Fremd im eigenen Land

Ausstellung: Fremd im eigenen Land – Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust

Fremd im eigenen Land
Fremd im eigenen Land

Die Volkshochschule Hannover und der Verein für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V. präsentieren die Ausstellung „Fremd im eigenen Land – Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“. Eröffnet wird die Ausstellung am 5. Juni um 18.00 Uhr im Foyer der Volkshochschule Hannover von Oberbürgermeister Stefan Schostok und Reinhold Basske, Vorsitzender des Verein für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V. Dr. Hans-Dieter Schmid wird in die Ausstellung einführen.

Hintergrund

Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft 1945 kehrten die Sinti und Roma in eine Gesellschaft zurück, die ihre ablehnende Haltung gegenüber den „Zigeunern“ kaum geändert hatte. So finden sich 1945 wieder Sinti in Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Stade, Leer, Osnabrück und anderen niedersächsischen Gemeinden ein. Zwar geschützt durch Verordnungen der Militärregierung, die Sinti und Roma als Verfolgte des NS-Regimes anerkannten, wurden sie von den Behörden an den Rand der Städte gedrängt. Teilweise wurden sie sogar in die ehemaligen Sammellager verfrachtet, so zum Beispiel in das Lager Altwarmbüchener Moor bei Hannover.

Im Alltag wurden die Sinti weiter durch die Bevölkerung und die Behörden diskriminiert, und von der oft schikaniert. Auch bei der Wiedergutmachung der NS-Opfer musste diese Bevölkerungsgruppe lange Zeit diskriminierende Einschränkungen und bürokratische Schikanen erleben. Diese Erlebnisse empfanden viele als eine „zweite Verfolgung“. Viele von ihnen fühlten sich wie Fremde in einem Land, das ihre Familien doch zum Teil seit Jahrhunderten als ihr eigenes Land, ihre Heimat, betrachtet hatten.

Die Ausstellung zeigt auch, wie sich einzelne Kommunen bemühten, die Sinti angemessen unterzubringen und für die Kinder eine adäquate Schulbildung zu sichern. Thema sind auch die ersten Selbstorganisationen der Sinti, die sich seit Ende der 1970er Jahre als Bürgerrechtsbewegung verstanden und für ihre breite Anerkennung auf nationaler und regionaler Ebene kämpften. Wesentliche Schritte in diesem Prozess waren zwei Veranstaltungen, die in Niedersachsen stattfaden: die Gedenkkundgebung in Bergen-Belsen 1979 und der Welt-Roma-Kongress 1981 in Göttingen.

Mit der Ausstellungseröffnung und dem Begleitprogramm werfen die Veranstalter ein Licht auf die aktuelle Situation von Sinti und Roma in Hannover.

Sonderveranstaltungen

Am 23. Juni um 18.00 Uhr wird ein Filmprojekt von jugendlichen Sinti auf den Spuren ihrer Großeltern gezeigt, „Lagerplatz Altwarmbüchener Moor“.

Am 24. Juni um 18.00 Uhr spricht Thomas Walter, - und Sozialdezernent, zum Thema „Sinti und Roma in Hannover heute“.

Führungen

Informationen zu Führungen für Schulklassen und Gruppen erteilt Boris Erchenbrecher unter der Telefonnummer 0179/9618104 oder per E-Mail unter b.erchenbrecher@sinti-niedersachsen.de.

Öffnungszeiten und Ort

Die Ausstellung ist werktags von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr und samstags von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Eröffnungsfeier und zur Ausstellung ist frei. VHS Hannover, Theodor-Lessing-Platz 1.

Pressemitteilung: Stadt Hannover


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