Schienenersatzverkehr (SEV)

Stadtbahnlinie 9: Ersatzverkehr ab „Schwarzer Bär“

Schienenersatzverkehr (SEV)Von Sonntag, 19. November, ab 19 Uhr, bis Montag, 20. November, bis 3:30 Uhr, wird auf der Linie 9 an den Gleisen gearbeitet. Die Stadtbahn verkehrt in diesem Zeitraum nur zwischen dem Endpunkt „Fasanenkrug“ und der Haltestelle „Schwarzer Bär“. Von dort wird bis zum Endpunkt „Empelde“ ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Zwischen Bus und Bahn steigen die Fahrgäste an der Haltestelle „Schwarzer Bär“ um. Auf der Strecke Richtung Empelde befindet sich die Ersatzhaltestelle „Am Soltekampe“ wegen weiterer Baumaßnahmen direkt in der Straße Am Soltekampe.
Um Anschlüsse in der Innenstadt einzuhalten, fahren die Busse am Endpunkt „Empelde“ im 30- und 60-Minuten-Takt drei Minuten vor der bekannten Abfahrtszeit ab.

Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg

Das Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg

Weihnachtsdorf auf dem Lindener BergDer Lindener Biergarten schlüpft zum 7. Mal in sein winterliches Weihnachtsmarkt-Kostüm. An allen 4 Adventswochenenden (Freitags-Sonntags) werden stimmungsvoll dekorierte Blockhütten durch munteres Treiben zum Leben erweckt. In urigen Holzhütten wechseln die Aussteller an jedem Wochenende. Bewundern und kaufen Sie ausschließlich Selbstgestaltetes, Handgemachtes und kunstvoll Gefertigtes!

Freuen Sie sich auf Drechselkunst, Geschneidertes, Glasfusing, Schmuckarbeiten, Buchbindearbeiten, handgeschöpfte Seifen und vieles bezaubernde mehr!

Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg
Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg

Kreofant e.V. und die Upcycling Werkstatt verwandeln das windschiefe Hexenhaus in eine kreative Bastelwerkstatt für Kinder und an das himmlische Postamt dürfen Wünsche auf der Wunschleine geschrieben und aufgehängt werden.

Ein besonderes Angebot lockt Familien an jedem Familien- Freitag: Während die Eltern einen köstlichen weißen Winzerglühwein genießen, erhalten die Kinder ein kostenloses Stockbrot zum Selber backen und lauschen an lodernder Feuerstelle Weihnachtsgeschichten.

An allen Tagen untermalen Chöre und Musikgruppen die stimmungsvolle Atmosphäre mit einem weihnachtlichen Klangteppich.

Für das leibliche Wohl ist natürlich auch gesorgt: Neben duftenden Waffeln, Melanies Schokofrüchten, selbstgeräucherten Forellen, heißer Suppe und leckerem Kinderpunsch gibt es noch so manch Herzhaftes zu genießen!

Das ist Weihnachtszauber für die ganze Familie!

Alle Informationen finden Sie im Programmflyer oder unter www.lindener-turm.de.

Blaue Stunde 2017

Blaue Stunde 2017 – Digital genial?!

Romantisch blau wie die Abenddämmerung – oder kurzwellig wie das Licht vom Handydisplay, das unseren Schlafrhythmus beeinflussen kann: Die blaue Stunde.

Aktionsräume an fünf Orten für die ganze Familie zum Ausprobieren und Mitmachen am Freitag, 24.11.2017 von 17:00 – 21:00 Uhr.

Das Freizeitheim Linden ist mit „Programmieren an Computermodulen“ dabei:

Kreativ sein – analog und digital. Programmieren – gar nicht so schwer

Von kinderleicht bis anspruchsvoll soll das Programmieren an Computermodulen zum Selbermachen gezeigt werden.

Dabei ist es nicht schwer, die Logik der Technik zu verstehen und selber kreativ zu werden. An unterschiedlichen Stationen zeigen wir, wie es geht, eine Wetterstation, eine Alarmanlage oder ein leuchtendes Armband herzustellen.

