Kurknall Festival Béi Chéz Heinz

CAPTAIN PLANET. so war es im Oktober kein geringeres Blatt als Die Zeit, das die Frage formulierte: "Sind CAPTAIN PLANET… die Superhelden des deutschen Punk?" Wenn´s nach uns geht, kann es in diesem Fall bei aller Skepsis gegenüber überdrehten US-Cartoon-Figuren nur eine Antwort geben! Denn die 4 grundsympathischen Hamburger Jungs haben sich in den letzten Jahren nicht nur eine treue und begeisterte Zuschauerschar, sondern auch den Ruf einer mitreißenden Live-Band erspielt. Mit ihrem just erschienenen 2.Album Inselwissen überzeugen sie einmal mehr mit treibendem, klarem Postpunk, persönlichen Texten zwischen Melancholie & Aufbruch und alles & jeden umarmenden Melodien. Und um es kurz zu fassen: Sie machen einfach verdammt viel richtig!!!

Zu den tour- & spielfreudigsten Kapellen des Landes zählen zweifelsohne auch die bereits seit 1993 bestehenden INNER CONFLICT, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Ideenvielfalt & ihres Facettenreichtums ein echter "Hingucker" bzw. "Hinhörer" sind. Der 60-Sekunden-HC-Knaller packt genauso wie einfühlsam-nachdenkliche Midtempo-Punk-Songs. Markant ist dabei stets das Wechselspiel an den Mikrophonen zwischen Sängerin Jenny & ihren Bandkollegen, das auf wunderbare Weise ihren "Rheinland Heartcore" prägt.

Eher unter der Rubrik "Grandiose Neuentdeckung" rocken die Herren von TELEMARK seit Wochen die heimischen 4 Kur-Konzerte-Wände, und dass obwohl es sich bei dem im Herbst veröffentlichten Informat bereits um das 3.Werk der Duisburger handelt. Musikalisch vertrackt à la No Means No oder Shellac gibt es vorwärts groovenden, bassgetriebenen Postcore mit Break & Kante. Die mit einer grundsoliden Verweigerungshaltung ausgestatteten Texte lassen den vorgestreckten Zeigefinger unwillkürlich in die Luft zucken und spätestens beim 2.Refrain singt der Saal mit. Versprochen.

Zu den charmantesten Vertretern der jüngeren Punkrock-Generation gehören zweifelsohne MATULA, die unter anderem mit ihrem Debüt Kuddel, zahlreichen Konzerten & angenehmer hanseatischer Lässigkeit eine Unmenge an Herzen im Sturm erobert haben. Ihre musikalischen Wurzeln haben die Nordlichter bei altehrwürdigen Bands wie Samiam oder Hüsker Dü, wobeisie diese stilsicher und clever weiter entwickeln. Das dieser Tage erwartete Album dürfte hierfür einmal mehr Beweis sein.

Als besonderes Schmankerl sorgt der Singer-Songwriter HENRI PARKER für kurzweilige, akustische Gänsehaut-Atmosphäre auf den Spuren von Chuck Ragan bis Johnny Cash. Prädikat: Besonders sehenswert.


Kurknall Festival Tag 2
Eintritt 12.00 Euro

  • ROTOR (Stoner-Gitarrenwände / B)
  • ALIAS CAYLON (Indie / PostHardcore /Flensburg)
  • EXIST TO FREEWAYS (PostCore / HH)
  • KOMPLIZE (Post-/Noiserock (H)

Anschließend Cpt. Kirks Aftershow-Clash

Der 2. Abend des KURKNALL-Winter-Festivals bietet mit den Berlinern ROTOR eine Stoner-Instrumental-Dessert-Rock-Abfuhr, die sich vor anerkennenden Vergleichen mit internationalen Szene-Größen & -Helden kaum retten kann und diese eigentlich gar nicht nötig hat. Drum verzichten wir an dieser Stelle auf das sonst übliche Name-Dropping und versprechen lieber ein ausufernd-psychedelisch-nebliges Konzerterlebnis, das mit herrlichen Klangteppichen und trocken-angejazzten Grooves den Körper in Wallung und phantastische Bilder in den Kopf zaubert. Ihr werdet nicht genug davon bekommen wollen.

Für reichlich Furore sorgten 2009 berechtigterweise ALIAS CAYLON, die sich traum-wandlerisch- sicher auf dem Grat zwischen energischem Posthardcore und melancholischem Alternative-Rock bewegen und dabei quasi nebenbei lang zurückliegende (sehnsüchtige!?) Erinnerungen an Refused oder At the drive-in aufleben lassen. Songs voller Dynamik und Spannung, Tragik und Schönheit.

Auf ähnlicher Baustelle und nicht minder spektakulär sind EXITS TO FREEWAYS am Werk. Mit Präzision und stilistischer Vielfalt schütten sie überraschend, hektisch, vertrackt, aber auch einschmeichelnd ein kurz vorm Bersten stehendes Füllhorn an Rhythmen, Melodien und Emotionen auf die geneigte Hörerschaft, dass es eine wahre Freude ist. In jedem Moment fesselnd und jederzeit unerwartet auf dem Sprung.

Eröffnen wird den Abend das heimische Noise-Rock-Trio KOMPLIZE, das auf seinem Debüt Biotop stimmig den Bogen von ausgiebigen Stoner-Riffs über Post-Core bis hin zu krachigen Lärmattacken spannt und dabei selbstredend auch auf der Bühne voll ins Schwarze zielt.

www.kur-konzerte.de

www.beichezheinz.de


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