Hannovers OB Weil verurteilt Steinwürfe auf jüdische Tanzgruppe

OberbürgermeisterStephan Weil hat die Angriffe von Jugendlichen auf eine jüdischeTanzgruppe bei einem Stadtteilfest in Hannover scharf verurteilt. "Wirnehmen den Vorfall sehr ernst. So etwas hat es unseres Wissens inHannover noch nicht gegeben. Wir werden deshalb Strafanzeige erstatten.Eine derartige Störung eines solchen Festes werden wir nichttolerieren", sagte Weil am Dienstag.

Bei einem Fest zum "5.Internationalen Tag" des städtischen Kulturtreffs im Stadtteil Sahlkampmit Künstlern zahlreicher Kulturgruppen am vorigen Samstag (19. Juni)wurde der Auftritt einer Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeindeplötzlich gestört. Weit über hundert Erwachsene, Kinder und Jugendlicheaus unterschiedlichen Nationen hatten die Aufführungen bis dahinbegeistert gefeiert.

Beim Auftritt der jüdischen Tanzgruppe riefeneinige Kinder und Jugendliche zunächst judenfeindliche Ausdrücke. DerVeranstaltungsleiter stellte sie daraufhin zur Rede. Von einigenanderen Jugendlichen wurden dennoch größere Kieselsteine Richtung Bühnegeworfen. Die Steine hatten sie sich offensichtlich von einer nahegelegenen Baustelle mitgebracht. Ein Stein traf eine Tänzerin am Bein.Die jüdische Tanzgruppe brach ihr Programm daraufhin ab. Bei denStörern handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Verantwortlichendes Kulturtreffs um Kinder aus libanesischen, iranischen undpalästinensischen Familien.
Die städtischen Kultur- undJugendbehörden werden den Vorfall im Stadtteil Sahlkamp aufarbeiten unddie bereits bestehende    Integrationsarbeit verstärken. "Wir wollen zudiesem Vorgang Gespräche mit den Betroffenen, Vertretern des Stadtteilsund der Gruppen unterschiedlicher Kulturen und Religionen führen, damitsolche Vorgänge nicht wieder passieren", sagte Weil.

"Wir bedauern den Vorfall umso mehr, als vonHannover wichtige Signale der Versöhnung ausgegangen sind. Geradezwischen den jüdischen und palästinensischen Gemeinden in Hannover hates eine bundesweit einmalige Annäherung gegeben", sagte Weil. Vertreterbeider Seiten beteiligten sich am 1. Mai vorigen Jahres in Hannovergemeinsam an einer Großdemonstration gegen Ausländerfeindlichkeit undRassismus. "Im Geiste dieses Dialogs sollen jetzt auch die Gespräche imStadtteil Sahlkamp geführt werden", sagte Weil.


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