Umbau des Küchengarten ab 2008
Sieht doch irgendwie merkwürdig aus der Bambus im Winter. Gewachsen ist er bisher auch nicht so richtig. Jedenfalls nicht so wie versprochen. Es hieß er passt zwar nicht wirklich hier her, dafür wächst er schnell. Innerhalb eines Jahres sollte er mehr als Mannshoch sein.
Trotz aller Zweifel schreiten die Abrissarbeiten im Ihmezentrum voran. Vom Ihmeplatz hat man schon freie Sicht Richtung Küchengarten.
Mit der Revitalisierung des Ihmezentrums zum Lindenpark hat die Umgestaltung des Küchengartenplatzes eine ganz neue Wendung genommen. Die vielgeschmähte Fußgängerbrücke kann jetzt doch weg. Durch die neuen Zuwegungen im Ihmezentrum mit großen Fahrstühlen bis auf die Straßenebene ist die Brücke als Rettungweg nicht mehr notwendig.
Auf dem Wirtschaftsform des Vereins Lebendiges Linden im Februar 2008 wurden die ersten Planungen dazu vorgestellt.
Mit dem Abriss der Fußgängerbrücke am Küchengarten wird erst nach Abschluss der provisorischen Neuverlegung der Gleise auf der Benno-Ohnesorg-Brücke im Juni begonnen.
Die Planungen für die Neugestaltung des Küchengartenplatzes laufen zur Zeit. Die neu gewonnenen Flächen (Rampe) sollen auf dem Küchengartenplatz durch einen Hain aus Kübelpflanzen gefüllt werden. Dafür sucht die Stadt Sponsoren die die Patenschaft einen Kübel für etwas 600,- Euro übernehmen. Von den Anwesenden wurden die fehlenden Sitzplätze und die völlig unausgereifte Fahrradverkehrsführung des Platzes bemängelt. Eine weitere Nachnutzungsmöglichkeit ergibt sich durch den Wegfall der Rampe auf der Seite der Limmerstraße. Hier kann durch eine neue Bebauung ein Eingangscharakter zur Limmerstraße geschaffen werden. Auch am Küchengarten ist die Hochbahnsteigfrage ungeklärt und höchst strittig.
Die Vorstellung des Umbauplanes führte zu einiger Verwunderung und Kritik seitens des Bezirksrates der von diesen Planungen erst auf der Sitzung am 02.04.2008 in Kenntniss gesetzt wurde.
Antrag Nr. 15-0620/2008: Küchengartengestaltung nach Abriss der Brücke
Antrag
die Verwaltung wird gebeten,
dem Bezirksrat Linden – Limmer umgehend mitzuteilen, welche Alternativen die Verwaltung für die Gestaltung des Küchengartenplatzes nach Abriss der Brücke ausgearbeitet hat. Dabei sind Planungsvarianten für beide Enden der jetzigen Brücke und Rampen darzustellen. Außerdem bitten wir mitzuteilen, welche Form der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie des Bezirksrates geplant ist.
Begründung
Nach Presseinformationen und Ohrenzeugen wurden im Wirtschaftsforum Linden am 27. Februar von der Verwaltung Einzelheiten zur Neugestaltung des Küchengartenplatzes nach Abriss der Brücke mitgeteilt.
Dieses Vorgehen ist zu kritisieren, da erwartet werden muss, dass derartige Angelegenheiten vor öffentlichmachung der Verwaltungsmeinung dem zuständigen politischen Gremium vorgestellt werden.
Vorgestellte Varianten (PDF)
Die Diskussion über die Platznutzung geht inwischen weiter.
Leider haben einige Anwohner bereits seit letztem Jahr eine Einschränkung des Skatens auf dem Küchengartenplatz durchgesetzt. Schilder weisen darauf hin, dass es wünschenswert ist, nur noch dienstags, donnerstags und samstags auf dem Platz zu skaten (siehe Bezirksratsbeschluß unten).
Da diese Regelung aber von vielen nicht sonderlich beachtet wurde, soll ab nächster Woche ein Parkranger für die Umsetzung dieser Lösung sorgen.
Wo dabei die Grenze gezogen wird, ist völlig unklar. Die überwiegende Mehrheit nutzt den Platz gerne mit ihren Kindern zu allen möglichen Aktivitäten. Der allgemeine Tenor ist, dass die Skater eher den Platz bereichern als stören. Dass eine Minderheit sich vom Lärm, der durch das Skaten entsteht, gestört fühlt, sollte nicht zu Lasten der Kinder und Jugendlichen geregelt werden.
