Nach 17.661 Tagen Betrieb wird die Dampfturbine in Linden demontiert

Im Jahr 1959 wurden bei der Siemens Schuckertwerke AG zunächst zwei baugleiche Dampfturbinen mit 55 MW elektrischer Leistung bestellt. Im weiteren Verlauf wurden aus zwei dann drei baugleiche Einheiten. Gefertigt wurden die Maschinen in Mülheim an der Ruhr und in den Jahren 1961 bis 1963 jeweils um etwa ein Jahr versetzt im Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Mit der Inbetriebnahme der Dampfturbinen im begann auch der Betrieb des Fernwärmenetzes in Hannover.

Die in der Mitte gelegene Dampfturbine 2, die bis zum Nachmittag des 25. März 2011 in Betrieb sein wird, wurde erstmals am 16.November 1962 an das Netz geschaltet. Bis zum Jahr 1995 wurde die Anlage im Wesentlichen in Grundlast gefahren, was zu 528 Starts und circa 200.000 Betriebsstunden führte. Als Brennstoff wurde eine große Bandbreite eingesetzt – von Steinkohle über Schweröl und Leichtöl, bis zum aktuellen Erdgas. Ab 1995 wurde die Dampfturbine dann für den Einsatz in der neu entwickelten Gas- und Dampfturbinen-Anlage angepasst und dort ab 1998 überwiegend in Mittellast gefahren.

Neue Turbine mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke Michael G. Feist

Neue Turbine mit dem
Vorstandsvorsitzenden der
Stadtwerke Michael G. Feist

Insgesamt wurde die Dampfturbine in den vergangenen, nahezu 50 Jahren circa 270.000 Stunden betrieben. Das entspricht einem durchgehenden Betrieb von über 30 Jahren. Es wurden 1.789 Starts mit der Dampfturbine gefahren. Mit Hilfe der Dampfturbine konnten in all denJahren rund 9,65 Mrd. kWh Strom und 7,3 Mrd. kWh Fernwärme produziert werden. Umgerechnet auf den durchschnittlichen heutigen Haushaltsverbrauch einer vierköpfigen Familie konnten damit über einen Zeitraum von fast 50 Jahren rund 43.000 Haushalte ganzjährig mit Strom versorgt werden. Die neue Dampfturbine kommt aus dem Siemens-Werk in Görlitz.

Das aktuell laufende Modernisierungsprojekt bewirkt eine Leistungssteigerung der bestehenden Anlage um rund 130 MWel auf 230 MWelbei der Stromproduktion. Die Fernwärmeleistung wird ebenfalls von 90MWth auf 180 MWth erhöht. In Verbindung mit der Kraft-Wärme-Kopplung hat die Anlage höchste Wirkungsgrade und durch Verwendung von Erdgas alsBrennstoff werden CO2-Einsparungen von über 200.000 Tonnen pro Jahr erreicht. Der Umbau des Heizkraftwerks Linden ist damit die derzeit wirksamste Maßnahme im Rahmen der hannoverschen Klima-Allianz 2020.

www.enercity.de


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