Zunächst wird gelötet, gesteckt und gestaltet und im Anschluss daran werden die Objekte von euch selbst programmiert mit den Funktionen, die ihr euch ausgedacht habt. Die gestalteten und programmierten Platinen können mitgenommen werden.

Alle gemeinsam wollen wir an einem großen Objekt bauen, was sich aus vielen kleinen Modulen zusammensetzt und eine Spur von jedem Einzelnen hinterlässt.

Weitere Angebote gibt es im Stadtteilzentrum Ricklingen, Kulturtreff Roderbruch, der Lernoase Vahrenwald und im Neuen Rathaus.

Alle Infos im Programmflyer.

Zwischen den Stationen wird ein Transport organisiert oder Sie bewegen sich mit dem eigenen Fahrrad oder Sie nutzen öffentliche Verkehrsmittel.

Die Angebote sind kostenfrei.

LindenKalender 2018

LindenKalender 2018 vom Quartier e.V.

LindenKalender 2018
LindenKalender 2018
Der neue „LindenKalender 2018“ von Quartier e.V. für das Jahr 2018 ist ab dem 7.11.2017 erhältlich. Er kostet 15 Euro und hat als Motto „Ein Rundgang durch Linden und Umgebung“.

Bei unserem Foto-Rundgang zum LindenKalender 2018 geht es durch unseren Stadtteil Linden, aber auch in angrenzende Gebiete wie Limmer und Herrenhausen. Neben bekannten Motiven, die eben typisch für Linden sind, überraschen auch Kleinigkeiten oder Perspektiven, die nicht Jeder und Jedem immer sofort auffallen. Aber diese Vielfältigkeit macht ja auch den Reiz unseres Quartiers aus.
Auf dem Titel ist die St. Bennokirche in Linden-Nord mit dem Heizkraftwerk Linden zu sehen. Zu den weiteren typischen Lindener Motiven zählen sicherlich die Ihmeschule, das Hanomag-Gelände mit der Hanomag-Villa, die Eichendorffschule, die Dornröschenbrücke, der Turm der inzwischen entwidmeten Gerhard-Uhlhorn-Kirche oder natürlich der Küchengartenpavillon mit dem blühenden Blaustern (Scilla). Wir sehen aber auch Motive aus der Umgebung Lindens, so einen Blick vom Benther Berg nach Linden oder weidende Kühe auf den Wiesen an der Leine sowie einen Blick in das Innere des Wasserkunst-Gebäudes in Herrenhausen. Ebenso überraschend ist vielleicht der Blick ins Innere der St. Martinskirche. Winterbilder vom Lindener Bergfriedhof und aus der Bennostraße ergänzen die Kalendermotive.

Die Fotos sind vor allem von G. Stock. Den Text verfasste Jonny Peter

Der Kalender ist im A-3-Format gedruckt und kostet 15 Euro.

Er ist im Küchengartenpavillon dienstags, freitags und sonntags zwischen 14 und 16 Uhr erhältlich sowie zu in der Lindener Buchhandlung, Limmerstraße 47 und in der Buchhandlung Decius, Falkenstraße 10 erhältlich.

Utopianale 2017

5. Utopianale: Wie wollen wir lernen?

Utopianale 2017Wie gelingt gutes Lernen?
Termin: 11. & 12. November 2017

Unser Transition-Festival mit Rahmenprogramm hat damit wieder ein spannendes Thema für alle. Denn lernen wollen und müssen wir alle…!

Ein paar Beispielfragen:

  • Was ist eine demokratische Schule und wie kann diese umgesetzt werden?
  • Wie gelingt Vielfalt, Integration und Inklusion?
  • Wie müssen wir das Lernen gestalten, dass wir jedem Einzelnen, seinen oder ihren Stärken und Schwächen, gerecht werden?

Beim Lernen geht es uns aber nicht nur um Schulen und Methoden, sondern auch um lebenslanges Lernen und das Lernen von Gemeinschaftlichkeit. Unser Festival versteht sich als eine kollektive Forschungswerkstatt und wir hoffen wieder auf mehr als 600 Besucher*innen.

