Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause

Stolpersteinverlegung 2016

Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause
Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Franz Nause

Verlegung von 27 Stolpersteinen am Freitag, dem 30. September, an 9 Orten für Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover.

Seit 2007 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig in Zusammenarbeit mit der Städtischen Erinnerungskultur und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stolpersteine in Hannover. Die bislang 330 Stolpersteine für Opfer aus 7 Opfergruppen regen inmitten des Stadtbildes zu einer thematischen Auseinandersetzung mit den Schicksalen nationalsozialistischer Ausgrenzung und Verfolgung an. Aus den unterschiedlichen Biographien der diesjährigen Stolpersteinverlegung in Hannover seien exemplarisch folgende Schicksale genannt:

Mit der Verlegung des Stolpersteins in der Große Barlinge 4 für Wilhelm Weber, der am 21.09.1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ in Berlin Plötzensee hingerichtet wurde, erfährt sein Schicksal eine nachträgliche Anerkennung. Eine „Wiedergutmachung“ war seiner Witwe in den 1950er Jahren von den Behörden mit dem Hinweis auf seine frühere aktive Mitgliedschaft in der NSDAP versagt worden.

Der jüdische Kaufmann Alfred Wechsler, für den in der Yorckstr. 10 ein

Stolperstein verlegt wird, wurde am 23.07.1942 von Hannover in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er wenige Tage später am 02.08.1942 verstarb. Mit einem Lebensalter von 93 Jahren war er der Älteste aus Hannover nach Theresienstadt deportierte. Heute leben noch 5 seiner Enkel u.a. in Hannover.

Bei der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Katz in der Laportestraße 24 A freut es uns, den Enkel bzw. Sohn der Familie, Keith Gardner aus den USA, bei der Verlegung begrüßen zu können. Bei der Stolpersteinverlegung in der Rampenstraße werden Herr Dr. Peter Sheridan, aus Australien (Sydney) ein Enkel von Otto Schartenberg und sein Halbbruder, ebenfalls Enkel von Otto Schartenberg anwesend sein.

Ablaufplan der Stolpersteinverlegung am 30. September 2016

Stadtbezirk Mitte

9.00 – 9.20 Uhr
Kramerstraße 4, 30159 Hannover
1 Stolperstein für Otto Kreikbaum
(Verfolgtengruppe politisch Verfolgte)

Stadtbezirk Südstadt-Bult

9.25 – 9.45 Uhr
Große Barlinge 4, 30171 Hannover
1 Stolperstein für Wilhelm Weber
(Verfolgtengruppe Wehrkraftzersetzer)

9.55 – 10.15 Uhr
Aegidiendamm 8, 30169 Hannover
5 Stolpersteine für die Mitglieder der Familie Topf
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Linden-Limmer

10.25 – 10.45 Uhr
Laportestraße 24A, 30449 Hannover
3 Stolpersteine für die Mitglieder der Familie Katz
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

10.50 – 11.10 Uhr
Rampenstraße 5, 30449 Hannover
1 Stolperstein für Otto Schartenberg
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Mitte

11.25 – 11.45 Uhr
Yorckstraße 10, 30161 Hannover
2 Stolpersteine für Alfred und Toni Wechsler
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Alfred und Toni Wechsler am Brocken, 1913

Stadtbezirk Vahrenwald-List

11.50 – 12.10 Uhr
Vahrenwalder Straße 18, 30165 Hannover
1 Stolperstein für Dr. Arno Behrendt
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode

12.30 – 12.50 Uhr
Großer Hillen 36, 30559 Hannover
1 Stolperstein für Lina Spiegelberg
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Stadtbezirk Vahrenwald-List

13.10 – 13.30 Uhr
Waldstraße 38, 30163 Hannover
12 Stolpersteine für ehem. Bewohner des Hauses
(Verfolgtengruppe Juden/Jüdinnen)

Bei den angegebenen Zeiten handelt es sich um ungefähre Angaben. Im Laufe der Verlegungen können sich Abweichungen nach vorne oder hinten ergeben. Bitte planen Sie +/- 15 Minuten ein. Bei Fragen zu den aktuellen Zeiten können Sie uns am Verlegetag ab 08.30 Uhr telefonisch unter 0160 3693120 (Dr. Kreter) erreichen.

Die Paten der Stolpersteine und die zahlreichen teilnehmenden Familienmitglieder der Opfer des NS-Regimes, für die an diesem Tag Stolpersteine verlegt werden, sind nach der Verlegung ab 14 Uhr im Gartensaal im Neuen Rathaus zu Kaffee und Kuchen eingeladen.


Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Mein jüdischen Vorfahren würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie mitbekämen was für ein Quatsch hier im Namen angeblicher Geschichtsaufarbeitung betrieben wird…

    Antworten

    • Ist sicherlich nicht jedermanns Sache die Stolpersteine. Das aber immer wieder viele Nachfahren der mit Stolpersteinen bedachten extra dafür von weit her anreisen ist auch nicht von der Hand zu weisen. Soll doch einfach jeder auf seine Weise der Geschichte gedenken.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.