Wir sangen, um unsere Tränen zu verbergen

Wir sangen, um unsere Tränen zu verbergen

Wir sangen, um unsere Tränen zu verbergenGedenkkonzert mit Liedern von Häftlingen aus dem KZ Conti-Limmer

Auf dem Gelände der Continental AG in Hannover- Limmer befand sich von Juni 1944 bis April 1945 ein Außenlager des Konzentra tionslagers Neuengamme. Mehr als 1000 Frauen, überwiegend aus Polen, Frankreich, Russland und dem Baltikum, mussten hier unter elenden Bedingungen Zwangsarbeit für die Kriegsproduktion der Continental und der Brinker Eisenwerke leisten. Am 6. April wurden die Häftlinge gezwungen, zum KZ Bergen-Belsen zu marschieren. Rund 70 vor allem kranke Frauen blieben im Lager zurück. Sie wurden am 10. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit.

Im KZ drohte den Häftlingen nicht nur der Tod durch Hunger, Krankheiten und Gewalt, sondern auch der seelische Zusammenbruch. Viele Gefangene versuchten, innerlich aus der Lagersituation zu entfliehen. Das Singen von Liedern hatte eine solche Funktion: Politische und patriotische Lieder setzten das eigene Leiden in einen Zusammenhang von Kampf und Widerstand. Christliche Lieder erklärten es als Martyrium und dienten als Zeugnis des Glaubens. Schlager und Volkslieder erinnerten an die frühere Alltagswelt. Das Singen als innere Flucht ermöglichte ein kurzfristiges Vergessen der eigenen Ohnmacht. In den Erinnerungsberichten aus dem KZ Limmer werden zahlreiche Lieder genannt, die von den Gefangenen gesungen worden sind. Noch immer wirkt die große emotionale Bedeutung, die sie hatten, nach.

Zur Feier der 72. Wiederkehr des Jahrestags der Befreiung werden Laura Pohl (Sopran) und Goran Stevanovic (Akkordeon) eine Auswahl dieser Lieder zur Aufführung bringen. Das Konzert findet statt in der Kirche St.Nikolai in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Lagergelände. »Von der benachbarten Kirche hörte man oft die Glocken läuten, was an andere ferne Zeiten erinnerte. Wissen die ruhigen Einwohner von Hannover, dass es in der Nähe ihrer Kirche, in der sie beten und ihre Lieder singen, eine Hölle für tausend unschuldige Frauen gibt?«, erinnerte sich Maria Suszyńska-Bartman viele Jahre später.

Laura Pohl | Sopran
Goran Stevanovic | Akkordeon

So | 09. 04. 2017 | 17.00 Uhr
Eintritt frei

Kirche St. Nikolai
Sackmannstraße 26
30453 Hannover-Limmer

Spiegelsplitter – Spuren des 1. Weltkrieges in Linden-Limmer

„Spiegelsplitter – Spuren des 1. Weltkrieges in Linden-Limmer“

Reserve-Lazarett St. Josefstift 1915 (Linden-Nord). (Quelle: Sammlung Heiko Arndt)
Reserve-Lazarett St. Josefstift 1915 (Linden-Nord). (Quelle: Sammlung Heiko Arndt)

Die Initiative „Lebensraum Linden“ lädt gemeinsam mit dem Netzwerk Archive Linden-Limmer e.V. und dem Kulturzentrum FAUST e.V. sowie den örtlichen Veranstaltern zur Veranstaltungsreihe „Spiegelsplitter – Spuren des 1. Weltkrieges in Linden-Limmer“ ein. In der Zeit zwischen dem 24. März und dem 26. April werden an vier Abenden die Spuren des 1. Weltkrieges in Linden-Limmer zurückverfolgt. Dabei wird auch heutiges Engagement gegen Krieg und Diskriminierung vorgestellt. Begleitet werden die Veranstaltungen mit Bildervorträgen und durch eine Ausstellung im Lindener Rathaus, wo auch am 24. März die Eröffnung erfolgt.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Freitag, 24. März, 19 Uhr, Foyer des Lindener Rathauses
Eröffnung der Ausstellung „Besiegte Menschheit“ der Friedensbibliothek Berlin, Ausstellungsdauer bis zum 27. April. Grußwort: Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube. Gesangsbeitrag: DGB-Chor Hannover. Vorausschau auf die folgenden Veranstaltungen. In Zusammenarbeit mit dem Freizeitheim Linden