Die passenden sechs Hauptfilme, wie immer Dokumentarfilme gelebter Alternativen, findet Ihr im Programm und unter Filme. Besonders stolz sind wir auf ein eigens entwickeltes Lern-Format rund um den mehrfach preisgekrönten Film „Tomorrow“ von Cyril Dion und Mélanie Laurent. Die Lernwerkstätten des Morgen passen super zu unserem Slogan „Weil es ein Morgen gibt“.

Die Filme:

Freistunde-Doing Nothing All Day
von Margarete Hentze und Yuval Tzafrir (D/GB/Israel 2015)

Vielfalt macht Schule
von Mittendrin Hannover e. V. (D 2015)

Mittendrin Hannover e.V. – Vielfalt macht Schule DVD Teaser from fiftyfifty film on Vimeo.

Du musst dein Ändern leben
von Benjamin Riehm (D 2015)

Tomorrow
von Cyril Dion und Mélanie Laurent (FR 2015)

Revolution der Selbstlosen
von Sylvie Gilman und Thierry de Lestrade (FR    2015)

Berlin Rebel High School
von Alexander Kleider (D 2016)

Alle Information unter www.utopianale-blog.de

So schön wie hier kann´s im Himmel gar nicht sein

Lesung mit Axel Kawalla
Donnerstag, 09.11.2017, 19.30 Uhr
Decius-Buchhandlung, Falkenstraße 10, 30499 Hannover

Als bei dem Künstler und Regisseur Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert wurde, verarbeitete er den Schock, indem er redete: mit sich selbst, mit Freunden, mit Gott – fast immer eingeschaltet: ein Diktiergerät, das diese Gespräche aufzeichnete.

Mal wütend und trotzig, mal traurig und verzweifelt, aber immer mit berührender Poesie und Wärme umkreist Christoph Schlingensief die Fragen, die ihm die Krankheit aufzwingen: Wer ist man gewesen? Was kann man noch werden? Wie sterben, wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden? Und wo ist eigentlich Gott?

Aus diesen Aufzeichnungen ist ein berührendes Tagebuch geworden, das er 2009 veröffentlichte und aus dem Pastor Axel Kawalla liest.

Eintritt frei
bitte tel. Anmeldung unter 0511- 441893

Schwanenburg in Limmer

Lesung: Die Schwanenburg

Horst Bohne (Foto: privat/Schmida)
Horst Bohne (Foto: privat/Schmida)

Horst Bohne liest zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Arbeiterleben in Linden“ wissenswertes über die Schwanenburg

Am 23. November beschließen die Initiative „Lebensraum Linden“ und die Buchhandlung DECIUS in Linden ihre gemeinsame Reihe, die seit September in sechs Veranstaltungen das Leben im Linden der letzten 200 Jahre, also im Industriezeitalter, beleuchtet hat.

Zum Abschluss berichtet Horst Bohne in Wort und Bild von der Geschichte der „Schwanenburg“ in Limmer. Deren Name ist inzwischen in einem Gastronomie- und Veranstaltungsort an der Wunstorfer Straße wiederaufgelebt, ansonsten den Autofahrern durch die gleichnamige Kreuzung an der Ecke Westschnellweg / Bremer Damm geläufig.

Auch wenn Lindener Arbeiter den benachparten „Mühlenpark“ bevorzugten, wuchs die Bedeutung der Schwanenburg, als im Jahre 1896 der Unternehmer Max Rüdenberg den gesamten Komplex erwarb. Die wunderschöne Lage am Leineufer und die großzügigen Parkanlagen mit Kaffeegarten, Musikpavillon, Gast- und Konzertsälen entwickelten sich schnell zu einem beliebten Anziehungspunkt nicht nur für Limmeraner und Lindener, sondern für ganz Hannover. Im Ersten Weltkrieg wurden die beiden Konzertsäle als Schul-Reservelazarett eingerichtet und bis 1920 als solches genutzt. Max und Margarethe Rüdenberg waren jüdischer Abstammung, auch an ihr Wirken und Sterben im Nationalsozialismus wird Horst Bohne erinnern.

