Neue Ausstellung: „Emmy und Werner Scholem – im Kampf zwischen Utopie und Gegenrevolution“

Werner und Emmy Scholem

Werner und Emmy Scholem

DieAusstellungseröffnung ist am Sonntag, den 29. Mai 2011 um 11.00 Uhr:

ZurEröffnung wird Ralf Hoffrogge, Historiker aus Berlin einen Vortraghalten: „Leben und Kampf von Emmy und Werner Scholem". ImAnschluss daran führt Prof. Dr. Michael Buckmiller ein Gespräch mitRenee Goddard.

Werner Scholem,aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus in Berlin und EmmyWiechelt,protestantisches Arbeitermädchen aus Hannover-Linden, heiraten 1917heimlich in Hannover.

Nachdem Ersten Weltkrieg wird Werner Scholem zunächst Bürgervorsteherfür die USPD in Linden, später arbeiten beide für die KPD. Er wirdMitglied des Preußischen Landtages sowie des Reichstages 1924-28 undOrganisationsleiter der KPD.

1926werden Werner und Emmy wegen ihrer unbeugsamen Ablehnung desStalinismus aus der KPD ausgeschlossen. Emmy ernährt nun alskaufmännische Angestellte die Familie und ermöglicht Werner einJurastudium, das er 1931 abschließt. Das II. Staatsexamen verhinderndie Nazis.

NachHitlers Machtübernahme 1933 werden Emmy und Werner Scholem wegen„Spionage und Wehrkraftzersetzung" verhaftet. Werner, obwohlfreigesprochen, muss eine jahrelange Odyssee durch Gefängnisse undKZ-Lager erdulden. Im Juli 1940 wird er im KZ Buchenwald „auf derFlucht erschossen".

Emmykann 1934 während eines Hafturlaubs fliehen und die Töchter Edithund Renee ins Exil nach England retten. Nach Kriegsende kehrt sienach Deutschland zurück und stirbt 1970 in Hannover. Sie wird aufdem jüdischen Friedhof in Hannover-Bothfeld beerdigt.

DieAusstellung zeigt zahlreiche Bilddokumente und Quellen aus demFamilien-Archiv und macht damit zugleich ein vergessenes KapitelLindener und Hannoveraner Lokalgeschichte sichtbar. Sie wird vonRenéeGoddard,Tochter von Werner und Emmy Scholem, eröffnet.

Siewurde 1923 in Berlin geboren und wuchs dann in Hannover auf, bevorsie mit ihrer Mutter ins Exil ging. Nach einer erfolgreichen Karriereals Schauspielerin war sie in den 50ern eine der Pionierinnen desFernsehens. Heute lebt sie mit ihrem Mann Hanno Fry in Sussex,England.

DieAusstellung im Küchengartenpavillon, Am Lindener Berge 44, istgeöffnet dienstags, freitags und sonntags von 15 – 17 Uhr. Siedauert bis zum 31.Juli 2011.  

EineVeranstaltung von Quartier e. V. Hannover-Linden, mit freundlicherUnterstützung der Geoinformation und dem derLandeshauptstadt Hannover, Bildung und Wissen e. V. Hannover und derStiftung Leben & Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen.


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.