Offener Brief: Gegen eine Niederflurstraßenbahn auf der Linie 10

Bei der derzeitigen Stadtbahn neuerer Art, dem sog. Silberpfeil, sind alle vier Türen eines Wagens für diemobilitätseingeschränkten Fahrgäste zugänglich und sie gelangen barrierefrei in die zwei „Mehrzweckabteile“.Hier ist pro Wagen und je nach Konstellation Platz für mindestens vier Kinderwagen oder vier Rollstühle.Dieser gute Standard wird auch bei der zukünftigen Stadtbahngeneration (TW 3000) fortgesetzt.Das Argument, der 80 cm hohe Bahnsteig in Mittellage zerteilt die Fußgängerzone der Limmerstraße undhindert bei Überqueren, gilt auch für die Niederflurstraßenbahn. Denn auch hier sind zum schnellen Ein- undAusstieg Bahnsteige von 30 cm Höhe über die gesamte Länge der Bahn an jeder Haltestelle erforderlich. Undzwar beidseitig, weil der Ausstieg bei der Niederflurstraßenbahn nur rechts möglich ist.

In die Machbarkeitsüberlegungen für die Hochbahnsteige sollten auch weitere Standorte wie z. B. dieLimmerstraße in Höhe des Freizeitheimes Linden oder ein etwas weiterer Straßenbereich zwischen Koch- undStärkestraße mit einbezogen werden.

Die Konzeption und die Anschaffung der Niederflurstraßenbahn und der dazugehörigen Infrastruktur dauernmindestens 15 Jahre.

Bei einem Betrieb mit Niederflurstraßenbahnen müssten die bereits vorhandenen Hochbahnsteige Limmer-Schleuse, Ehrhardtstraße und Endpunkt Ahlem wieder abgerissen und die hierfür in Anspruch genommenenZuschüsse zurückgezahlt werden. Die Kosten würden sich weiter erhöhen, weil für dieses zweite Systemeigene Werkstatt- / Wartungsanlagen erforderlich sind.

Und weitere Verschlechterungen: Die Fahrgäste müssten bei einem Betrieb mit Niederflurbahnen auf bereitsbestehende Annehmlichkeiten wie die morgendliche Schnellverbindung über die Humboldstraße, Markthalle,Kröpcke und Hauptbahnhof (übrigens generell die schnellste und kostengünstigste Innenstadtanbindung)verzichten, weil die Niederflurstraßenbahn mit dem übrigen Netz nicht kompatibel ist.Auch die heutige Linie 17 könnte ab Goetheplatz auf der Niederflurstrecke nicht mehr verkehren, weil diezukünftige Generation der Stadtbahnfahrzeuge (TW 3000) auf Hochbahnsteige ausgerichtet ist und über keineKlapptrittstufen an den Türen mehr verfügt.

Nach Abwägung all der genannten Aspekte sprechen wir uns gegen eine Niederflurstraßenbahn imhannoverschen Stadtbahnsystem aus.

 Gegen Niederflurbahnen auf der Linie 10


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