Schwanenburg in Limmer
Schwanenburg in Limmer

Lesung am Donnerstag, den 23.11.17 um 19.30 Uhr
in der Buchhandlung DECIUS, Falkenstraße 10
Eintritt frei, Bitte um Voranmeldung: Tel. 0511 / 44 18 93

www.lebensraum-linden.de

Müll auf dem Küchengarten

Die NIL (Nachbarschaftsinitiative Linden-Nord) hat 272 Unterschriften an OB Schostok übergeben

Seit 2011 befasst sich die Bürgerinitiative Linden Nord (NIL) mit den zunehmenden negativen Auswirkungen des Partyverhaltens der Gäste unter denen die Anwohnerinnen und Anwohner in Linden zu leiden haben. Wir haben ein gesetzlich verankertes Recht auf Nacht- und Sonntagsruhe und werden dies nun verstärkt durchsetzen. Lärm macht bekanntlich krank und wir sind nicht mehr bereit unsere Gesundheit den lärm- und „spaßsüchtigen“ Partygängern zu opfern. Diverse Gespräche wurden in den letzten Jahren schon mit Veranstaltern und Betreibern geführt, die, wenn überhaupt, dann nur zu kurzfristiger Entspannung der Gesamtsituation beitrugen.

Ein weiterer Schritt unserer Aktivitäten war nun die Initiierung einer Unterschriftenaktion in unserem unmittelbaren Wohnumfeld, mit dem Ziel, diese dem OB Schostock zu übergeben, um auf Ebene der Stadt um Unterstützung und Abhilfe zu werben. Bei unserer in der Hauptlärmzone durchgeführten Unterschriftenaktion im Sommer wurde deutlich, dass es nicht nur ein paar vereinzelte „Spießer“ sind, die sich gestört fühlen. Es sind mehrere hundert Menschen aller Altersstufen, die den ständigen Lärm durch FAUST-Parties, Limmern und illegale Techno-Parties an Ihme und Leine und den dadurch entstehenden Dreck nicht mehr bereit sind hinzu-nehmen.

Bei einem Gesprächstermin mit unserem Oberbürgermeister Herrn Schostok haben wir diese Unterschriftenliste übergeben und er hat uns Unterstützung bei unserem Anliegen zugesagt. Die spezielle Problematik in Linden-Nord wurde im Vorfeld schon in einem Anschreiben an den Oberbürgermeister grob beschrieben. Das Gespräch fand im neuen Rathaus statt. Dem OB sind die Probleme nicht unbekannt. Er sagte, ihm sei bewusst, dass die Feierkultur sich in den letzten Jahren verändert habe. Wir gaben zu bedenken, dass sie sich in Richtung zunehmende Rücksichtslosigkeit bewegt hat und Linden als „Hier-darf-man-alles-Zone“ behandelt wird. Er zeigte sich interessiert an unserem Anliegen und kündigte Maßnahmen zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner an. Folgende Punkte wurden besprochen:

Die Unterschriften aus der von der NIL durchgeführten Aktion und die Liste der NIL mit Maßnahmenvorschlägen wurden übergeben
Der Oberbürgermeister hat uns zugesagt, dass unser Anliegen im Rahmen des noch zu beschließenden neuen Sicherheitskonzeptes der Stadt Hannover berücksichtigt werden soll. Dieses Sicherheitskonzept sieht auch eine weit-flächige Bürgerbeteiligung vor.
Die Problematik wird im Bezirksrat verhandelt. Der bei der Besprechung anwesende Stadtbezirksmanager Herr Mingers, Nachfolger des ebenfalls anwesenden Stadtbezirksmanagers Herrn Wescher, wurde uns als Ansprech-partner genannt.

Das Ordnungsdezernat wird einbezogen.
Die NIL wünscht sich, dass zusätzliche Treffen der Beteiligten (NIL, Polizei, FAUST, ASTA, Kioskbetreiber, Kneipiers) stattfinden, um sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln.
Die Stadt Hannover bleibt mit der NIL im Gespräch.