Donnerstag, 30. März, 19 Uhr, Freizeitheim Linden
Themenschwerpunkt „Versorgungsnot, Industrieproduktion und der Einsatz von Kriegsgefangenen“, in Zusammenarbeit mit dem Freizeitheim Linden

Dienstag, 4. April, 19 Uhr, Schwanenburg Limmer
Themenschwerpunkt „Lazarette, Kriegsgräber und Gedenkarbeit“, In Zusammenarbeit mit der Schwanenburg GmbH. Mit einem Gastbeitrag über die internationale Tätigkeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Mittwoch, 26. April, 19 Uhr, Stadtbibliothek Linden
„Die Toten der Novemberrevolution 1918 – Eine Personenrecherche“. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Linden

Veranstaltungsflyer: Spiegelsplitter – Spuren des 1. Weltkrieges in Linden-Limmer

Lindener Wurzeln

Der Migrant in uns: Lindener Wurzeln

Lindener Wurzeln
Lindener Wurzeln
Wir alle haben einen Migrationshintergrund. Diese Aktion lässt dich Wurzeln und Geschichte deiner Familie entdecken. Lade kostenlos das Plakat herunter, triff dich mit Freunden und fangt an eure Geschichte zu schreiben.

Die Geschichte Lindens ist auch eine Geschichte der Zuwanderung. Deutlich und nachvollziehbar zeigt das die Aktion „Lindener Wurzeln“ der Initiative Lebensraum Linden. Ein Plakat hat eingeladen, die Spuren der Familiengeschichte sichtbar zu machen.

Download: Plakat Lindener Wurzeln (pdf)

weiterlesen unter www.linden-limmer-hilft.de

Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg

Buchvorstellung „Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg“

Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg
Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg
Am Sonntag 4., 11. und 18.12.2016, 14 bis 16 Uhr
Janet von Stillfried: Buchvorstellung „Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg“
im Küchengartenpavillon/Lindener Bergfriedhof, Am Lindener Berge 44

Die Autorin Janet von Stillfried stellt an den drei folgenden Adventssonntagen ihr neues Buch „Nadja und Nico. Eine Freundschaft im Krieg“ als Gast bei Quartier e.V. im Küchengartenpavillon vor. Die Erzählung mit den Themen „Zwangsarbeit, Krieg, Freundschaft“ basiert auf Aussagen von Überlebenden und spielt an authentischen Orten. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zweier 12jähriger Kinder, die aus zwei vollkommen unterschiedlichen Kulturen kommen und sich im Zweiten Weltkrieg begegnen. Dabei wird der Alltag des kleinen Nicos, der in Hannover-Linden aufgewachsen ist, und der gleichaltrigen Nadja, die aus der Ukraine (damals Sowjetunion) zur Zwangsarbeit verschleppt wird, erzählt. Ihre Erlebnisse sind echten Zeitzeugenschilderungen entnommen. Durch ihre Freundschaft und ihr Mitgefühl füreinander erlebt der Leser den sehr unterschiedlichen Alltag aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Beiden zeigen wie Vorurteile in einem menschenverachtenden System überwunden werden können und ein Miteinander für die Zukunft entsteht.

Das Buch ist für kleine Leser aber auch für Erwachsene gedacht.

Die in Hannover-Linden geborene Historikerin Janet von Stillfreid verfasste in den letzten Jahren Bücher, Aufsätze und Texte für Gedenktafeln insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus, aber auch zu technischen oder kulturellen Ereignissen wie dem Eilenriede-Motorradrennen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Das Buch ist im R.G. Fischer Verlag erschienen, hat 125 Seiten und kostet 10,90 Euro.

