Wie schafft man lokale Gerechtigkeit?

Festival der Philosophie – Wie schafft man lokale Gerechtigkeit?

Wie schafft man lokale Gerechtigkeit?Erinnern, Gedenken, Spielen-Lassen am Beispiel der Beethovenstraße

Freitag, 14. März 2014, ! 17 – 19 Uhr im Theodor-Lessing-Saal der VHS

Weil sie immer noch im Zeichen der Macht steht, gegen die sie im Namen von Gleichheit Einspruch erhebt, muss Gerechtigkeit sich selbst überschreiten, soll sie konkret und lokal werden: da, wo wir wohnen und einander begegnen. In der Beethovenstraße kann man studieren, wie im Zusammenspiel mit der Kunst das liebevolle Gedenken an Menschen von gestern mit dem Ermutigen der Kinder aller Herkünfte, im Spiel sie selber zu werden, auf eine gleiche Beheimatung aller hoffen lässt: aber Beheimatung mit dem Besonders- und Fremdbleiben eines jeden – also ohne soziale Kontrolle und hinaus über alle Berechtigung.

Liebevoll wurde in einem Buch der einzigartige Charakter dieser Straße entschlüsselt und der Menschen gedacht, die sie ersonnen haben (der Senator Niemeyer, Pianist, Bildungspolitiker und Mäzen der von ihm hier angesiedelten Schule), die hier Besonderes geleistet haben, die hier zu leiden hatten und doch Zeichen von Mitmenschlichkeit setzten (die Zwangsarbeiter im Jahr 1945), denen sie zur Falle wurde (dem wohlsituierten  jüdischen Schwesternpaar, das sich hier umbrachte und jüngst durch Stolpersteine und ein Blumenbeet geehrt wurde). Ein neuer Akzent wurde dann in diesem Jahr gesetzt: Getragen von dem interkulturellen Verein Kargah und der Stadt Hannover, entstand an der Straßenbahnhaltestelle mit Hilfe namhafter Künstler, Anwohner, Ehrenamtlicher, ja der Erwachsenen, Kinder und Hunde, die vorbei kamen, selbst ein sinnreich gestalteter Platz-zum-Verweilen-und-Spielen, der jeden Einzelnen mit den Besonderheiten seines Aussehens und seiner Herkunft anspricht, ihm Anerkennung verheißt und ihm Mut macht, er selbst zu werden.

Die Philosophie zum Ensemble von Haltestelle, Spielplatz und Straße: Die Gerechtigkeit einer guten Verteilung, so unerlässlich sie ist, reicht nicht hin, um den Menschen eine „Heimat“ zu geben, dazu bedarf es eines Gerechtwerdens, das von Liebe motiviert ist – und Liebe ist es, die hier allenthalben und unverzichtbar am Werk war und darauf wartet weitergelebt und in neue Formen gegossen zu werden.

Die an die drei Vorträge anschließende Podiumsdiskussion versteht sich eher als Medium, auch die Gedanken der Zuhörer aufzunehmen und so über das Vorgetragene hinaus neue Perspektiven zu gewinnen.


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