Nach einer Testphase von ca. 4 Wochen, in denen die jetzige Regelung durch den Parkranger vor Ort überwacht werden soll, findet wieder ein Arbeitskreis zu diesem Thema statt. Leider sind dort immer nur die Beschwerdeführer und einige wenige Skater anzutreffen.
Der Vielzahl der Anwohner, die sich keineswegs gestört fühlt, ist die Tragweite dieser Regelung für die Nutzung des Platzes durch ihre Kinder bisher nicht bewußt.
Das nächste Wirtschaftsforum im Mai und wieder geht es um den Umbau am Küchengarten. Der Abriss der Brücke ist jetzt auf Angang Juni terminiert. Vom Küberhain oder wie es die Anwesenden des letzten Wirtschaftsforums bezeichneten Urnenhain, hat man wieder Abstand genommen. Jetzt sollen Zierkirschen gepflanzt werden. Auch die Drehstühle die bereits in der ersten Planung vor zwei Jahren angekündigt wurden sollen nun endlich kommen.
Pünktlich zum Abriss der Brücke werden die neuen Drehstühle aufgestellt. über die Anordnung lässt sich mal wieder vortrefflich streiten. Ist es nun Kommunikativ oder eher nicht?
Der Abriss der ungeliebten Fußgängerbrücke beginnt.
Am Samstag, den 21. Juni 2008 soll zwischen 6:00 und 20:00 Uhr der Teil über die Blumenauer Straße abgerissen werden. Am Sonntag, wieder von 6:00 und 20:00 Uhr die Querung der Fössestraße und in der Nacht von Sonntag auf Montag der Brückenteil über die Limerstraße. Die Straßen werden an den Tagen voll gesperrt und in der Nacht von Sonntag auf Montag kann auch die Linie 10 nicht fahren.
Am Samstag um 9:30 Uhr ist schon der erste Teil der Brücke fast weg.
Das Interesse ist groß.
Am Sonntag ist Teil 2 dran.
Im Laufe der nächsten Tage kommt auch noch der Rest vom Betonmonster weg.
Das Projekt Freiraum ist mal wieder zu Gast
Der Platz ohne Brücke:
Der Winter ist da:
2009
Aufwertung des Küchengartens?!
Was braucht es für einen lebendigen Stadtplatz?
Noch ist der Küchengartenplatz ein großer Freiraum, der von Passanten, spielenden Kindern, Skatern, verweilenden und plaudernden BürgerInnen, Inlinern und Radfahrern genutzt wird. Die Äußerung, dass der Platz doch relativ tot sei, hat die Diskussion um diesen wichtigen Ort zwischen Linden-Nord und Linden-Mitte wieder belebt (siehe Bericht in der HAZ vom 27. 11. 2008).
Eine Initiative des Wirtschaftsforums des Vereins „Lebendiges Linden“ möchte die Aktivitäten der Lindener Standortgemeinschaften bündeln. Daher erarbeitet eine Arbeitsgruppe u.a. Vorschläge, die den Küchengartenplatz aus seiner gegenwärtigen „Starre erlösen“ sollen. Nach Aussagen von Anliegern übernimmt der Platz am Küchengarten eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Limmerstraße, Ihme-Zentrum und Linden-Mitte, die momentan nicht recht erkennbar sei. Die baldige Eröffnung des Linden-Parks im Ihmezentrum sorgt bei vielen Beteiligten für Gesprächsstoff darüber, ob dies der Stärkung und der Identifikation mit dem Stadtteil dienlich ist. Diskutiert wird auch die Leerstelle auf dem Küchengartenplatz, wo kürzlich noch die Fußgängerbrücke stand. Jetzt öffnet sich der Platz übergangslos auf den Straßenverkehr, und dort, wo die Brücke stand, zeigt sich nun eine unansehnliche Asphaltdecke, an der sich AnwohnerInnen und Geschäftsleute stören. Die Stadt plant noch weitere Restarbeiten rund um den Platz. Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke äußerte, dass eine Bürgerbefragung bei der weiteren Gestaltung des Platzes wichtig sei.
Hinsichtlich der noch ausstehenden Arbeiten am Platz gehen die Meinungen auseinander. Eine Anwohnerin meint, dass die neue, große Freifläche den Baumbestand sehr schön zur Geltung brächte, zum anderen nutzten viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene den Platz als Aufenthaltsort. Einzig die noch fehlende Bodenpflasterung rund um den Platz wird wirklich vermisst. Das Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover hat im Jahr 2004 die Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Küchengartens durchgeführt, die viele gute und umsetzbare Vorschläge erbrachte. Damals waren sowohl die Esso-Tankstelle als auch die Brücke über den Platz noch feste Bestandteile der Planung. Doch waren die damaligen Maßnahmen von Anfang an so ausgelegt, dass auch bei späteren Veränderungen der Platz nutzungsgerecht weiterentwickelt werden kann. Bevor Nachbesserungen umgesetzt werden, sollten die vorhandenen Vorschläge tatsächlich mit allen Interessierten und Betroffenen überprüft werden.