Kostümfest LSV Alexandria, 1954 (Bild: Archiv H. Deuker)

Geschichten von Zugezogenen, Weggezogenen und Dagebliebenen

Sommerfest der Internationalen Mietergruppe Linden-Nord, 1983 (Bild: Archiv E. Barkhoff)
Sommerfest der Internationalen Mietergruppe Linden-Nord, 1983 (Bild: Archiv E. Barkhoff)

Kulturelles Miteinander, Integration und gegenseitige Toleranz sind nur dann möglich, wenn wir eine Diversität der jeweiligen Geschichte und Erfahrungen (aner)kennen. Wie unterscheiden sich Biografien von Menschen mit/ohne Migrationshintergrund im Hinblick auf politische und kulturelle Teilhabe? Welche Formen der Selbstorganisation waren möglich, bzw. notwendig? Wie gestaltete sich das soziale Leben im Stadtteil Linden-Limmer vor z.B. 30 Jahren? Wie war es früher generell? Und was folgt daraus für heute?

Fünf Erzählcafés mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden diese und weitere Fragen aufgreifen, indem jeweils zwei ReferentInnen mit und ohne Migrationshintergrund aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen berichten und dadurch Stadtteilgeschichte und insbesondere Lindens vielfältige kulturelle Hintergründe erfahr- und erlebbar machen.

Erzählcafé “Politische Partizipation in einem politischen Stadtteil. Wie war das früher? Und was folgt daraus für die Gegenwart?”

am Mittwoch, 07. Dezember 2016, 19 Uhr

Referenten:
Chau Lam, Vietnamzentrum/MiSo
Ernst Barkhoff, Stadteilsanierung/SPD

Ort: Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3

Erzählcafé “Lebensläufe in Linden – Wie wird man Künstler*in?”

am Samstag, 17. Dezember 2016, 11 Uhr

Referenten:
Helmut Hennig, Künstler aus Linden/Mitarbeiter von KIK
Ziad EI Kilani, Freier Maler und Druckgrafiker

Ort: Kunsthalle Faust – zu Gast beim Hot Spot des KV Kunsthalle Hannover

Erzählcafé “Geschichten zur Situation Alleinerziehender – gestern und heute”

am Dienstag, 20. Dezember 2016, 19 Uhr

Referentinnen:
Ulla Wiese, frühere Alleinerziehende
N.N., Erfahrungen der Ausgrenzung als Alleinerziehende mit Migrationshintergrund

Ort: Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3

Kostümfest LSV Alexandria, 1954 (Bild: Archiv H. Deuker)
Kostümfest LSV Alexandria, 1954 (Bild: Archiv H. Deuker)

Erzählcafé “Tanzvergnügen – schwungvolle Erinnerungen”

am Dienstag, 17. Januar 2017, 19 Uhr

ReferentInnen:
Horst Deuker, Lindener Butjer/Autor „Zwischen Deisterplatz und Fischerhof – Die Göttinger Straße“ und „Fritz Ahrberg – Fabrikant, Mäzen, Förderer“
Sevim Keske, Pflegerin, Leiterin des Tandem-Projekts

Ort: Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3

Erzählcafé “Bildungswege – dornig und steil oder gerade und breit?”

am Dienstag, 31. Januar 2017, 19 Uhr

Referenten:
Hazem Shaker, ehrenamtlicher Integrationshelfer / Flüchtling aus dem Irak
N.N.

Ort: Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3

Ein Eintrittsgeld wird bei allen Veranstaltungen nicht erhoben.

Rolls-Royce mit Sedan-Cabriolet-Karosserie von Jacobi Anfang der 1920er Jahre

Aus Linden in die Welt – „Fast 200 Jahre Jacobi in Linden“

Rolls-Royce mit Sedan-Cabriolet-Karosserie von Jacobi Anfang der 1920er Jahre
Rolls-Royce mit Sedan-Cabriolet-Karosserie von Jacobi Anfang der 1920er Jahre
In ihrer gemeinsamen Lesereihe „Aus Linden in die Welt“ blicken die Initiative „Lebensraum Linden“ und die Buchhandlung DECIUS auf vielfältige Bezüge aus 900 Jahren Linden zur Welt zurück.

