Grundschule Kastanienhof

Eine Sporthalle als Flüchtlingsunterkunft?

Grundschule Kastanienhof

Liebe Stadt Hannover, geht es noch? Flüchtlinge in einer Sporthalle unterbringen zu wollen ist auch unter Idealbedingungen schon ein Armutszeugnis. Dies aber auch noch in einer in Betrieb befindlichen Grundschule zu tun setzt dem Ganzen die Krone auf. Wenn man bedenkt, wie viele Hotelzimmer im Stadtgebiet nur bedingt ausgelastet sind oder das am anderen Ende vom Stadtbezirk ein ganzes Krankenhaus leer steht schüttelt man nur noch mit dem Kopf. Aber das eine ist eben zu teuer und das andere gehört der Region Hannover. Man fragt sich was als Nächstes kommt. Werden jetzt Zelte angeschafft oder gibt es nur noch eine Zeitung für die Parkbank.

Nichtsdestotrotz werden die Flüchtlinge im Stadtteil gerne willkommen sein.

ab


Presseinformation des Bezirksbürgermeisters Linden-Limmer

Die besondere Herausforderung bei der Flüchtlingsunterbringung in der Sporthalle der GS Kastanienhof besteht sowohl in der Vereinbarkeit der Einrichtung einer Flüchtlingsnotunterkunft mit dem Ganztagsbetrieb einer Grundschule, wie auch in der menschenwürdigen Gestaltung der Unterkunft für die betroffenen Flüchtlinge! – Nach den bisherigen Infos und Besuch der Schule am heutigen Nachmittag ergibt sich folgende Zusammenfassung der derzeitigen Situation:

Grundsätzliches:

  • Es werden ca. 30 Personen in der Turnhalle untergebracht, die Halle wird dafür derzeit hergerichtet und ausgestattet,
  • Es sollen nur alleinstehende männliche Flüchtlinge untergebracht werden (Herkunft derzeit noch unbekannt, „vermutlich Balkan, ex Jugoslawien“)
  • Auf die Nennung eines Zeitraums will sich niemand festlegen („aber wir sind bemüht diese Unterbringungsform so kurz wie möglich zu halten“), kann aber auch längere Zeit heißen,
  • Die Schule hat heute die Elternschaft durch einen Elternbrief über die Planungen und Hintergründe informiert,
  • Die Schule hat heute die SchülerInnen durch pädagogische Unterrichtseinheiten zum Thema Flucht auf die bevorstehenden Gäste vorbereitet,
  • Die Schule bereitet mit der Schülerschaft Willkommensaktionen für den Empfang vor,

Die Wünsche der Schule wurden durch die LHH (weitgehend) berücksichtigt:

  • Es wird einen eigenen Zugang geben, die Flüchtlinge müssen die Halle also nicht durch das Schulgebäude betreten,
  • Die sanitären Einrichtungen sind zwar turnhallengemäß, aber (nach persönlicher Inaugenscheinnahme) bei 30 Personen und nur einem Geschlecht zumutbar,
  • Es gibt keinen eigenen Außenbereich, so wird durch einen Bauzaun mit Sichtschutz ein Streifen vom Schulhof abgetrennt, der eine mindestnotwenige gegenseitige Privatsphäre & Distanzraum bildet (der Schulhof wird von der Schule im Ganztagsbetrieb genutzt und auch während der Schulferien im Ganztagsbetrieb bespielt),
  • Da keine Kochmöglichkeit besteht, wird das Essen angeliefert und kann in einem kleinen Gemeinschaftsbereich verzehrt werden,
  • Eine (typische & bekannte) Betreuung erfolgt durch das Rote Kreuz (sowohl der Sicherheitsdienst (24/7) & durch SozialarbeiterInnen),

Weiteres Vorgehen:

Der Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube wird zeitnah gemeinsam mit der Schulleitung der GS Kastanienhof zu einer Infoveranstaltung breit einladen in der alle Betroffenen zu Wort kommen können und die Stadt Hannover zu Aussprache und Hintergrundinfos eine Teilnahme zugesagt hat; ferner soll dort auch das formulierte Interesse an der Bildung eines Freundeskreises aufgegriffen werden.

