die Ergebnisse der Projektwoche gezeigt werden.

VERANSTALTER: Ada-und-Theodor-Lessing Volkshochschule, Akademie für Erwachsene, Sachgebiet Schule für Erwachsene
ANMELDUNG: Kerstin.Mannschatz-Oenemli@hannover-stadt.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

___________________________________

Montag, 14. März, 17.30 Uhr, Leibniz Universität Hannover, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover Haltestelle: Königsworther Platz)

Empowerment: Netzwerktreffen für jugendliche PoC

Das Projekt Ju:an der Amadeu Antonio Stiftung startet in den Internationalen Wochen gegen Rassismus mit einem Netzwerktreffen für jugendliche PoC (people of colour). Das Treffen bietet den TeilnehmerInnen Raum für Austausch von alltäglichen Rassismuserfahrungen und gemeinsame Stärkung innerhalb der Bezugsgruppe (Empowerment). Zudem ist das Treffen der Kick Off für eine Empowerment-Konferenz im Herbst 2016 in Hannover.

VERANSTALTER: Amadeu Antonio Stiftung
ANMELDUNG: golschan.ahmad.haschemi@amadeu-antonio-stiftung.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

___________________________________

Dienstag, 15. März, 20 Uhr, FES Niedersachsen, Theaterstraße 3 (Haus A, 5.OG), 30159 Hannover

Filmabend und Diskussion: »Every Face has a Name« von Magnus Gertten
Originalfassung mit englischen Untertiteln

Am 28. April 1945 legten mehrere Fähren mit Tausenden von KZ-Überlebenden im Hafen von Malmö an. Kamerateams filmten die ersten Schritte der unterernährten und misshandelten Menschen in Freiheit. 70 Jahre später sehen einige der Ankömmlinge von damals das Material zum ersten Mal. In fast magischen Augenblicken erkennen manche der Überlebenden sich oder Angehörige auf den Aufnahmen wieder. Aus namenlosen Gesichtern werden Menschen mit einer Geschichte und einem Namen. Magnus Gerttens Film wurde mit dem Preis »Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung« 2015 beim Filmfest Hamburg ausgezeichnet. Wir laden Euch herzlich ein, den Film bei Pizza und Getränken zu schauen und im Anschluss miteinander und mit uns ins Gespräch zu kommen.

REFERENTINNEN: Sophia Michaelis, Franziska Schröter, FES
ZIELGRUPPE: max. 40 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren
VERANSTALTER: Landesbüro Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)
ANMELDUNG: niedersachsen@fes.de / die Teilnahme ist kostenfrei.

___________________________________

Dienstag, 15. März, 20 Uhr, Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover

Filmabend und Diskussion: »WERDEN SIE DEUTSCHER« (BECOMING GERMAN) von Britt Beyer

Ein VHS-Integrationskurs und schwierige Fragen: Was ist deutscher Humor? Was bedeutet »Erst die Arbeit, dann das Vergnügen«? Und was ist eine »beleidigte Leberwurst«? Großes Rätselraten unter den Integrationswilligen aus 15 verschiedenen Nationen. Das Lernziel: »Integration«. In Deutschland führt der offizielle Weg dorthin über 600 Schulstunden, die die Quintessenz deutscher Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermitteln sollen. Vom Bestehen der Prüfung hängt viel ab. Regisseurin Britt Beyer hat ihre ProtagonistInnen zehn Monate lang begleitet. Im anschließenden Filmgespräch diskutieren wir mit Birgit Steckelberg über den Dokumentarfilm und die Situation der in Deutschland lebenden MigrantInnen.

GAST: Birgit Steckelberg, stv. Leiterin des Sachgebiets Integration der Landeshauptstadt Hannover
VERANSTALTER: DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB-Jugend Niedersachsen-Mitte, GEW-Kreisverbände Hannover Stadt und Hannover Land

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

____________________________________

Mittwoch, 16. März, 18 Uhr, IG Metall, Postkamp 12, 30159 Hannover

Diskussion: 3 mal Leben, Arbeit, Migration

Drei Kollegen aus dem Metall- und Elektrobereich stellen ihre Erfahrungen mit der deutschen Willkommenskultur vor. Gut oder schlecht empfangen wurden alle drei, unabhängig, ob sie wegen einer Arbeitsstelle oder wegen der Liebe in die Bundesrepublik gekommen waren oder hier geborene und aufgewachsene Kinder von sogenannten GastarbeiterInnen sind. Geschichten von helfenden Händen und integrations(un)willigen Deutschen treffen auf aktuelle Diskussionen um Asylgesetz und »Einwanderungswellen«.

