Linden zu Fuß

Linden

"Lindener gelten dem restlichen Hannover als derb zupackend, keiner Schlägerei abgeneigt, Unruhestifter - alkoholerfahrene Kneipengänger - hart, aber herzlich und allem ,Schöngeistigen' abgeneigt".
Bernd Rabe

Lindener Butjer


"Übrigens: Wo Linden heute liegt, steht ganz präzise an der Volkssternwarte auf dem Lindener Berg: Geografische Länge 09° 42´ 24",83; geografische Breite 52° 21´49",83; Hannover liegt anderswo."
Jens Oberheide

Blick vom Lindener Berg

Gerichtsstätte unter der Linde

Es soll um das Jahr 1100 gewesen sein, als Graf Wittekind von Schwalenberg einen Lindenbaum an der Ihme zur Gerichtsstätte erkor. So einfach lässt sich der Namensursprung unseres Stadtteils erklären, obwohl es dann doch etwas schwieriger war, bis das Dorf Linden vor den Toren Hannovers entstand. Jedenfalls hatten die Hannoveraner die strategische Bedeutung des Lindener Berges frühzeitig erkannt und an seiner höchsten Stelle einen Wehrturm errichtet (1392). Im 30jährigen Krieg (1618-48) erreichte Tilly mit seinen Truppen diese Stelle, um von hier Hannover zu erobern (was ihm nicht gelang, die Schweden und Verbündeten waren schon da). Nach diesem Krieg wurde der Wehrturm zu einer Mühle umgebaut die hat ihre mahlende Produktion zwar längst eingestellt, ist aber dennoch ein beliebter Treffpunkt geblieben. Der Biergarten ringsherum lockt im Sommer Tausende an.

Lindener Mühle

Naturheilverein Prießnitz

Nur einen Steinwurf entfernt, in der Kleingarten-Kolonie "Linden er Alpen", residiert seit über 100 Jahren der Naturheilverein Prießnitz. Gegründet vor allem von Lindener Arbeiterfamilien, um der Enge ihrer tristen Wohnungen zu entfliehen. Die spannende Geschichte des Vereins wurde als Teil der Lindener Geschichte von einer Projektgruppe des Freizeitheims Linden aufgearbeitet und als Dokumentation herausgegeben. Auch heute noch lädt Prießnitz zur Einkehr und Erholung.

Lindener Bergfriedhof

endete nicht nur mancher Lindener; Hier hierher verschlug es auch den Pavillon vom Küchengarten. Er wird von der Stadt an Künstler vermietet. Ein Grab ist eng mit politischer Geschichte verbunden. Heinrich Loges, geboren am 20. 1. 1843, gestorben am 29. 10. 1885, der hier "nach Kampf und Leid ruht" , wie die "Genossen des 8. hannoverschen Wahlkreises" dem Sozialdemokraten bekunden. Sein Tod fällt in die Zeit des Sozialistengesetzes. Organisationen und Kundgebungen der Sozialdemokratie sind verboten. So wird die Beisetzung des Buchhändlers und Zeitschriften-Herausgebers der Sozialdemokratie zur politischen Kundgebung, an der sich 4500 SPD Anhänger beteiligen. Auf Anordnung des Polizeipräsidenten durften keine Reden gehalten werden.

Lindener Wappen

Das Lindener Wappen

Lindens Name stammt von einer Gerichtsstätte (Thing) um 1100 unter einer Linde am Ihme-Ufer. Später bediente sich der Graf von Roden dieser Einrichtung. Sein Wappen war der rote Löwe, der schließlich mit der Linde und den Farben blauweiß zu Lindens Zeichen wurde

Kleingärten

prägen die Westseite des Lindener Berges. Eine der Kolonien des Kleingartenvereins Linden ist die Kolonie "Lindener Eisen und Stahl". Sie entstand auf dem Gelände der früheren Egestorffschen Kalksteinbrüche - Ausgangspunkt der Lindener Industriegeschichte. Der "Kalkjohann" Egestorff begann eine Wirtschaftstätigkeit, die sein Sohn Georg mit 19 Fabrikgründungen fortsetzte. Eine davon war die Egestorffsche Maschinenfabrik (1835), die spätere Hanomag. Der "Kalkjohann" finanzierte auch das von Laves gebaute Lindener Berggasthaus. Es stand von 1823 bis 1878 genau dort, wo jetzt der gewaltige Wasserbehälter die Sicht versperrt.

Die Geschichte der Lindener Kleingärten begann 1884 im Fössefeld. 1912 wurde die Kolonie Eintracht am Ihlpohl erbaut, 1919 gründete sich der Kleingarten-Verein Linden und errichtete weitere Kolonien am Lindener Berg.


Zwei weitere wichtige Geschichtsdaten:

Linden galt lange als größtes Dorf Preußens,bekam erst am 1.April 1885 Stadtrecht. Am 1.Januar 1920 wurde Linden mit Hannover vereinigt (eingemeindet).

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