22. Wolfgang-Abendroth-Forum

22. Wolfgang-Abendroth-Forum

Europa nach den Wahlen

Für Menschenwürde, Toleranz und Solidarität

Mittwoch, 08. November 2017
(Geburtstag von Otto Brenner)
im DGB-Haus um 18:00 Uhr
Otto-Brenner-Straße 1, 30159 Hannover

Armut, Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit und Unsicherheit einerseits und riesige Vermögen in wenigen Händen andererseits spalten unsere Gesellschaft.

Dies ist der Nährboden für Rassismus und die politische Rechte in Deutschland und Europa.

Dazu wollen, können und werden wir nicht schweigen.

Programm:

Dr. Patrick Schreiner, ver.di Bundesvorstand
Die wirtschaftspolitische Programmatik der neuen Regierung für Deutschland und Europa.

Prof. Dr. Klaus Busch (i.R), Universität Osnabrück
Die politische Rechte in Europa; Ursachen, Entwicklung und demokratische Gegenwehr.

Hintergrundinformationen:

Otto Brenner

geboren am 8. November 1907 in Hannover
Antifaschist und Widerstandskämpfer

  • 1947 Wahl zum Leiter des IG Metall-Bezirks Hannover
  • 1946-53 Ratsherr der Stadt Hannover
    Mitglied in der Entnazifizierungskammer der Stadt
  • Bis 1953 Mitglied im Schulausschuß der Stadt
  • 1956 Wahl zum 1. Vorsitzenden der IG Metall bis zu seinem Tod 1972

Wolfgang Abendroth

Wolfgang Abendroth war nach 1945 zuerst in der sowjetischen Besatzungszone Dozent der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät in Halle und ab 1951 dann Professor am Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Philipps-Universität in Marburg.

Als Verfassungstheoretiker hat er die Interpretation des Grundgesetzes als einer demokratischen und rechtsstaatlichen Gegenverfassung zum Dritten Reich ins politische Zentrum gerückt. Dabei hat er immer den antifaschistischen Auftrag des Grundgesetzes von 1949 betont.

Ihn verband eine besondere Freundschaft mit Otto Brenner, dem Vorsitzenden der IG Metall. Wolfgang Abendroth erstellte verfassungsrechtliche Gutachten im Auftrag der Gewerkschaften zum Streikrecht in der Bundesrepublik. Politisch stand er den Gewerkschaften sehr nahe.

Hannover Linden ein Stadtteil im Wandel

Hannover Linden ein Stadtteil im Wandel

Vom Arbeiterkiez zur Partymeile

Hannover Linden – ein Stadtteil voller Lebenskünstler konnte man im Merian 2012 lesen. „Linden ist eine städtische Insel, rau und pulsierend, umrahmt von Schnellstraßen und den Flüssen Leine und Ihme, mit Eigensinn und Lokalpatriotismus“ heißt es in dem Artikel. So weit mag das stimmen, nur viele Lindener beklagen das sich Linden immer mehr in eine falsche Richtung wandelt. Laut und schmutzig war Linden wohl schon immer, doch seit sich hier bei jedem Wetter die Partytouristen einfinden und hemmungslos feiern, ist das Fass am überlaufen.
Hannover Linden ein Stadtteil im WandelHaben sich die Partygänger von FAUST und Béi Chéz Heinz früher gesitteter benommen? Wohl eher nicht, nur das jetzt auch noch das viel gepriesene Limmern in Hannover Linden dazu gekommen ist. Da wird schon den Erstis eines Studienjahrgangs gesagt, dass man in Linden mal so richtig die Sau rauslassen kann. Was das für Blüten das treibt, davon kann fast jeder Stadtteilbewohner ein Lied von singen.

Eingang zur Partyzone: Schwarzer Bär
Eingang zur Partyzone: Schwarzer Bär

Partyzone Hannover Linden

Natürlich lädt der Stadtteil zum Feiern ein. Hannover-Linden ist die erste Adresse der Landeshauptstadt für eine alternative Club, Bar und Kneipenszene. Neben dem Faustgelände gibt es besonders am Schwarzen Bär, Lindener Markt und rund um das Béi Chéz Heinz am Fössebad regelmäßig klagen der Anwohner wegen lautstarker Partygänger. Einige Probleme, wie zum Beispiel der berühmt berüchtigte Prosecco-Donnerstag am Lindener Marktplatz, sind sicherlich hausgemacht. Es gibt aber auch Initiativen, um dem entgegen zu wirken. Sei es mit Appellen wie „Bitte nehmt Rücksicht auf die Nachbarn!“ oder einer Sicherheitsstreife auf der Limmerstraße.