Eingeladen werden alle Interessierten, besonders die Nachbarn, die Elternschaft, die betroffenen Sportvereine und alle an der Bildung eines Freundeskreises interessierten.

Der konkrete Termin wird derzeit abgestimmt und in den nächsten Tagen veröffentlicht!

Der Stadtbezirk Linden-Limmer ist für seine langandauernde Migrationsgeschichte und Integrationsfähigkeit und -bereitschaft bekannt und wird sich auch hier entsprechend gastfreundlich zeigen!


Pressemitteilung Stadt Hannover:

Grundschule Kastanienhof: Große Sporthalle wird Notunterkunft für Flüchtlinge

Die große Sporthalle an der Grundschule Kastanienhof im Stadtteil Limmer muss ab Donnerstag (18. Juni) vorübergehend als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Schulleitung und Sportvereine sind bereits darüber informiert. Grund hierfür ist die kontinuierliche Steigerung der wöchentlichen Zuweisungsrate des Landes Niedersachsen und der geringe Vorlauf. Der Landeshauptstadt Hannover (LHH) wurden in dieser Woche rund sechzig Menschen zugewiesen, rund dreißig davon sollen zunächst in der großen Sporthalle untergebracht werden. Die hohen Standards der LHH für die sozialfürsorgerische Betreuung gelten auch für diese Notunterkunft. SozialarbeiterInnen des Deutschen Roten Kreuzes sind vor Ort.

Derzeit leben rund 2.650 Flüchtlinge in den Unterkünften der LHH, die dezentral im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Die Stadt lotet alle Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen aus. Zusätzlich arbeitet die LHH weiterhin an der Umsetzung des vom Rat beschlossenen Leitbildes.


Pressemitteilung DIE LINKE:

Willkommenskultur sieht anders aus!

Mit der Einquartierung von Flüchtlingen in die Turnhalle der Grundschule Kastanienhof stellt sich die Stadt erneut ein Armutszeugnis aus.

„Als ob die Flüchtlinge völlig überraschend nach Hannover kommen würden“, so Dirk Machentanz, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Linden-Limmer.

„Eine menschenwürdige Unterbringung in der Turnhalle Kastanienhof ist nicht möglich. Die Stadt Hannover will anscheinend auf Kosten der Flüchtlinge sparen. Der Aufbau eines Containerdorfes auf dem brachliegenden Conti-Parkplatz ist der Stadt wohl zu teuer. Offensichtlich sieht der Bauunternehmer Papenburg wohl seine und die Pläne von Rotgrün für eine schöne und teure Wasserstadt durch ein solches Containerdorf gefährdet“, so Machentanz weiter.

„Gleichzeitig kann in der Grundschule Kastanienhof nun für die dortigen Schülerinnen und Schüler, sowie für die Kinder aus den ansässigen Kitas kein Sportunterricht mehr stattfinden.“
Limmer wird damit zu sportfreien Zone. Bekanntlich ist auch der Freibadbereich vom nicht zugänglich.

„Die LINKE fordert umgehend den Bau eines Containerdorfes auf dem ehemaligen Gelände des Conti-Parkplatzes als Übergang. Es gibt sicherlich Wege und Möglichkeiten Herrn Papenburg zu zwingen sein brachliegendes Gelände für die Unterkunft von Flüchtlingen zu nutzen. Außerdem wäre es angebracht, wenn sowohl Herr Papenburg als auch die Rotgrüne Mehrheit im Rat der Stadt noch den Hauch eines sozialen Gewissens hätten“, sagt Dirk Machentanz.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Machentanz
Fraktionsvorsitzender


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.