Aus BBS Aktuell 53 vom Dezember 2008.
Leider hat auch hier wieder keine Bürgerbefragung stattgefunden. Stattdessen wurden von der Verwaltung eigene Pläne vorgelegt.
Dafür ist mir eine Präsentation für den Bezirksrat Linden-Limmer untergekommen in der die Planungen für den weiteren Umbau des Kühengartenplatzes vorgestellt werden. Pikanterweise wurden dafür ungefragt die Bilder von meiner Webseite benutzt (Man beachte das Logo der Landeshauptstadt Hannover).
Bezirksrat Linden Limmer / Küchengartenplatz - Sachstandsbericht
Wirtschaftsforum
Auf dem Wirtschaftsforum am 04.03.2009 erläuterte Herr Fuchs dann die in einer Gesprächsgruppe erarbeiteten Pläne zur Gestaltung des Küchengartens.
Folgenden Ideen wurden erarbeitet:
Zusatzbeleuchtungskörper (10 Pilzleuchten, ca. 4m hoch) kleiden den Platz in einen optischen Rahmen. Eine Bühne vor dem TAK (Aufpflasterung Höhe Null) soll den Platz durch kulturelle Veranstaltungen mit Leben füllen. Die Veranstaltungen, die bisher im Von-Alten-Garten stattfanden, sollen dort hinverlegt werden.
Über das Thema Skater wird weiter diskutiert werden. Die Schaffung einer "Speakers-Corner" wurde angeregt. Der Platz hat nun die Chance zu einem attraktiven Mittelpunkt kultureller und sonstiger Freizeitaktivitäten zu werden.
Über den zukünftigen Verlauf der Gespräche herrscht noch Unklarheit.
Ein Hochbahnsteig für die Haltestelle Küchengarten
Zwischenzeitlich wurde der nächste Hammer für den Raum Küchengarten ausgepackt. Die Haltestelle Küchengarten sollte mit einem Hochbahnsteig ausgestattet werden und Linden lief Sturm dagegen. Weder für die eine Variante, ein Hochbahnsteig an der alten Stelle, noch die zweite Variante, ein Hochbahnsteig auf der Spinnereibrücke, konnte sich ein Lindener erwärmen. Einzig die SPD im Stadtbezirk beführwortet den Ausbau mit Hochbahnsteigen.
Im Herbst 2009 begannen dann die Bauarbeiten zum vorerst letzten Platzumbau. Im Verlauf der Arbeiten kam es immer wieder zu Verzögerungen. Auch der Winter war den Bauarbeiten nicht gerade zuträglich. Monatelang musste ein Umweg bei der Querung der Fössestraße (der Lindener Löwe berichtete) in Kauf genommen werden.
Aussagen über die Fertigstellung in verschiedenen Gremien:
- Frau Knoke teilte mit, dass die Umgestaltung des Küchengartenplatzes unabhängig vom Hochbahnsteig nach den Herbstferien (2009) fertiggestellt wird.
- Die Umgestaltung des Küchengartenplatzes wird aufgrund von Verzögerungen erst gegen Ende Dezember fertig.
- Die Baumaßnahmen sollen bis Anfang August abgeschlossen sein.
2010
Bei den Umbauarbeiten viel mir auf das die Aufpflasterung direkt an der Blumenauer Straße beginnt. Ursprünglich wurde von Seiten der Verwaltung gesagt das es eine ähnliche Lösung geben soll wie am Anfang der Minister-Stüve-Straße am Schwarzen Bären. Damit sollte der Verkehr durch die Stepahnausstraße wenigstens ein wenig gebremst werden. Die von den Anwohnern favorisierte Lösung einer Einbahnstraße in Richtung Küchengarten wurde immer wieder mit den unterschiedlichsten Begründungen abgelehnt.
Da diese Aufpflasterung nun erst etwa 50 Meter hinter der Einmündung beginnt wird sich dadurch der Verkehr der durch die Stephanusstraße fließt nicht wesendlich veringern. Daher habe ich beim Stadtbezirksmanager Herrn Wescher im März 2010 nachgefragt warum vom ursprünglichen Plan abgewichen wurde.