VERANSTALTER: IG Metall Hannover, ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Mitte

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

___________________________________

Mittwoch, 16. März, 18.30 Uhr, VHS Hannover (Saal), Burgstraße 14, 30159 Hannover

Brandanschläge und Willkommenskultur: Sozialpsychologische Überlegungen zur aktuellen Gemengelage deutscher Gefühle

Ressentimentgetriebene Einstellungen, die zuvor nur der extremen Rechten als politisch-subkulturellem Milieu zugerechnet worden waren, erleben ihr Öffentlich-Werden in Form großer Demonstrationen (PEGIDA etc.), Parteineugründungen (AfD) und erschreckender Umfrageergebnisse. Zugleich existiert neben den Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und dem Massensterben im Mittelmeer auch der Versuch in der Bevölkerung, eine »Willkommenskultur« zu leben. Wie ist der Zusammenhang von Positionen der extremen Rechten und der »Mitte der Gesellschaft« zu erklären? Gibt es eine Verbindung zwischen dem Erstarken rassistischer Ressentiments und demjenigen Deutschlands als Großmacht? Wie ist das Verhältnis von Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur zu fassen?

VERANSTALTER: Ada- und Theodor Lessing Volkshochschule Hannover, Sachgebiet Politische Bildung
REFERENT: Sebastian Winter, Universität Bielefeld Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF)
MODERATION: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

___________________________________

Montag, 21. März, 18 Uhr, Eisfabrik, Seilerstr. 15F, 30171 Hannover

Lesung, Inputreferat und Diskussion: »Hate Speech« ist keine Meinungsfreiheit
Hasskommentare als neue Strategie der rechten Bewegung

Nicht nur bekennend rechtsextreme User nutzen das Internet, um andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung zu diskriminieren und zu beleidigen. In der Anonymität fühlen sich Kommentatoren zu unsäglichen Aussagen hingerissen. Die Kommentarspalten, Facebook und Twitter sind voll von sogenanntem »Hate Speech« (Hasskommentaren). Caroline Paeßens gibt einen Einblick in die neue Strategie der rechten Bewegung und zeigt auf, welche Gegenmaßnahmen alle Social Media-NutzerInnen ergreifen können, um sich aktiv auch im Netz gegen Hasskommentare zu stellen. Die Beatpoeten präsentieren die schillerndsten Kommentare von PEGIDA über AfD bis HoGeSa aus ihrem Programm »Beatpoeten lesen deutsche Verhältnisse«.

VERANSTALTER: Bildungsverein Hannover
Kooperation: Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt Braunschweig (ARUG) und der Eisfabrik Hannover
GÄSTE: Beatpoeten, Caroline Paeßens, ARUG
MODERATION: Jörg Smotlacha (langeleine media)

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

___________________________________

16. Februar bis 13. März, 10 bis 16 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

Workshop: Antiziganismus

Antiziganismus hat eine ähnlich lange Geschichte wie Antisemitismus und wirkt sich ähnlich destruktiv auf die Betroffenen aus. Im Workshop wird die Struktur des antiziganistischen Ressentiments beleuchtet und analysiert. In Übungen wird die Wirkungsweise erfahrbar. Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus können anhand der Inhalte der Sonderausstellung und der Ahlemer Dauerausstellung erforscht werden. Aktuelle Verbreitung und Auswirkungen des Antiziganismus auf Roma in Deutschland und Europa werden im Workshop verdeutlicht. Dieser Workshop im Rahmen der Sonderausstellung »Von Auschwitz in den Harz« in der Gedenkstätte Ahlem umfasst ca. sechs Zeitstunden (10 bis 16 Uhr) und kann dienstags, mittwochs und donnerstags während der Laufzeit der Sonderausstellung (16.02. bis 13.03.16) gebucht werden.

VERANSTALTER: Gedenkstätte Ahlem, Region Hannover
ANMELDUNG: Telefon 0511-616-23745 oder E-Mail: gedenkstaett@region-hannover.de

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße

Neue Unterkunft an der Steigertahlstraße kann besichtigt werden

linden-limmer-hilft.de
www.linden-limmer-hilft.de

Stadt bietet Interessierten im Rahmen eines Besichtigungstermins die Möglichkeit, sich ein Bild von der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße im Stadtteil Linden (Nord) zu machen.