Am Donnerstag, den 27. Oktober 2016 um 19.30 Uhr gibt Heinrich Jacobi in Wort und Bild Einblicke in die Archive von „Gessner & Jacobi“. Dieses Unternehmen besteht seit fast 200 Jahren in der Falkenstraße und machte Hof und Volk (auto)mobil. Noch vor der Industrialisierung erfolgte 1820 die Unternehmensgründung unter dem Namen „H. Jacobi Hofwagenfabrik“. Wurden zunächst Kutschen, Kaleschen, Landauer gebaut, folgten später Straßenbahnwagen und Autokarosserien, z. B. eineSedan-Cabriolet-Karosserie für einen Rolls-Royce Anfang der 1920er Jahre

Seit 1951 ist die Firma „Gessner & Jacobi GmbH & Co.KG“ Volkswagen-Direkthändler, seit Mitte der 70er Jahre auch für die Marke Audi. Am Bauweg btreibt sie das Nutzfahrzeug Zentrum Hannover-West.

Lesung am Donnerstag, den 27.10.16 um 19.30 Uhr in der Buchhandlung DECIUS, Falkenstraße 10
Eintritt frei, Voranmeldung: Tel. 0511/441893
Ein Projekt der Initiative „Lebensraum Linden“ und der Buchandlung DECIUS

Foto: Rolls-Royce mit Sedan-Cabriolet-Karosserie von Jacobi Anfang der 1920er Jahre; Quelle: http://gessner-jacobi.de/historie.html

Schmucki-Festival

Linden History: Schmucki Festival

Schmucki-FestivalWer erinnert sich noch an das Schmucki-Festival? Dreimal fand es statt.

Los ging es 2009 am 18. April gleich mit einem Highlight. 100 Laufräder wurden von verschiedenen Sponsoren an die Kindergruppen im Stadtteil verteilt. Als Rahmenprogramm hatte Olli vom Lindenrad fünf Hannoveraner Bands organisiert damit alle ihren Spaß hatten. Sind von den Laufrädern eigentlich noch welche im Betrieb?

2010 war dann schon an zwei Tagen Party auf dem Schmuckplatz angesagt. Am 29. und 30. Mai spielten da schon 10 Bands und sorgten für Stimmung bei den Lindenern.

Im darauf folgenden Jahr wurde wieder ein Tag drangehängt und vom 03. bis 06. Juni 2011 fand das leider letzte Schmuckifestival statt. Die lieben Finanzen haben dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Bericht von h1 zum Fest 2011:

Senioren-Service-Zentrum

Hannover damals – Zeitzeugen erinnern sich: „Sebastian Kurbach – Ein Leben für Hannover 96“

Senioren-Service-Zentrum
Senioren-Service-Zentrum

„Hannover damals – Zeitzeugen erinnern sich“ heißt das Angebot des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH), bei dem sich in loser Folge bekannte HannoveranerInnen vorstellen, die die Landeshauptstadt besonders geprägt, beeinflusst oder auch beschrieben haben – oder in einer besonderen Tätigkeit Ungewöhnliches erlebt haben.

Am Montag (10. Oktober) ab 15 Uhr bis etwa 16.30 Uhr ist der Historiker und Hannover 96-Archivar Sebastian Kurbach zu Gast.

Seit 120 Jahren bietet Hannover 96 den Menschen in und um Hannover ein emotionales Zuhause und ist eines der Aushängeschilder der Stadt. Hannover 96 ist darüber hinaus einer der ältesten Fußballklubs in Deutschland. Teamgeist und Miteinander sind seit jeher absolute Erfolgsfaktoren für 96.

Sebastian Kurbach erzählt anhand von Mannschaftsfotos aus den letzten 120 Jahren Geschichten längst vergangener Teams. Berührende Einzelschicksale, die frühe Geschichte des Fußballs in Hannover, Erfolge und tragische Niederlagen liegen eng beieinander. Darüber hinaus gibt es Original-Objekte aus dem reichen Archivbestand von Hannover 96 zu bestaunen. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, einzigartige Erinnerungsfotos mit Meisterschale und DFB-Pokal zu machen.