Von Herrn Wescher bekam ich folgende Antwort:
Zu Ihrer Frage gestern Abend folgende Information, die ich beim Fachbereich Tiefbau eingeholt habe:
- Es wird eine Aufpflasterung in direkter "Achse" Marianne-Adrian-Weg - TAK geschaffen. Diese wird auf Gehwegniveau angehoben und optisch so hervorgehoben, so dass hier eine komfortable Querung der Stephanusstraße für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht wird.
- Von einer zweiten Aufpflasterung - im Einmündungsbereich Blumenauer Straße - wurde Abstand genommen, weil der Bus hier im Kurvenradius unmittelbar in die Haltestelle in der Stephanusstraße einfährt. Die Kurvenfahrt in Kombination mit einer Aufpflasterung bei der Haltestelleneinfahrt wäre für stehende Fahrgäste - die hier insbesondere auch auf den Ausstieg warten - mit einer erheblichen Komforteinschränkung verbunden.
Auf den bereits Anfang 2008 präsentierten Plänen ist die Bushaltestelle aber bereits in der Blumenauer Straße vorgesehen. Da fragt man sich doch wer hier wen falsch informiert hat.
Das Problem mit dem Bambus
Bereits im Juni 2008 wurde vom Bezirksrat bei der Verwaltung nachgefragt ob der angepflanzte Bambus für den Küchengarten die richtige Wahl war.
Bezirksratsherr Meyer trug vor:
Bei der Neugestaltung des Küchengartens wurde uns mitgeteilt, dass die exotischen Bambuspflanzungen an der Fössestraße schnell wachsen würden und den Aufenthalt der Menschen vor dem Verkehr schützen würden. Diese „Bambushecke“ wächst nicht und sie beschützt auch nicht.
Wir fragen deshalb die Verwaltung:
1. Werden Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum der Bambushecke zu unterstützen?
2. Ist der Bambus vielleicht die falsche Pflanze oder am falschen Ort?
3. Wird eine andere Bepflanzung für diesen Bereich in Erwägung gezogen?
Herr Wescher führte dazu aus:
Die Hecken entlang der Fössestraße sind mit Bambussorten gepflanzt, die bis zu 3 m hoch werden können. Die Wuchsentwicklung nach einem Jahr Standzeit ist aus fachlicher Sicht völlig normal und entspricht dem erwarteten Verlauf.
Herr Wescher teilte mit, dass die Pflanzen zum Küchengartenplatz hin mit bis zu ca. 1,50 m höher gewachsen seien als diejenigen, die zur Fössestraße hin ständen. Auch wenn der überwiegende Teil der Pflanzen noch kleiner sei, gäbe es einzelne Frühjahrstriebe mit einer Wuchshöhe um ca. 1,75 m. Nach Einschätzung des zuständigen Fachbereichs und des Bambuszentrums sei die Wuchsentwicklung, wie bereits ausgeführt, normal.
Protokoll der Bezirksratssitzung vom 25.06.2008
Etwas buschiger ist er geworden, aber von den Trieben die bis zu 1,75 m hoch sein sollen war im Juni 2010 nichts zusehen. Wenn man bedenkt das die Hecke jetzt bereits vor drei Jahren gepflanzt wurde ist der gewünschte Effekt des Lärmschutztes zur Fössestraße noch lange nicht erreicht.
Kreuzung der Fössestraße
Im Juni 2010 neigt sich die Bautätigkeit endlich dem Ende zu. Der Kreuzungsbereich der Fössestraße, Limmerstraße und Blumenauerstraße ist so weit fertig gestellt. Dabei wurden mal wieder die gleichen Fehler gemacht die vor nicht mal zwei Jahren ausgebessert wurden. Die Aufstellfläche für Fußgänger und Fahrradfahrer auf der Mittelinsel ist jetzt wieder so groß wie vor dem letzten Umbau und damit wieder zu klein. Die Ampelschaltung wurde wieder nur für den ÖPNV optimiert. Das führt dazu das die Ampel von vielen Fußgängern und Radfahrern vollständig ignoriert wird. Dieser Missstand war bereits Thema der Bezirksratssitzung im Mai 2010.
Die interessanteste Stelle im bisher fertig gestellten Bereich ist aber die Radwegeführung in Richtung Limmerstraße. Was sich der Stadtplaner dabei wohl gedacht haben mag? Vielleicht ist das schon der ertse Bauabschnitt für den geplanten Hochbahnsteig und hier wird dann der Fahrradtunnel der unter dem Hochbahnsteig entlang führt wieder das Tageslicht erblicken.