Im Stadtteil Linden (Nord) wird die Landeshauptstadt Hannover (LHH) voraussichtlich ab Mitte Februar dieses Jahres eine neue Flüchtlingsunterkunft in Betrieb nehmen. Diese bietet rund 100 Flüchtlingen eine neue Heimat. Im Vorfeld der Belegung steht der Neubau am Montag (8. Februar) in der Zeit von 16 bis 18 Uhr allen Interessierten aus der Nachbarschaft und dem Stadtteil zur Besichtigung offen, die sich ein Bild von der Unterkunft machen möchten.

Holz als neuartiger Werkstoff beim Bau von Modulanlagen

Neuartig beim Bau von Modulanlagen für die Unterbringung von Flüchtlingen ist die Verwendung von Holz als Werkstoff. Dieser ist nachhaltig und im Vergleich zu Stahlmodulen noch relativ günstig. Die einzelnen Module kommen aus dem Vorarlberg in Österreich. Diese sind aus Brettsperrholz gerfertigt worden – eine aus aus mehreren Schichten verleimte massive Holzkonstruktion. Alle Anforderungen an den Brand- und Schallschutz werden auch mit diesen Konstruktionen erfüllt.

Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße
Flüchtlingsunterkunft an der Steigertahlstraße

Die Gesamtkosten für die Unterkunft, die von MOSAIK Architekten BDA entworfen wurde, liegen bei rund 4,5 Millionen Euro. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde mit den vorbereitenden Arbeiten auf dem Areal am Westschnellweg begonnen, Mitte November mit dem Zusammenbau der Module. Anschließend wurden die Laubengänge in Stahlbauweise errichtet und die Außenanlagen gestaltet. Derzeit werden die einzelnen Zimmer möbliert. Die Freifläche im Innenhof soll noch mit Sport-, Spiel- und Aufenthaltsflächen gestaltet werden (Volleyball und Basketball sowie Bänke und Tische).

Grundrisse ermöglichen attraktive Nachnutzungen

Die Flüchtlingsunterkunft besteht aus drei zweigeschossigen Wohngebäuden und einem zweigeschossigen Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude. Im Wohngebäude sind die Zimmer der Flüchtlinge zu Wohneinheiten von jeweils drei bis fünf Zimmern zusammengefasst worden. Als zentraler Raum ist die Wohnküche vorgesehen, die gleichzeitig auch der Erschließung der Wohnung dient. Statt Treppenhaus oder Flur gibt es eine direkte Verbindung von der Haustür zum Außenbereich. Die Wohnungen im Obergeschoss sind über einen vorgestellten Laubengang erschlossen, der gleichzeitig als Rettungsweg dient. Die Grundrisse wurden so entworfen, dass sie langfristig auch für andere Nutzergruppen wie beispielsweise studentische Wohngemeinschaften attraktiv sind. Im Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude gibt es im Erdgeschoss einen großen und einen kleinen Gruppenraum sowie einen Raum für den Pfortendienst. Im Obergeschoss befinden sich drei Büroräume für SozialarbeiterInnen und ein weiterer Gruppenraum.

Umfangreiche Planungen beim Bau von Flüchtlingsunterkünften notwendig

Die Planung dieser Flüchtlingsunterkunft ist eine Gemeinschaftsarbeit des städtischen Gebäudemanagements mit externen Büros. MOSAIK Architekten (Hannover) wurde unterstützt von Drewes + Speth (Tragwerksplanung, Hannover) und Riedel + Partner (technische Gebäudeausrüstung, Hannover). Der Freiraum wird gestaltet von LINNEA Landschaftsarchitektur (Hannover), die Vorbereitung des Grundstücks nahm TGW Planungsgesellschaft mbH (Laatzen) gemeinsam mit ezs Planungsgesellschaft mbH vor.

Auch innerhalb der Stadtverwaltung arbeiten zurzeit mit Hochdruck zahlreiche Beteiligte unter Federführung des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung, um Modulanlagen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu bauen. Der Fachbereich Wirtschaft unterstützt bei der Suche geeigneter Standorte, die bei einer positiven Entscheidung dann durch die Stadtentwässerung erschlossen werden. Die Fachbereiche Umwelt und Stadtgrün sowie Tiefbau sorgen für die Herrichtung der Grundstücke und Außenanlagen, während dem Fachbereich Gebäudemanagement in der Realisierung die hochbauliche Projektleitung und -steuerung obliegt.