Die Moderation übernimmt Karlheinz Utgenannt, ehemaliger Pressesprecher der Stadt.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Reihe findet statt im Veranstaltungszentrum des KSH, Ihmepassage 5 (Eingang Blumenauer Straße). Weitere Informationen sind unter der Telefonnummer 168-45195 beim KSH erhältlich.

Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause

Stolpersteinverlegung 2016

Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause
Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause

Verlegung von 27 Stolpersteinen am Freitag, dem 30. September, an 9 Orten für Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover.

Seit 2007 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig in Zusammenarbeit mit der Städtischen Erinnerungskultur und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stolpersteine in Hannover. Die bislang 330 Stolpersteine für Opfer aus 7 Opfergruppen regen inmitten des Stadtbildes zu einer thematischen Auseinandersetzung mit den Schicksalen nationalsozialistischer Ausgrenzung und Verfolgung an. Aus den unterschiedlichen Biographien der diesjährigen Stolpersteinverlegung in Hannover seien exemplarisch folgende Schicksale genannt:

Mit der Verlegung des Stolpersteins in der Große Barlinge 4 für Wilhelm Weber, der am 21.09.1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ in Berlin Plötzensee hingerichtet wurde, erfährt sein Schicksal eine nachträgliche Anerkennung. Eine „Wiedergutmachung“ war seiner Witwe in den 1950er Jahren von den Behörden mit dem Hinweis auf seine frühere aktive Mitgliedschaft in der NSDAP versagt worden.

Der jüdische Kaufmann Alfred Wechsler, für den in der Yorckstr. 10 ein

Stolperstein verlegt wird, wurde am 23.07.1942 von Hannover in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er wenige Tage später am 02.08.1942 verstarb. Mit einem Lebensalter von 93 Jahren war er der Älteste aus Hannover nach Theresienstadt deportierte. Heute leben noch 5 seiner Enkel u.a. in Hannover.

Bei der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Katz in der Laportestraße 24 A freut es uns, den Enkel bzw. Sohn der Familie, Keith Gardner aus den USA, bei der Verlegung begrüßen zu können. Bei der Stolpersteinverlegung in der Rampenstraße werden Herr Dr. Peter Sheridan, aus Australien (Sydney) ein Enkel von Otto Schartenberg und sein Halbbruder, ebenfalls Enkel von Otto Schartenberg anwesend sein.

Ablaufplan der Stolpersteinverlegung am 30. September 2016

Stadtbezirk Mitte

9.00 – 9.20 Uhr
Kramerstraße 4, 30159 Hannover
1 Stolperstein für Otto Kreikbaum
(Verfolgtengruppe politisch Verfolgte)

Stadtbezirk Südstadt-Bult

9.25 – 9.45 Uhr
Große Barlinge 4, 30171 Hannover
1 Stolperstein für Wilhelm Weber
(Verfolgtengruppe Wehrkraftzersetzer)

9.55 – 10.15 Uhr
Aegidiendamm 8, 30169 Hannover
5 Stolpersteine für die Mitglieder der Familie Topf
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Linden-Limmer

10.25 – 10.45 Uhr
Laportestraße 24A, 30449 Hannover
3 Stolpersteine für die Mitglieder der Familie Katz
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

10.50 – 11.10 Uhr
Rampenstraße 5, 30449 Hannover
1 Stolperstein für Otto Schartenberg
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Mitte

11.25 – 11.45 Uhr
Yorckstraße 10, 30161 Hannover
2 Stolpersteine für Alfred und Toni Wechsler
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Alfred und Toni Wechsler am Brocken, 1913

Stadtbezirk Vahrenwald-List

11.50 – 12.10 Uhr
Vahrenwalder Straße 18, 30165 Hannover
1 Stolperstein für Dr. Arno Behrendt
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode

12.30 – 12.50 Uhr
Großer Hillen 36, 30559 Hannover
1 Stolperstein für Lina Spiegelberg
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Vahrenwald-List

13.10 – 13.30 Uhr
Waldstraße 38, 30163 Hannover
12 Stolpersteine für ehem. Bewohner des Hauses
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Bei den angegebenen Zeiten handelt es sich um ungefähre Angaben. Im Laufe der Verlegungen können sich Abweichungen nach vorne oder hinten ergeben. Bitte planen Sie +/- 15 Minuten ein. Bei Fragen zu den aktuellen Zeiten können Sie uns am Verlegetag ab 08.30 Uhr telefonisch unter 0160 3693120 (Dr. Kreter) erreichen.

Die Paten der Stolpersteine und die zahlreichen teilnehmenden Familienmitglieder der Opfer des NS-Regimes, für die an diesem Tag Stolpersteine verlegt werden, sind nach der Verlegung ab 14 Uhr im Gartensaal im Neuen Rathaus zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Letzter Feinschliff an der Beleuchtung des Kesselhauses

Eröffnung des Kesselhauses Linden

Kesselhaus Linden
Kesselhaus Linden

Feierliche Einweihung des wiederbegehbaren historischen Baudenkmals mit Live-Musik und öffentlichen Führungen

Termin: Sonntag, 11.09.2016 von 11-18 Uhr
Eintritt: frei
ORT: Kulturzentrum FAUST / Kesselhaus Linden

Das Kesselhaus auf dem Gelände der ehemaligen Bettfedernfabrik Werner & Ehlers ist ein wichtiges Wahrzeichen der Industrialisierung in Linden. Als einer der letzten Zeugen erinnert es an eine vergangene Industriekultur, die diesen Stadtteil über mehr als 150 Jahre geprägt hat.

Kesselhaus Linden vor der Sanierung
Kesselhaus Linden vor der Sanierung

Doch aufgrund seiner Kontaminierung mit Asbest und Taubenkot war es in den letzten Jahrzehnten nicht mehr begehbar. Die 2013 gegründete Neue Kesselhaus-Initiative hatte es sich zum Ziel gemacht, diesen Zustand zu beenden und das historische Baudenkmal zu sanieren und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die nötigen finanziellen Mittel sind inzwischen mit Hilfe von Bundesmitteln, Stiftungen, privaten Stiftern und vielen Kleinspenden aus der Bevölkerung sowie durch die Unterstützung von Denkmalschützern, Architekten und der Politik und Verwaltung zusammengekommen und die Sanierung ist abgeschlossen. Im nächsten Schritt soll dann gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit über eine Umnutzung nachgedacht werden.

Kesselhaus Linden
Kesselhaus Linden

Doch nun ist es erst einmal an der Zeit, das Lindener Kesselhaus wieder zu eröffnen. Am Tag des offenen Denkmals, dem 11. September, wird die Neueröffnung von 11 bis 18 Uhr gefeiert und interessierte Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, Lindens Wahrzeichen erstmalig von innen zu sehen und dabei auch den historischen Kessel zu bestaunen.

Der Festakt beginnt um 11 Uhr mit Grußworten und einer Einführung von Peter Hoffmann-Schoenborn (Faust-Stiftung), Walther Engel (Neue Kesselhaus-Initiative) und Sven-Christian Kindler (Mitglied des Deutschen Bundestages, haushaltspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen).

Lutz Krajenski
Lutz Krajenski

Im Anschluss gibt es Live-Musik vom hannoverschen Pianisten und Hammond-Orgel-Virtuosen Lutz Krajenski.

Ab 12 Uhr wird es regelmäßige Führungen geben, bei denen die Möglichkeit zur Besichtigung des Kesselhauses in Kleingruppen besteht.

Um 15:00 Uhr bedankt sich die Kesselhaus-Initiative bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die zur Sanierung des Kesselhauses mit einem Baustein beigetragen haben, mit einem festlichen Gruppenfoto.

www.linden-kesselhaus.de

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