Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.

Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933 bis 1945

Seitheute (19. März) ist im Bürgersaal des Neuen Rathauses die Ausstellung "Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht." – Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933 bis 1945, zu sehen. Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Ohne Demokratie ist Diktatur", die von den hannoverschen Gewerkschaften anlässlich des 80. Jahrestages der Besetzung des Gewerkschaftshauses organisiert wird.

GewerkschafterInnen gehörten zu den frühesten und aktivsten Gegnern des Nationalsozialismus. Viele von ihnen bezahltenWiderspruch und Widerstand mit der Inhaftierung in Konzentrationslagern. An das Schicksal dieser jungen Männer und Frauen will die Wanderausstellung der Freien Universität Berlin, der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Hans-Böckler-Stiftung, erinnern. Ergänzt wird die Ausstellung durch Tafeln von lokalen Persönlichkeiten des Widerstandes.

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag von 07.15 bis 18 Uhr
Freitag von 07.15 bis 16 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Veranstalter von "Ohne Demokratie ist Diktatur" sind
DGB Region Hannover-Mitte
IG BCE Bezirk Hannover
IG Metall Hannover
Ver.di Bezirk Hannover/ Leine-Weser
Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Region Mitte

In Kooperation mit
Landeshauptstadt Hannover

Zeitraum der Veranstaltungsreihe
Die Veranstaltungsreihe findet vom 19. März bis 06. Mai 2013 statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.niedersachsen-mitte.dgb.de

Geschichtlicher Hintergrund
Vor80 Jahren, am 2. Mai 1933 überfielen und besetzten die Nationalsozialisten reichsweit die Gewerkschaftshäuser. Gewerkschafter wurden misshandelt und verhaftet, das Eigentum beschlagnahmt. Obwohl dienationalsozialistische Regierung den 1. Mai bereits zu einem ‚Feiertag der nationalen Arbeit‘ erklärt und zum gesetzlichen Feiertag gemacht hatte rief der ADGB (Allg. Deutscher Gewerkschaftsbund) am 15. April 1933 seine Mitglieder zur Beteiligung an den von den Nazis veranstalteten Kundgebungen auf.

Mit der Entscheidung, sich anzupassen, glaubte der ADGB trotz aller Vorkommnisse zu diesem Zeitpunkt immer noch, seine Verbände als unpolitische berufsständische Organisationen durch eine, wie man meinte, kurze Zeitspanne der NSDAP-Herrschaft lavieren zu können. Eine fatale politische Fehleinschätzung. Das was folgte an diesem 2. Mai markierte dann den vorläufigen Höhepunkt der Zerschlagung der Gewerkschaften. Der nationalsozialistische Terror, dem in den Wochenzuvor bereits Kommunisten und Sozialdemokraten ausgesetzt waren, traf nun auch die im ADGB zusammengeschlossenen Freien Gewerkschaften. Mit Propaganda und Terror in den ersten Monaten 1933 beschleunigten die Nazis die Zerschlagung der Arbeiterbewegung, die Ausschaltung der Demokratie und die Gleichschaltung des Reiches.

Das hannoversche Gewerkschaftshaus in der Goseriede wurde wie viele andere bereits vor dem 2. Mai überfallen. Am Vormittag des 1. April stürmten SS und SA Leute das Volksheim und verhafteten zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre. Am Nachmittag desselbenTages wurde die Zentrale des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands am Rathenauplatz von Nazis besetzt.


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