Hintergrundinformationen

Derzeit leben rund 4.500 Flüchtlinge in den Unterkünften der Stadt. Die Stadt geht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen auch in 2016 weiter steigen werden. Daher werden bereits Verhandlungen über weitere Immobilien geführt. Auch werden weiterhin städtische Flächen für die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften herangezogen und sorgsam geprüft.

In den nächsten Wochen wird die Stadt mehrere Unterkünfte wie die Modulbaustandorte in Alt-Vinnhorst, am Vahrenheider Markt und die umgebaute Modulanlage an der Lutherschule in Betrieb nehmen können. Diese Unterkünfte werden rund 350 Flüchtlingen eine neue Heimat bieten.

Ev. und Kath. Kirche der Region Hannover

Gemeinsame Erklärung der Ev. und Kath. Kirche der Region Hannover zur aktuellen Flüchtlingsdebatte

Die Vertreter der Evangelisch-lutherischen und der Katholischen Kirche in Region und Sprengel Hannover fordern in einer Gemeinsamen Erklärung zur aktuellen Flüchtlingsdebatte alle Seiten zur Besonnenheit und Achtung der Würde jedes Einzelnen auf. Dr. Ingrid Spieckermann für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Hannover und Propst Martin Tenge für die Katholische Kirche in der Region Hannover sehen dabei die Kirchen und ihre Mitglieder in der besonderen Verantwortung, angesichts des Ausmaßes der Aufgabe zum langen Atem und zur Nüchternheit in der gemeinsamen Aufgabe der Integration der Flüchtlinge beizutragen:

In den vergangenen Wochen wurde vermehrt darüber berichtet, dass sich die Stimmung in unserem Land gegenüber Flüchtlingen verändert hat. Es ist die Rede von Straftaten, die sie begehen. Es ist die Rede von der Missachtung unserer Werte durch sie. Vorschläge, wie die als bedrohlich empfundene Situation unter Kontrolle gebracht werden sollte, überschlagen sich. Gleichzeitig wird Großartiges in der Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen geleistet. Dies darf in der aktuellen Debatte nicht klein gemacht werden. Die Bereitschaft, sich einzubringen und zu engagieren, ist in der Bevölkerung nach wie vor hoch. Diese Bereitschaft muss noch stärker gestützt und wahrgenommen werden von Kirchen, Politik und Gesellschaft, damit sie nicht zerstört wird durch diejenigen, die Ängste schüren und eigennützige politische Interessen verfolgen.

Frau Dr. Spieckermann (© Sprengel Hannover - Foto: Dethard Hilbig)
Frau Dr. Spieckermann (© Sprengel Hannover – Foto: Dethard Hilbig)

Nur wenn wir in der jetzt aufkommenden Diskussion über Flüchtlinge differenziert das Individuum in den Blick nehmen und nicht pauschalieren, wird die Würde des einzelnen Menschen gewahrt. Es darf nicht vergessen werden, dass die meisten Flüchtlinge aus Not und Leid heraus den lebensgefährlichen Weg zu uns auf sich nehmen und Deutschland selbst auf vielfältige Weise in die Konflikte im Nahen Osten verstrickt ist. Die zu uns kommenden Menschen erhoffen sich hier nicht eine bessere Zukunft. Sie erhoffen sich, überhaupt eine Zukunft zu haben. Dass es unter ihnen auch Menschen mit kriminellen Absichten gibt, kann nicht bestritten werden. Allerdings diskreditiert dies nicht die Flüchtlinge, die hier in Deutschland nach Sicherheit suchen.

Auf die hohe Zahl an Flüchtlingen war unser Land nicht vorbereitet – es fehlt an Kapazitäten in der Unterbringung, der Verwaltung, bei der Polizei und im sozialen Bereich. Viele der heutigen Probleme wurzeln in dieser Tatsache. Daher dürfen die Probleme nicht allein den Flüchtlingen angelastet werden. Es ist die Aufgabe des Staates, das in Deutschland geltende Recht flächendeckend durchzusetzen. Als Teil der Gesellschaft erwarten wir von der Polizei und den Gerichten, dass sie entsprechend ausgestattet sind, um Regelverletzungen zu verhindern und strafrechtlich zu verfolgen. Und als Teil der Gesellschaft dürfen wir von den Flüchtlingen erwarten, dass sie sich an die hier geltenden Regeln halten.

