Broschüre: Chancen für/durch Niederflurbahnen

Hochbahnsteig und Niederflurbord im Vergleich an der Haltestelle Leinaustraße

Hochbahnsteig und Nieder-
flurbord im Vergleich

Der Bau von Hochbahnsteigen für die Stadtbahn wurde an vielen StellenHannovers positiv aufgenommen, auch in Linden wird seit Jahren einhöhengleicher Einstieg in die Stadtbahnen gefordert. Dennoch gibt es gegen den Plan, in derLimmerstraße Hochbahnsteige zubauen, heftigen Protest von Anwohner/innen und Geschäftsleuten.Die Limmerstraße ist deutlich schmaler als die bisherigen Standorte von Hochbahnsteigen,durch solche Stationen würden in der Fußgängerzone Bewegungsfreiheit und Aufenthaltsqualitäteingeschränkt. Barrierefreiheit oder angenehmer Aufenthalt – beides gleichzeitigscheint hier nicht möglich.

BIU und VCD meinen, dass es einen Weg aus diesem Dilemma gibt: Der Einsatz von Niederflur-Fahrzeugen könnte die städtebaulichen Probleme in solchen Situationen wie der Limmerstraßelösen. Sie kritisieren das von der üstra beauftragte Gutachten, weil es einerseits ohne nachvollziehbareEingangsgrößen Niederflurtechnik als „deutlich teurer“ bewertet und andererseitswesentliche Vorteile von Niederflur ausblendet:

  • Niederflurborde sind nur geringfü höher als Bordsteine, sie sparen Platz und können auch von Bussen genutzt werden. So können die Sprinter-Linien der RegioBus zusammen mit der Bahn auf einer ÖPNV-Trasse in die City geführt werden.
  • In Niederflurfahrzeuge können alle Fahrgäste sofort bedeutend leichter ein- und aussteigen – auch dort, wo es noch keine speziellen Bordsteine gibt.
  • Niederflurtechnik muss insgesamt nicht teurer sein, wenn alle Faktoren eingerechnet werden: Fahrzeuge kann man inzwischen „von der Stange“ kaufen, Bau und Instandhaltung der Bahnsteige kosten erheblich weniger und die bei Hochbahnsteigen notwendigen Verlegungen von Gleisen und Leitungen entfallen vollständig oder zum größten Teil.
  • Da Niederflur-Borde preiswerter und flexibler einsetzbar sind, können die Haltestellen genau dort stehen, wo die meisten Fahrgäste ein- und aussteigen wollen. Das führt nicht nur zu kürzeren Wegen, sondern auch zu höheren Fahrgeld-Einnahmen.

Mit dem Bau von weiteren Hochbahnsteigen an der Linie 10 wäre zwar das Thema Niederflur„erledigt“, das Problem des Höhenunterschiedes an zahlreichen Haltestellen aber weiterhinnicht gelöst. Der Preis für diese „Vervollständigung“ von Planungen aus den 60er Jahren istimmens, denn Veränderungen oder Verlängerungen (wie z.B. in die Sallstraße) bleiben städtebaulichmit der Hochflurtechnik schwierig und teuer. Die Niederflurtechnik dagegen eröffnetneue Optionen für die Netzentwicklung in der Zukunft. Dies rechtfertigt es allemal, eine neueVariante des innerstädtischen Schienenverkehrs in Gestalt der Niederflurbahn einzuführen.

Auf Basis der im Folgenden aufgeführten Argumente sind wir überzeugt, dass der Einstieg in dieNiederflurtechnik für Stadt und Region von Vorteil ist. Wir begrüßen die beginnende öffentlicheDiskussion um die Themen „Hochbahnsteige“ und „Niederflurtechnik“. Spätestens jetzt – mitder anstehenden Entscheidung über die Zukunft der „D-Strecke“– ist der Zeitpunkt gekommen,eine Grundsatzdebatte über das zukünftige ÖPNV-System in Hannover zu führen.

 Chancen für/durch Niederflurbahnen (pdf)

Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU)
Stephanusstraße 25
30449 Hannover
Tel.: (0511)443303
Fax: (0511)440579
www.biu-hannover.de

Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Kreisverband Region Hannover
Hausmannstraße 9-10
30159 Hannover
Tel.: (0511)16403-28
Fax; (0511)16403-91
www.vcd.org/hannover

 


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