Startschuss für größtes dezentrales, digitales Mahnmal und neue Stolpersteine

Der Zugang zum "größten dezentralen Mahnmal der Welt" in Hannover ist heute (4. Juni) von Kulturdezernentin Marlis Drevermann freigeschaltet worden. Mit der Darstellung der bisher 222 verlegten Stolpersteine in der digitalen hannoverschen Stadtkarte gibt es auf einen Klick Informationen zu den Biographien und zu den verschiedenen Schicksalen der Opfer des Nationalsozialismus, die mit einem Stolperstein bedacht sind. Die Karte ist für alle offen, besonders geeignet aber für Lerngruppen aus Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Die Idee ist aus der Kooperation vom Projekt Erinnerungskultur und der Stadtvermessung (Geoinformation) entstanden. Für die DVD "150 Jahre Stadtvermessung" war 2010 ein Prototyp entwickelt worden, der nun erweitert und www-fähig gemacht wurde.

Die digitale Stadtkarte der Stolpersteine ist unter www.hannover-gis.de/GIS/?thema=37 zu finden.

Neue Stolpersteine:
Am 12. Juni werden 18 neue Steine an acht Orten im Stadtgebiet verlegt. Diese Steine erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, die auf andere Weise infolge der NS-Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind, die in die Emigration getrieben wurden und dort überlebt haben oder die befreit wurden und überlebt haben.

In Hannover erinnern Stolpersteine an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Die Steine werden am letzten selbst gewählten Wohn- oder Arbeitsort der Verfolgten in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte…" den Namen, den Geburtsjahrgang sowie die Umstände des Todes.

Seit 2007 wurden in Hannover 222 Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt. Das vom Kölner Künstler Gunter Demnig initiierte Projekt wird durch den städtischen Fachbereich Bildung und Qualifizierung/Projekt Erinnerungskultur und die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. realisiert.

Ablauf am 12. Juni (Mittwoch):

Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld
9 bis 9.20 Uhr,
Berckhusenstraße 32, 30625 Hannover
für Heinrich Bock
(Verfolgtengruppe politisch Verfolgte)

Stadtbezirk Hannover-Mitte
9.35 bis 9.55 Uhr,
Volgersweg 14, 30175 Hannover
für Frieda und Siegmund Edelstein
(Verfolgtengruppe Juden)

10.05 bis 10.25 Uhr
Johann-Trollmann-Weg, 30159 Hannover
für Julius ‚Mauso‘ Trollmann (Nachverlegung zu bereits vorh. Steinen)
(Verfolgtengruppe Sinti)

10.30 bis 10.50 Uhr
Goethestraße 36, 30169 Hannover
für Erna Zella, Rachmil Emil und Hans-Joachim Brodacz
(Verfolgtengruppe Juden)

Stadtbezirk Linden-Limmer
10.55 bis 11.15 Uhr
Beethovenstraße 10, 30449 Hannover
für Gertrud und Marie Lenzberg
(Verfolgtengruppe Juden)

Stadtbezirk Vahrenwald-List
11.30 bis 11.50 Uhr
Gabelsbergerstraße 10, 30163 Hannover
für Marie Sternheim
(Verfolgtengruppe Juden)

11.55 bis 12.15 Uhr
Ferdinand-Wallbrecht-Straße 34, 30163 Hannover
für Adolf Meyer, Paula Jacobson und Anna Edersheim
(Verfolgtengruppe Juden)

12.20 bis 12.45 Uhr
Richard-Wagner-Straße 22, 30177 Hannover
für Rudolf und Lilly Herzberg, Nanny Rondsheim,
Bernhard und Ruth Lang
(Verfolgtengruppe Juden)

Mit den neuen Steinen erinnern in Hannover dann insgesamt 240 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.


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