Deisterstraße

Rathaus in der Deisterstraße, 1910
Rathaus um 1910

Geschichte

Die ist die alte Landstraße in Richtung Ricklingen. Zwischenzeitlich hieß sie auch mal Chaussee Straße. 1883 baut Christoph Hehl hier für Linden das erste Lindener Rathaus. Am 29. Mai 1885 wurde hier der erste Magistrat der Stadt Linden in sein Amt eingeführt. Doch schon 10 Jahre später wird das neue Ortszentrum rund um den heutigen Lindener Marktplatz angelegt und 1899 das neue Rathaus am Marktplatz fertiggestellt und einweiht. Damit ist das Rathaus an der schon nach 16 Jahren wieder seiner Funktion beraubt.

DeisterstraßeDeisterstraße

Um 1900 wird am anderen Ende der Deisterstraße die Fleischwarenfabrik Ahrberg am Deisterplatz gegründet. Heute ist hier eines der Vorzeigeobjekte hannoverscher Fabriksanierung/Umnutzung zu finden, das Ahrberg-Viertel. Die Deisterstraße verbindet heute die Verkehrsknotenpunkte Schwarzer Bär und den Deisterplatz. Auch früher hat die Landstraße nach Ricklingen schon eine Verkehrstechnisch bedeutende Rolle gespielt. Sie führte zur lange Zeit einzigen Brücke über die Ihme. Erst 1869 wird am heutigen Küchengarten die zweite Brücke zwischen Linden und Hannover erbaut.

Deisterstraße 1906Deisterstraße 2007

Revitalisierung

Nachdem die Deisterstraße in den letzten Jahren immer mehr an Attraktivität eingebüßt hat, wurde von der Stadt Hannover im Rahmen des Programms StartUp-impuls der Sonderpreis „Mode & Design“ vergeben. Der Sonderpreis richtet die Aufmerksamkeit auf junge Modemacherinnen und kreative Accessoire-Designer und bietet dabei den angehenden Selbstständigen Entwicklungsperspektiven als Ladeninhaber in der Deisterstraße.

Für den Aufbau eines eigenen Unternehmens an der Deisterstraße bietet der Sonderpreis Prämien in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, plus jeweils ein Jahr ein mietfreies Ladenlokal, für das lediglich die Nebenkosten zu tragen sind sowie umfangreiche Beratung während der Gründungsphase.

Neben den generellen Anforderungen an das Geschäftskonzept im Ideenwettbewerb Startup-Impuls, gilt es für die Kandidaten des Sonderpreises Mode & Design weitere Anforderungen zu berücksichtigen. Denn das Geschäftskonzept soll nicht nur betriebswirtschaftlich überzeugen. Besonderen Wert wird auf das Ladenkonzept gelegt, da das Ladenlokal einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Deisterstraße leisten soll. Hier bietet sich viel Raum für innovative Ideen und kreative Lösungen.

1. Das Geschäftskonzept muss aus dem Bereich Mode & Design kommen, bzw. in diesem Bereich Produkte und/oder Dienstleistungen anbieten.
2. Die Produkte und/oder Dienstleistungen sollen kreative und innovative Ansprüche mit marktwirtschaftlicher Umsetzbarkeit verknüpfen.
3. Sofern möglich, sollten Qualifikationen und Referenzen im Bereich Mode & Design nachgewiesen werden.
4. Das Geschäftskonzept soll in besonderer Weise zur Entwicklung und Attraktivierung der Deisterstraße beitragen.

1. im Hinblick auf die Gestaltung der Straße
(z. B. durch das ins Entwicklungskonzept der Deisterstraße passende Angebot/Ladenlokal, die Schaufenster-/Fassadengestaltung, die innovative Nutzung des Gehweges)
2. im Hinblick auf die Mitarbeit im entstehenden Netzwerk der Deisterstraße
(z. B. durch Beteiligung an gemeinsamen Aktionen, die Bereitschaft zur Vernetzung & Kooperation, durch innovatives Engagement)

Der Sonderpreis wird ausgelobt von der Wirtschaftsförderung der Stadt Hannover und unterstützt durch die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH , das Quartiermanagement Linden-Süd, die Fachhochschule Hannover Fachbereich Design und Medien und die fahmoda gGmbH. Die Wirtschaftsförderung Hannover fördert die Stadtteilentwicklung und innovative Ansätze lokaler ökonomie mit zahlreichen Projekten und Aktivitäten.

Deisterkiez

Aus diesen Aktivitäten entstand der:
Deisterkiez

Erstes Rathaus Linden
Erstes Rathaus

Der Hauptpreis ging an Ann-Kristin Raaber und Lucy Winkler von der Modeschule . Sie planen auf der Deisterstraße einen Showroom für ihre Modekreationen (grossstadtrekorder). Dazu sollen Künstler ihre Werke im Ladenlokal präsentieren können.
Die Lindenerin Anne Wendlandt (Enna) plant ein Geschäft für Mode-Accessoires und Geschenkartikel.Und als dritte Preisträgerin gesellt sich Geraldine Lindner mit ihrem Konzept „wandel-dein-gewand“ zu den Preisträgerinnen.

Der erste Preis ist mit 5.000 Euro und die zwei anderen Preise mit je 2.500 Euro dotiert. Dazu gibt es die besagten Ladengeschäfte im ersten Jahr mitfrei. Die Ladengeschäfte sollen möglichst nah zusammen gelegt werden.
Die Jury hat die Preisträger auch unter dem Gesichtspunkt der Langlebigkeit ausgesucht. Dazu sollten die Preisträger auch nicht gegenseitig unter Konkurrenzdruck stehen.Die Mode soll aber nur der erste Schritt für die Deisterstraße sein. Ralf Wittek von der Wirtschaftsförderung Hannover denkt schon darüber hinaus an die klassischen Stadtteilgeschäfte. Einen Bäcker, Metzger und anderen Einzelhandel könnte die Deisterstraße sicher noch attraktiver Machen.

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