Heinz bleibt HeinzHeinz bleibt Heinz, oder lieber nicht?

Der negative Eindruck bleibt trotz aller Bemühungen. Fragt man nach einer Petition für den Erhalt des Béi Chéz Heinz erhält man fast durchweg positive Reaktionen, außer es handelt sich um direkte Anwohner der Wege zum Club.

Das daran nicht der Betreiber schuld ist sehen die Meisten ein. Auch das mit der Schließung des Chéz Heinz das Problem nur verlagert wird ist klar. Mir den Kneipen und Clubs hat man zumindest einen Ansprechpartner, wenn es um Lärmbelästigung geht.

Limmern ohne Regeln!

Das sieht beim Limmern anders aus. Hier bleibt dem genervten Anwohner, wenn nicht gerade mal der angesprochene Sicherheitsdienst für Ruhe sorgt, nur der Anruf bei der Polizei. Eine direkte Ansprache führt häufig nur zu Gesprächen die mit dem Tenor enden: „Das ist doch Linden hier, zieh doch weg“! Nicht wenige haben das inzwischen auch gemacht. Beim Stammtisch im Lorberg haben wir letztens festgestellt, dass keiner am Tisch mehr in Linden wohnt.

Trotz dieser Problematik steigen die Immobilienpreise stetig. Für Verkäufer natürlich eine gute Sache, ist man auf Wohnungssuche sieht das komplett anders aus. Es stellt sich die Frage wieviel Gentrifizierung verträgt der Stadtteil, bis das besondere Flair verschwunden ist.

Limmerstraßenfest 2017 - Das Stadtteilfest in Hannover Linden
Limmerstraßenfest 2017 – Das Stadtteilfest in Hannover Linden

Höher, schneller, weiter …

Wie soll es weiter gehen? Deisterstraßenfest, Limmerstraßenfest, Fährmannsfest, Limmer Live, Weihnachtsmarkt, Ahrbergfest, Scillablütenfest, … Immer mehr und größere Events?

Ob ein Etat von 30.000 € für das nächste Limmerstraßenfest um noch mehr Besucher anzulocken wirklich sinnvoll ist? Gleichzeitig klagt der Veranstalter über mangelnde Unterstützung und noch dazu wird wer nicht mitmachen will als Schmarotzer bezeichnet, wie bei der HAZ nachzulesen ist. Gute Lindener Kultur ist das nicht! Das Limmerstraßenfest war mal ein Fest in Linden für Linden. Man flanierte die Einkaufsmeile entlang und traf sich hier mit vielen Bekannten an den Ständen der Vereine. Dazu zwei bis drei Bühnen mit Musik und ein paar Würstchen und Bierbuden. Wer mehr Aktion wollte, ging zum Schützenfest auf dem Küchengarten. Braucht es wirklich solche Besuchermassen wie in den letzten Jahren? Profitieren die Geschäfte davon oder verdient nur die Gastronomie? Wäre nicht vielleicht weniger wieder mehr?

Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg
Weihnachtsdorf auf dem Lindener Berg

Ein positives Beispiel gefällig? Weihnachtsmarkt auf dem Lindener Berg! Eine einmalige Atmosphäre mit wenig Aufwand vom Lindener Turmbiergarten organisiert. Dafür werden die kleinen Blockhütten auf dem Gelände an soziale Einrichtungen vergeben, die sich dort vorstellen und ihren Etat aufbessern können. Etwas Kleinkunst und weihnachtliche Musik dazu und fertig ist die vorweihnachtliche gemütliche Stimmung.

Wohin soll also die Reise gehen? Immer größere Events und den Linden-Hype auf die Spitze treiben oder lieber wieder an alte Lindener Traditionen anknüpfen? Ist die Stadt gefordert ein Nachtkonzept für Linden nach dem Vorbild des Raschplatzes zu entwickeln?

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