Die Integration der Flüchtlinge ist nicht nur aufgrund der Quantität eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft, sie ist es auch qualitativ. Die Werte und Regeln unseres Grundgesetzes werden nicht automatisch von den Flüchtlingen übernommen, wenn sie Deutschland betreten. Sie müssen die Achtung vor der Würde jedes Menschen – egal welchen Geschlechts, egal welcher Religion und Hautfarbe – intensiv vermittelt bekommen, damit die kulturelle Verschiedenheit von ihnen verstanden wird und wir ein versöhntes Miteinander in unserer Gesellschaft leben können.

Als Kirchen ist es unsere Aufgabe und liegt in unserer Verantwortung, den zu uns geflohenen Menschen ebendiese Würde und Achtung entgegen zu bringen und ihnen Möglichkeiten zu geben, unsere Gesellschaft positiv mit zu gestalten. Die Integration der Flüchtlinge wird ein Langzeitprojekt werden, an dem wir uns als Kirchen mit unseren Wohlfahrtsverbänden und Gemeinden aktiv beteiligen. Wir sind uns aufgrund der großen Herausforderungen bewusst, dass es auch von unserer Seite aus Versäumnisse und Fehler geben kann. Diese Probleme nüchtern und ohne Pathos zu analysieren und zu lösen, ist ein Teil der christlichen Nächstenliebe und unser ureigener Auftrag.

Propst Martin Tenge (© pkh)
Propst Martin Tenge (© pkh)

Religion kann oftmals Auslöser von Konflikten sein oder dazu missbraucht werden. Aber Religion kann auch eine stabilisierende und integrationsfördernde Kraft sein. Die bisher guten und intensiven Erfahrungen des interreligiösen Dialoges in Hannover haben uns gezeigt, dass ein versöhntes Leben in Verschiedenheit möglich ist. Wir als Religionsgemeinschaften müssen den Flüchtlingen in konkreten Begegnungen zeigen, wie wir unser Miteinander in Frieden leben.

Darum möchten wir unsere Kirchenmitglieder, alle anderen Menschen in Stadt und Region Hannover und auch die Flüchtlinge selbst aufrufen: Nutzen Sie den persönlichen Kontakt als wesentliches Instrument der Integration. Begegnen Sie einander mit Achtung und Würde. Sehen Sie nicht die Masse, sondern den einzelnen Menschen.

Stellungnahme von Domkapitular Propst Martin Tenge für die Katholische Kirche in der Region Hannover zur aktuellen öffentlichen Debatte über Flüchtlinge in Stadt und Region Hannover

Es reicht - Gegen AfD - Sharepic

ES REICHT! NATIONALISMUS IST KEINE ALTERNATIVE

Es reicht - Gegen AfD - PlakatBUNT STATT BRAUN
MENSCHENRECHTE, FREIHEIT UND DEMOKRATIE VERTEIDIGEN!

Das Bündnis BUNT STATT BRAUN ruft zu einem lautstarken Protest gegen den AfD Bundesparteitag in Hannover auf.

Gemeinsam wollen wir am Samstag, dem 28. November 2015, vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) ein Zeichen für Solidarität und Weltoffenheit setzen.

Hannover ist eine Stadt, in der viele Menschen sich seit Monaten dafür engagieren, dass sich geflüchtete Menschen willkommen fühlen und Hilfe erhalten wenn sie Schutz benötigen.

Wir wenden uns entschieden gegen rassistische Hetze, die zusätzliche Ängste auf dem Rücken notleidender Menschen schüren und betrachten es als unsere demokratische Pfl icht, dem Treiben der AfD in Hannover mit Vehemenz entgegenzutreten.

In Hannover ist kein Platz für rassistischen Populismus, wie er von der AfD aus politischem Kalkül betrieben wird. Deswegen fordern wir alle Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu auf, sich unserem friedlichen Protest gegen den AfD anzuschließen.

PROTESTVERANSTALTUNG
SAMSTAG, 28. NOVEMBER 2015

AUFTAKT 12.00 UHR am Opernplatz
DEMONSTRATIONSZUG 13.00 UHR zum HCC
KUNDGEBUNG 14.00 UHR Theodor-Heuss-Platz vor dem HCC

Seite 1 von 2612345...1020...Letzte »